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Willkommen auf unserem Blog! Hier berichten wir über Kommunikation, Kreativität, multimediale Inhalte, digitale Strategien und unsere Arbeit bei Allison + Partners.

20 JULY 2021 //     

Agile Scrum-Methode im Marketing: Das mächtigste Tool für bessere Markenpräsenz

Paul Sears hat knapp 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Werbung, Social Media, Content und Marketingstrategie. Die meiste Zeit verbringt er damit, Kunden dabei zu helfen, ihren strategischen Fokus zu schärfen – auf Markenebene oder für einzelne Produkte und Kampagnen. In diesem Blogpost erzählt er uns mehr von seiner Reise vom Werbemacher zum Agile Scrum Product Owner und warum für eine gute Werbekampagne alle Teammitglieder von Anfang an involviert werden müssen.WEITERLESEN
Die Arbeit zwischen Kreativen und Medien kann zermürbend sein. In 20 Jahren erlebt man Höhen und Tiefen. Manchmal ist die Arbeit wie ein festgefahrenes Fließband, bei dem niemand weiß, wer zuerst dran ist. Doch anstatt der Werbebranche den Rücken zu kehren, machte ich eine Agile-Weiterbildung, erst zum Agile Scrum Master, später zum Agile Scrum Product Owner. Obwohl die Kurse ursprünglich für Softwareentwickler gedacht sind, war es überraschend einfach, diese Konzepte auf das Marketing zu übertragen. Man überdenkt seine Prämissen noch einmal neu: Kreatives und Medien müssen nicht nacheinander passieren – die Fragen „Was sagt es aus?“ und „Wohin führt es?“ sind Hilfsmittel für dasselbe Problem.
Bleiben wir einmal bei der Metapher des Fließbands und formen daraus eine Acht. Winzige Kästchen mit kleinen Bestandteilen des Markenwerts fliegen mit hoher Geschwindigkeit umher und kollidieren. So schaffen sie überzeugende Kundenerlebnisse. Auf dieser Achterform gibt es keine Hierarchie, keine Reihenfolge – nur ein großes Team, das in einer Endlosschleife arbeitet. „Was es aussagt“ und „Wohin es führt“ gehören immer zusammen.

Erster Schritt: Kulturwandel hin zur Gleichberechtigung

Gute Ideen fallen nicht spontan vom Himmel, sie müssen herangezüchtet werden:
  • Keine Egos: Das kreative und planerische Umfeld muss abgeflacht werden. Anstelle von Hierarchien und siloartigen Arbeitsgruppen wird das gesamte Team zu gleichberechtigten Miteigentümern des Geschäftsergebnisses und der Arbeit, die es vorantreibt.
  • Keine Mitläufer: Das gesamte Team muss sich in die harte Arbeit stürzen, um gute Ergebnisse zu fördern. Keiner hat das Recht, sich einfach zurückzulehnen und faul seine Kritik zu äußern.
  • Keine Grenzen: Es braucht Übung, um das verborgene Potenzial im Kern einer Idee zu sehen. Das ist heute aber nicht mehr allein Sache des Kreativdirektors. Alle Beteiligten sollen die Arbeit des jeweils anderen respektvoll prüfen und verbessern. Wir müssen lernen, miteinander zu kommunizieren und die gegenseitigen Befindlichkeiten anerkennen. „Ja, und“ wird statt „Ja, aber“ Kernbestandteil des Vokabulars.

Darüber hinaus bedarf es eines Blickes auf das große Ganze. Häufig wird in der Account-Planung in Silos gedacht: Jede große Herausforderung wird in ihre Kleinstteile zerlegt, damit jede Maßnahme isoliert besprochen, überprüft und genehmigt werden konnte. Dabei erkennen manche Teammitglieder vielleicht bereits den Umfang eines Problems, während andere stupide ihren Aufgaben nachgehen. Agiles Denken würde nahelegen, dass dies die Fähigkeiten des Teams bei weitem unterschätzt. Denn gute Ideen entstehen durch den Zugang zu Informationen. Die „klugen Köpfe“ brauchen die Möglichkeit in die Tiefe gehen zu können, während die „Macher“ in die Höhe schnellen können.

Völlig unterschiedlicher Workflow durch die Scrum-Methode im Marketing

Manchmal sind befreundete Kreativmenschen fassungslos, wenn sie einen strikt durchgetakteten Arbeitsplan bekommen: Montag Briefing, Dienstag Durchsicht der Aufgaben, Mittwoch Präsentation skizzieren, Donnerstag Deck aufhübschen und Freitag dem Kunden präsentieren. Das hört sich auf den ersten Blick anstrengend an, ist aber durchaus machbar und birgt Potenzial für Spaß:
  • Minimum Viable Product: Wenn wir in kleinen Schritten Denken – „Minimum Viable Products“ (dt.: kleinste brauchbare Produkte) –, dann konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Arbeit, die im aktuellen Moment von Wert ist. Wer als Account Director in der Werbebranche einmal 120 Seiten Layouts für sechs kreative Konzepte durchgesehen hat, deren Erstellung mindestens drei Wochen dauert, die aber alle nicht das Gelbe vom Ei waren, stellt sich zwangsläufig die Frage:  Wäre es nicht besser, sich bereits frühzeitig abzustimmen und den Kunden an unseren Überlegungen teilhaben zu lassen, anstatt seine Arbeit in ein schönes, aber nicht zufriedenstellendes Produkt zu investieren? Durch den Fokus auf die minimalen Informationen, die für eine produktive, frühzeitige Diskussion notwendig sind, kann man mit wenig Aufwand viel mehr Wirkung erzielen.
  • Teamfähigkeit: Es darf keinen Anspruch auf Schulterklopfen geben, wenn der Mediaplaner das perfekte Wort für die Werbung oder der Art Director die ideale Medienplatzierung vorschlägt. Verlässt man die alten Wege und die starren Bahnen, fördert das die Ideenfindung, mindert den Druck und macht den Prozess insgesamt angenehmer.
  • Hack it: Es ist bewiesen, dass strikte Deadlines zu besseren Ergebnissen führen. Erstellen Sie deshalb einen konkreten Zeitplan, treffen Sie sich und setzen Sie den Plan um. Wir haben dies kürzlich für einen Kunden aus dem Bereich Gentests getan. Es waren nur noch wenige Wochen bis zur Markteinführung und die Werbeagentur hatte noch kein Konzept parat. Wir brachten deshalb funktionsübergreifende Kundenteams mit unseren Strategen, Kreativen und Channel-Planern zusammen. Innerhalb einer strukturierten, achtstündigen Sitzung erarbeiteten wir vier realistische Kampagnenkonzepte inklusive erster Taktiken und Rahmenpläne, die bereits die Zustimmung des Kunden hatten. Mit ein wenig Feinschliff hatten wir innerhalb von drei Wochen preisgekrönte bezahlte, redaktionelle und geteilte Aktionen auf dem Markt.

In einer Zeit der radikalen Aufsplittung liegt die Relevanz einer Marke darin, der richtigen Person am richtigen Ort zur richtigen Zeit den richtigen Mehrwert zu bieten. Das ist ein vierdimensionales, bewegliches Ziel, das leichter zu verfehlen als zu treffen ist. Es erfordert Unvoreingenommenheit, Barrierefreiheit, das Umdenken von Prozessen und ein Team mit einem Blick für das große Ganze. Es bedeutet, „ganze Probleme“ als Team zu lösen und in Echtzeit daran zu arbeiten. Die Markenrelevanz hängt von einer bescheidenen Einladung zum Meeting ab. Die richtige Antwort auf die Fragen „Was es aussagt“ und „Wohin es führt“ erfordert, dass alle gemeinsam am Tisch sitzen.
7 JULY 2021 //     

PR im Agenturleben – was PR ausmacht und uns daran begeistert

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ – nach Paul Watzlawicks Grundsatz über die menschliche Kommunikation stehen wir jederzeit mit unseren Worten, Gesten und unserer Mimik in einem ständigen Austausch mit unseren Mitmenschen. Aber auch Organisationen, Unternehmen, Behörden oder Interessengruppen kommunizieren: An Kunden, Mitarbeiter, Medienvertreter und viele mehr.WEITERLESEN

Hier kommt die PR ins Spiel – die organisierte strategische Kommunikation zwischen Organisationen und Zielgruppen. Doch was heißt das genau? Was steckt dahinter und was begeistert uns an diesem Beruf? Unsere Kollegin Constanze Kreil verrät uns in diesem Blogpost, warum PR relevant ist und warum es ihr so Spaß macht, in der PR zu arbeiten.

Was ist PR eigentlich?

Öffentlichkeitsarbeit, Public Relations, oder kurz PR, soll das Image einer Marke, Person oder Gruppe mit seinen Produkten und seiner Kultur stärken und ins beste Licht rücken. Dabei werden in erster Linie Beziehungen zu verschiedenen Zielgruppen gepflegt. Im klassischen Sinne der Pressearbeit sind das Journalisten. Dadurch stärken wir das Vertrauen zu diesen Multiplikatoren und erhöhen die Glaubwürdigkeit in der Gesellschaft. Meinungsbildung ist also der Kernaspekt der PR, wobei die Stärken des Unternehmens in den Vordergrund rücken und es so das Vertrauen der Kunden gewinnen kann.  Aber auch andere Aspekte der Kommunikation fallen in diesen Bereich, von Strategieberatung über Zielgruppenanalysen bis hin zur Organisation von Messeauftritten. Darüber hinaus gehört es zu den Aufgaben der PR, Konflikte zu lösen oder zu vermeiden. Um eines geht es dabei immer: Die passende Wortwahl. Mit den richtigen, geschickten Formulierungen sorgen PR-Experten generell für eine positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, in den Medien und bei anderen Stakeholdern.

Content, Kontaktpflege und Strategieberatung gehören zu unseren Aufgaben

Wir lieben Wörter, Sprache, und alles was dazu gehört. Pressemeldungen, Media Alerts oder Blogposts, wie Sie hier sehen, sind unser Tagesgeschäft. Im persönlichen Kontakt zu Journalisten sprechen wir über Möglichkeiten, unsere Kunden in Tageszeitungen, Podcasts, Fachmedien oder jegliche andere Plattform zu platzieren. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Influencern, denn die haben auf Social Media erheblichen Einfluss auf die öffentliche Meinung.

Natürlich nutzen wir dafür einen strategischen Ansatz: Wir planen die Kommunikation, überlegen für wen die Themen interessant sind, über welche Kanäle man die Zielgruppen am besten erreicht und erstellen ein Konzept. Das passiert im engen Austausch mit unseren Kunden, um deren Geschäft und alle Besonderheiten zu verstehen und die Kommunikation passend dazu umzusetzen. Dann decken sich Unternehmenskultur und Produktbranding mit den Kommunikationswünschen und wir können loslegen.

PR ist glaubwürdig, krisenerprobt und fördert nachhaltig das Image

Es gibt viele Gründe, warum sich der Einsatz von PR lohnt: Je mehr über eine Firma berichtet wird, desto mehr wird über sie gesprochen und desto bekannter ist sie – der Grundstein für Erfolg. Dabei ist Pressearbeit im Vergleich zu klassischer Werbung glaubwürdiger. Denn wenn zum Beispiel die Lieblingszeitung gut über ein Produkt, Person oder ein Unternehmen berichtet, vertrauen wir der Redaktion bei dieser Bewertung mehr als einer bezahlten Anzeige. Besonders in Krisenzeiten stehen die PR-Experten mit Rat und Tat zur Seite, steuern das Schiff durch die Wogen und glätten sie anschließend wieder. PR entwickelt also nachhaltig eine positive Reputation und optimiert das Image in der Öffentlichkeit durch die Kontaktpflege zu den relevanten Zielgruppen und Multiplikatoren.

Bei der PR-Arbeit wird es nie langweilig

Und genau hier fängt der Spaß an: Da jede Branche PR braucht, erhalten wir als Agentur durch unsere Arbeit tiefe Einblicke in die unterschiedlichsten, spannenden Themenfelder. So können wir unser Fachwissen in diversen Bereichen wie Healthcare, Fintech oder Consumer Goods nutzen. Es wird nie langweilig, besonders bei der Planung von PR-Konzepten. Hier ist Kreativität gefragt, wir denken nicht nur um eine Ecke und entwickeln individuelle Ideen für jeden Kunden. Bei jedem Projekt arbeiten wir mit vielen Menschen zusammen, von der Entwicklungsphase auf Unternehmensseite bis zur Durchführung und dem Kontakt zu Journalisten. Wer ein bisschen Fingerspitzengefühl im Umgang mit verschiedenen Persönlichkeiten mitbringt und offen für neue Kontakte ist, der ist in der PR genau richtig.
11 JUNE 2021 //     

Wie Sie die größten Herausforderungen im Bereich Measurement und Analytics bewältigen

Die Erwartungen an die Performance von Kampagnen werden immer höher, während gleichzeitig Budgets immer kleiner werden. Diese Kombination stellt viele Marketing-Verantwortliche vor große Herausforderungen. Eine fundierte Erfolgsmessung und Analysen rücken deshalb immer mehr in den Fokus, denn nur damit können Entscheider ihre Marketing-Strategien vorantreiben, die Ausgaben optimieren und Budgetverantwortlichen solide Ergebnisse präsentieren. Somit dürfen Measurement und Analytics nicht länger als „nice to have“ angesehen werden, sondern sind längst ein „need to have“ geworden.

Im Zuge unserer Arbeit sprechen wir häufig mit Marketing-, Kommunikations- und C-Suite-Führungskräften. Dabei zeichnet sich ab, dass eine aussagekräftige Erfolgsmessung eine der häufigsten Herausforderungen ist. Die wichtigsten fünf haben wir hier zusammengestellt und zeigen, wie man sie überwinden kann.

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Executive Reporting vs. Kampagnen-Reporting

Marketingverantwortliche müssen in ihrem ohnehin vollen Terminkalender oft noch verschiedene Berichte unterbringen: einen für die Geschäftsführung und einen zu Kampagnenfortschritt / -optimierung. Auch wenn diese Berichte im Grunde genommen unterschiedliche Dinge abbilden sollen, werden sie häufig zu einem zusammenhanglosen Report vermischt. Dieser Report enthält allerdings für niemanden so wirklich relevante Informationen. Das liegt vor allem daran, dass automatisierte Abläufe und Reporting-Strukturen noch nicht implementiert sind. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, geeignete Strategien zu entwickeln, um getrennte und funktionale Berichte erstellen zu können. Eine mangelnde Reporting-Strategie könnte in Zukunft negative Auswirkungen haben – sowohl wenn es darum geht, der Führungsebene den Mehrwert der eigenen Marketingkampagnen widerzuspiegeln, als auch wenn man basierend auf den gezeigten Erfolgen das Marketing-Budget erhöhen möchte, um das Unternehmenswachstum zu fördern. Beides ist essenziell, um sich die Unterstützung für Ihre Arbeit im Unternehmen zu sichern und weiterhin erfolgreich arbeiten zu können.

Machen Sie aus Daten eine Geschichte

Viele Marketingabteilungen haben Schwierigkeiten damit, ihre Erfolge gegenüber der Vorstandsabteilung verständlich zu verkaufen. Metriken wie Impressions oder Platzierungen in den Medien sind schwer einzuschätzen für Entscheidungsträger. Deshalb ist es wichtig, Ergebnisse in einen größeren Zusammenhang zu setzen, zu deuten und eine nachvollziehbare Geschichte daraus zu machen, zum Beispiel: „Wir konnten die Zielgruppe mehr als je zuvor durchdringen und trugen dazu bei, dass das Unternehmen positiver gesehen wurde als Wettbewerber.“

Identifizieren Sie die Daten, die Ihnen dabei helfen, eine überzeugende Geschichte zu erzählen. Das können Vergleichsanalysen zum Wettbewerb sein oder das Erstellen von Stimmungsbildern in Bezug auf die eigene Marke. Wenn Sie überzeugende Ergebnisse eingebettet in eine greifbare Geschichte liefern können, wird es Ihnen leichter fallen, Ihre Budgetvergabe in Zukunft zu rechtfertigen. Im Idealfall haben Sie bereits zu Beginn einer Kampagne eine Vorstellung, welche Geschichte Sie am Ende Ihrem Vorgesetzen erzählen wollen. Dieses Gedankenexperiment hilft Ihnen dabei, die richtigen Ziele und Metriken für Ihre Kampagne zu wählen.

Beweisen Sie Ihren Mehrwert, um Ihr Budget aufrechtzuerhalten oder zu vergrößern

Spätestens seit diesem Jahr ist es essenziell, den eigenen Mehrwert nachzuweisen. Das bedeutet, dass Marketing-Verantwortliche klar definieren und kommunizieren müssen, wie sie zum Unternehmenserfolg beitragen. Sobald es darum geht, das gegebene Budget zu rechtfertigen, müssen alle Teams im Marketing bereit sein, ihren Mehrwert beweisen zu können. Dann liegt es an Ihnen, eine datengestützte Geschichte zu entwickeln, um den Mehrwert und das Leistungsangebot der Abteilung zu verbinden und diese Geschichte entsprechend zu kommunizieren.

Vereinheitlichen Sie Ihre Ressourcen

Eine der größten Hürden auf dem Weg zu einem einheitlichen Reporting ist die mangelnde Konsistenz. Durch die unterschiedlichen Ressourcen im Blick auf Personal, Zugang zu Daten und zu Technologien sind die Daten oft fragmentiert und von Markt zu Markt unterschiedlich. Hinzu kommt, dass oft sprachliche und kulturelle Nuancen berücksichtigt werden müssen. Versuchen Sie, in diesen Punkten eine einheitliche Linie für Ihr ganzes Unternehmen zu schaffen, sodass alle Mitarbeiter die gleichen Voraussetzungen haben.

Weisen Sie die Effektivität neuer Kanäle nach

Es entstehen ständig neue Kanäle, deren Mehrwert Marketing-Experten für ihr Unternehmen zuerst einschätzen und belegen müssen. Gerade wenn das Budget eher knapp ist, ist es wichtig, im kleinen Rahmen Tests durchzuführen, um weitere Erkenntnisse zu erlangen, bevor umfassend in diese investiert wird. Die Verteilung des Budgets auf verschiedene und immer wieder unterschiedliche Kanäle wird sich dabei ebenso zur Notwendigkeit etablieren wie die Erstellung von Prognosemodellen. Nur so bleiben Marketing-Aktivitäten in einer Welt relevant, in der sich Channel-Strategien und die Kundensegmentierungen stetig ändern.

Angesichts dieser Herausforderungen gibt es einige Dinge, über die Marketer jetzt schon nachdenken sollten, um für die Zukunft gewappnet zu sein und zum Unternehmenserfolg beizutragen: Überprüfen Sie Ihren aktuellen Tech-Stack und Ihre Ausgaben, fördern Sie die Zusammenarbeit interner Teams für ein einheitliches Reporting und optimieren Sie Ihre Ausgaben mithilfe von Test- und Anpassungsstrategien.

Hier können Sie mehr darüber erfahren, wie unsere europäischen Teams Sie hinsichtlich einer effektiven Planung und Programmierung von Erfolgsmessungen und Marktanalysen unterstützen können.

26 MAY 2021 //     

Auf Start drücken: Warum Marken Online-Videospiel-Communities ansprechen sollten

Wenn es um die Kreation von bedeutungsvollen Consumer-Kampagnen geht, empfehlen wir unseren Kunden immer, die schmale Linie zwischen Kommerz und Kultur zu treffen. Dabei sollten Unternehmen nicht in der eigenen Bubble bleiben, sondern sich an Unterhaltungen beteiligen, die ohnehin schon geführt werden.WEITERLESEN

Eine Subkultur, die Marken bisher noch nicht oft für sich nutzen konnten, sind Videospiele. Laut Bitkom „Gaming-Trends 2020“ spielen mittlerweile 46 Prozent der Deutschen regelmäßig Videospiele. Für Gamer bedeuten Videospiele genau so viel Lebensgefühl wie Netflix, Telenovelas oder Reality-TV.

Möchten Sie in die Gaming-Community eintauchen, müssen Sie davor aus der Komfortzone „Facebook-Instagram-Twitter“ heraustreten. Doch keine Angst: Es gibt großartige Online-Plattformen, auf denen Sie Ihre bestehenden oder zukünftigen Fans finden können.

Chats auf Discord starten

Discord ist mit über 130 Millionen registrierten Nutzern eine der beliebtesten Sprach- und Text-Chat-Plattformen der Welt. Discord wird hauptsächlich von Gaming-Communities genutzt, um sich zu vernetzen und Online-Spiele zu organisieren. In den letzten Jahren hat sie aber auch andere Bereiche erschlossen.

Vom Interface erinnert Discord stark an Slack oder Microsoft Teams. Einige kleine Unternehmen nutzen Discord sogar für ihre interne Kommunikation. Es ist auch eine zentrale Plattform für Fan-Communities aller möglichen Produkte und Marken. Von einem können Sie ausgehen: Ist Ihre Marke bekannt, hat sie ziemlich sicher eine Fan-Community auf Discord.

Haben Marken das Glück, eine treue Fangemeinde zu besitzen, sollten sie diese auch überraschen und begeistern. Lernen Sie die Leute kennen, die Ihre Marke regelmäßig auf Plattformen bewerten und geben Sie ihnen als erstes einen Einblick in neue Produkte oder Dienstleistungen. Und wenn Sie noch kein Discord für Ihre Marke haben, sollten Sie überlegen, selbst einen einzurichten und mit spannenden Inhalten die Schnittstelle zwischen Brand und Gaming zu bespielen.

Einem Subreddit beitreten

Reddit mag es zwar schon seit mehr als 15 Jahren geben, aber durch das schnelle Wachstum und die vielfältigen Möglichkeiten für Unternehmen ist es mittlerweile ein Muss für jede Marke, die junge und kaufkräftige Nutzer ansprechen will. Viele der 52 Millionen aktiven Reddit-Nutzer sind außerdem einzig und allein auf Reddit aktiv, sodass sie sonst nicht von Ihren anderen Kampagnen angesprochen werden.

Reddit ist die Heimat von Hunderttausenden von Communities, sogenannten Subreddits. Diese decken eine große Bandbreite an Themen und Interessen ab – die größte Kategorie ist dabei Gaming. Der Clou an Reddit ist die Vielzahl der Videospielefans, die aber nicht nur wegen des Gaming-Contents auf der Plattform sind.

Marken sollten daher auf Reddit Stimmungen aufgreifen und hilfreiche oder auch unterhaltsame Inhalte zu den Subreddits beitragen. Nehmen Sie sich – ähnlich wie bei Discord – die Zeit, den Admin der Communities kennenzulernen, mit denen man zusammenarbeiten möchte.

Auf Twitch live gehen

Twitch ist die Heimat des Live-Streamings und dominiert nach wie vor den Gaming- und E-Sports-Live-Videobereich. Twitch wurde 2014 von Amazon übernommen und hat heute mehr als 40 Millionen Zuschauer, die monatlich aktiv und überwiegend jünger sind. Während auf den ersten Blick Content zu Gaming- und E-Sports auf Twitch auffallen, gibt es bei näherer Betrachtung auch Live-Streams zu den Themen Kochen, Sport, Musikproduktion und Kunst.

Marken mit der Zielgruppe Gen Z oder Millennials haben bereits erkannt, dass Inhalte auf Twitch großartige Ergebnisse liefern können. Das kann eine Partnerschaft mit einem beliebten Streamer sein oder eigene Streams mit Special Guests. Die erfolgreichsten Kampagnen entstehen an den authentischen Schnittmengen der Interessen.

Als gutes Beispiel geht die gemeinnützige Organisation Cats Protection voran, die sich die vielen Streamer zu Nutze gemacht hat: Sie gehen mit ihren vierbeinigen Freunden auf ihren Schreibtischen live und sind oft genauso Teil des Streams wie der Streamer selbst. Die Organisation hat das Programm "Pawsome Players" ins Leben gerufen, damit Streamer auf Twitch durch Wohltätigkeitsstreams Geld sammeln können, womit wiederum bereits mehrere Tausend Pfund zusammengekommen sind.

In das Spiel einsteigen

Letztendlich sollten Sie sich zudem überlegen, selbst ins Spiel einzusteigen. Viele der größten Games dienen mittlerweile eher als Plattformen denn als klassische Spiele. Fortnite, Minecraft und Animal Crossing haben Millionen Nutzer und stehen der Teilnahme von Marken immer offener gegenüber.

Der internationale Musikstar Travis Scott veranstaltete zum Beispiel ein Live-Musikkonzert im Videospiel Fortnite. Während reale Veranstaltungsorte wegen der Pandemie geschlossen waren, wurden den Fortnite-Spielern spektakuläre visuelle Effekte wie ein überlebensgroßer Travis Scott, der auf der Fortnite-Insel auftrat, geboten.

Engagement muss im Übrigen nicht teuer sein – vorausgesetzt, Sie bringen etwas Zeit mit. Als Beispiel wäre die zauberhafte Insel zu nennen, die die Bekleidungsmarke H&M in Animal Crossing gebaut hat, um ihre Recycling- und Nachhaltigkeitskampagnen zu unterstützen.

Ein paar Denkanstöße, wie Sie Ihre Marke vorantreiben

  • Gaming ist ein wichtiger Teil der Lebenskultur, besonders bei der jüngeren Zielgruppe. Wenn Ihre Marke eine Mischung zwischen Kultur und Kommerz sein soll, sollten Sie Gaming-Diskussionen und das Gaming-Publikum für sich nutzen.
  • Menschen haben vielfältige Interessen. Das Stereotyp des „Gamers" ist sehr stark simplifiziert. Die Spieler freuen sich, wenn Marken außerhalb des Gaming-Bereichs im Gespräch sind.

Menschen lieben Marken, die sie dort abholen, wo sie sind. Seien Sie an genau diesen Schnittpunkten aktiv und erreichen Sie nicht nur Ihre größten Fans, sondern gewinnen auch neue hinzu.

 

Erfahren Sie hier, wie wir Ihnen helfen können.
10 MAY 2021 //     

So finden Sie Ihre B2B-Zielgruppe auch ohne Cookies von Drittanbietern

Manchmal erstrahlt Altes wieder in neuem Glanz – oder wird zumindest ganz nützlich.

In den letzten Jahren wurde Programmatic Advertising immer bedeutender für Werbetreibende. Einer seiner Vorteile ist, dass es ihnen den Zugang zu Cookies von Drittanbietern eröffnet. Sie können diese Cookies, die von anderen Unternehmen platziert werden, nutzen, um Anzeigen ganz gezielt bei einer spezifischen Zielgruppe auszuspielen. Doch nach Safari und Firefox plant auch Google einen Gegenschlag: In etwa einem Jahr sollen Cookies von Drittanbietern blockiert werden. Das könnte sich schwerwiegend auf die Arbeit von Werbetreibenden auswirken, die sich bislang auf die Drittanbieter-Cookies verlassen.WEITERLESEN

Kooperation mit Fachverlagen für First-Party-Cookies

Falls die Nutzung dieser Cookies bislang auch als zentrales Element Ihrer B2B-Anzeigen-Strategie diente, können Sie dennoch immer noch einen Großteil Ihrer Zielgruppe erreichen – nur über andere Wege. Einer davon ist zum Beispiel die Kooperation mit Fachverlagen. Wenn ein Herausgeber, oder eine beliebige andere Webseite, einen Cookie auf deren Webseite platziert, ist es für diesen ein First-Party-Cookie. Erst wenn der Zugriff auf dieses Cookie an andere Dienstleister verkauft wird, macht es das zum Drittanbieter-Cookie. Mit dem First-Party-Cookie-Prinzip kann der Herausgeber beziehungsweise Webseitenbetreiber die Webseitennutzer auf seiner eigenen wie auch auf anderen Websites targeten und so Ihre Werbung weiterhin gezielt für Ihre Zielgruppe ausspielen.

Ein Cookie repräsentiert die Daten des Webseitenbetreibers und berücksichtigt die direkte Verbindung, die sie mit Website-Nutzern und Abonnenten haben. In diesem Sinne erlauben die Betreiber den Werbetreibenden lediglich, diese Beziehung zu nutzen und den Website-Besuchern über Re-Marketing Informationen zu bieten. Dieses Prinzip wird häufig auch als „Audience Extension Program“ also Zielgruppenerweiterung genannt, da Webseitenbetreiber automatisiert auf verfügbare Anzeigeflächen bieten können, die Sie dann nutzen können, um Inhalte des Werbetreibenden anzuzeigen.

Ein einzelner Webseitenbetreiber wird in der Regel zwar nicht die Reichweite bieten können wie eine Vielzahl gebündelter Daten aus Drittanbieter-Cookies, aber es bringt immerhin etwas. Und je nachdem, wie der Verlag oder die Website die eigenen Cookies pflegt, kann sich dahinter eine noch engagiertere Zielgruppe verbergen als derzeit bei einigen Drittanbietern: Zum Beispiel können sie die Cookies auf Besucher eingrenzen, die innerhalb der letzten zwei Monate auf der Webseite aktiv waren.

Selbstredend wird dieser Weg kein Patentrezept für Werbetreibende mit bereits ausgereiften programmatischen Werbekampagnen sein, aber gerade für den B2B-Bereich kann das eine sehr gute Alternative darstellen. Für Interessierte steht noch das gesamte Jahr 2021 zur Verfügung, um sich auszuprobieren und zu lernen, wie einflussreich Webseitenbetreiber und Verlage sein können. Noch vor einigen Jahren war die Zusammenarbeit mit ihnen die gewohnte Allzwecklösung und sie kann auch jetzt eine Fülle an Möglichkeiten bieten, um Ihre Ziele zu erreichen.

E-Blasts, Content Syndication und weitere Chancen der Zusammenarbeit

Für einen amerikanischen Kunden, der persönliche Schutzausrüstung anbietet und kürzlich Entscheider im primären und sekundären Bildungsbereich ansprechen wollte, um Großaufträge für Schulen und Schulbezirke zu generieren, nutzten unsere Kollegen in den USA den Webauftritt von „Education Week“. Der Herausgeber bot „E-Blasts“ für seine Abonnenten an, also quasi E-Mails an Newsletter-Abonnenten. Außerdem umfasste das Angebot ein Whitepaper-Programm, On-Site-Webbanner und ein Zielgruppenerweiterungsprogramm. So bot die Zusammenarbeit Reichweite, Regelmäßigkeit und kontextbezogenes Targeting auf verschiedenen Ebenen. Kombiniert mit Content Syndication und der über die eigene Website hinaus erweiterten Reichweite des Contents, erreichte der Kunde Awareness (Impressionen), Engagement (Seitenbesuche) und Leads (ausgefüllte Lead-Formulare). Education Week verwendet First-Party-Cookies so, dass die Techniken auch dann noch verfügbar sind, wenn Chrome Cookies von Drittanbietern blockiert.

Bessere Sichtbarkeit in der Zielgruppe durch eine bessere Beziehung zu Fachmedien

Gerade Fachverlage verfügen über ein Publikum, das deren Publikationen oft seit einigen Jahren mit viel Interesse verfolgt. Bisher war man als Werbetreibender für dieses Publikum aber nicht regelmäßig sichtbar, da einige Nutzer die Website vielleicht nur wöchentlich oder monatlich besuchen. Es war also ein großer Zufall, wenn dann genau die Werbung Ihres Unternehmens sichtbar war. Zielgruppenerweiterungsprogramme (Audience-Extension-Programme) bieten hier eine gute Lösung und machen Anzeigen wieder relevant.

Falls Sie der Werbung bei Fachverlagen bisher den Rücken zugekehrt haben oder diese gar nicht genutzt haben: Nutzen Sie 2021, um Beziehungen zu Fachverlagen aufzubauen und zu experimentieren. Vielleicht haben Sie bereits eine Liste von Zielverlagen, in deren Fachmedien Sie Berichterstattung über Pressearbeit platzieren möchten. Wenn Sie Ihre Kommunikation hier von der Redaktion auf die Anzeigenabteilung ausweiten, tun sich sicherlich einige Möglichkeiten auf, die Ihre Werbekampagnen am Laufen halten, während die Konkurrenz mit den neuen Regeln strauchelt.
27 APRIL 2021 //     

Einmal Content, immer Content - Tipps aus dem Lektorat

Vom Lektorat in die PR – auf den ersten Blick wirkt es wie ein ziemlich großer Sprung. Doch bei genauer Betrachtung ist er eigentlich recht naheliegend. In beiden Berufen gehört Projektmanagement zum Alltag, sei es nun für einen Kunden oder für einen Autor. Hier wie da wird immer das große Ganze im Blick behalten und dabei das Produkt bestmöglich platzieren. Ähnlich wie im Lektorat muss auch in der PR der Text die Zielgruppe erreichen. Unser Kollege Rudi Siegl hat diesen Sprung gemeistert und fasst in diesem Blogpost die Best Practices zusammen. Schließlich gibt es da wie dort einiges zu beachten, wenn geschriebener Content sein Ziel erreichen soll.WEITERLESEN

Für wen?

Als PR-Berater haben wir es zumeist einer Vielzahl an Kunden aus verschiedenen Branchen zu tun. Ähnlich einem Lektor gilt es, eigene Marktkenntnisse mit den Zielen des Kunden zu verbinden, um eine einzigartige Kommunikationsstrategie zu erarbeiten. Dabei kommt es nicht zuletzt auf die Sprache der Texte an – ein Krimi-Autor textet schließlich auch anders als ein wissenschaftlicher Fachredakteur. Die Parallelen liegen auf der Hand: Je nach Zielgruppe muss der Inhalt entsprechend in Worte verpackt werden. Das beginnt bereits bei der Frage nach der Veröffentlichung: Welche Medien passen am besten zu meiner Zielgruppe und wie erreiche ich genau diese Medien? Veröffentlichungen in B2B-Retailer-Magazinen bedürfen eines anderen Schreibstils als für eine LinkedIn-Anzeige zur Lead-Generierung. Sind Zielgruppe und Key-Medien klar definiert, kann der Inhalt entsprechend formuliert werden und möglichst den Erwartungen der Zielgruppe und dem Medium zu entsprechen.

Der Duden ist kein Briefbeschwerer – und er kennt auch Grammatikregeln

Man möchte es nicht für möglich halten, wie gut sich Rechtschreibfehler in Korrekturfahnen verstecken können. Dank der Betriebsblindheit des Autoren und der manchmal ungeschulten Korrektoren schaffen sie es ab und an bis ins druckfrische Buch. Ähnlich gestaltet sich das auch bei PR-Texten. Ein erster Ansatz kann bei der Texterstellung bereits die Rechtschreibprüfung des Text-Programms sein. Doch vor allem, wenn Sie sich nicht 100 Prozent sicher sind, wie ein Wort geschrieben wird, greifen Sie lieber einmal zu oft zum Duden. Ihre Zielgruppe wird es Ihnen danken.

Dasselbe gilt es bei Grammatikregeln zu beachten. Die deutsche Grammatik und die Regeln zur Zeichensetzung sind keine fakultativen Richtlinien, die man nach eigenem Gutdünken be- oder missachten kann – und gerade die Vielzahl an Rechtschreibreformen, die die deutsche Sprache in den letzten 30 Jahren über sich ergehen lassen musste, hat viele Blicke getrübt. Ob Sie sich jetzt stets mit der neuesten Print-Ausgabe des Dudens behelfen oder online nachschlagen, das Wörterbuch ist immer auf dem neuesten Stand der Rechtschreib- und Grammatikregeln. Viele Fehler lassen sich mit einem Blick oder einem Klick vermeiden.

Einheitlichkeit ist kein Hexenwerk und Redundanzen können umschifft werden

Nichts wirkt auf einen Leser verwirrender, als wenn er in einem Text denselben Fachterminus in zwei unterschiedlichen Schreibvarianten vorfindet. Diese Verwirrung kann aber bereits im Keim erstickt werden, wenn Sie sich auf die im Duden empfohlene Schreibweise beziehen – oder stringent die vom Kunden gewünschte Schreibung durchexerzieren.

Steht ein Fachwort jedoch nicht im Duden – weil es zum Beispiel ein bislang nicht geläufiger Anglizismus ist –, sollte man sich bei der Texterstellung auf eine Schreibweise festlegen und diese konsistent bis zum Ende des Textes durchziehen. Gerade in der Arbeit mit Kunden empfiehlt es sich ein extra Glossar mit häufig verwendeten Begriffen zu erstellen – ein eigenes Wörterbuch quasi. So kann man sicherstellen, dass auch in künftigen Texten dieselben Ausdrücke oder Schreibweisen gewählt werden.

Achten Sie zudem beim Verfassen Ihres Textes darauf, dass Sie sich nicht unnötig wiederholen, sondern versuchen Sie, möglichst prägnant auf den Punkt zu kommen. Das verleiht Ihrem Text die nötige Würze und vermittelt eine klare Botschaft.

Hübschen Sie Ihren Text optisch auf, Absatz für Absatz

Ein PR- oder Werbetext kann nicht wie ein Buch in Kapitel gegliedert werden. Doch auch hier gilt, ähnlich der Belletristik oder Sachliteratur, die Faustregel: Ein Gedankengang – ein Absatz. Das macht den Text übersichtlicher und zugänglicher. Man verheddert sich beim Lesen nicht in endlos erscheinenden Absätzen, sondern wird klar durch eine Gliederung geleitet. Untergliedern Sie Ihren Text deshalb gerne mit Unterüberschriften, die idealer Weise thematische Kernbegriffe enthalten. SEO wird es Ihnen danken.

Ganz besonders wichtig: Nehmen Sie sich kein Vorbild an den Satzkonstruktionen von Thomas Mann. Überlassen Sie Mammutsätze mit gedrechselten Umwegen und Ausflüchtendem den Nobelpreisträgern. In der PR geht es darum, pointiert Inhalte zu vermitteln. Versuchen Sie daher, Schachtelsätze zu vermeiden. Machen Sie im Zweifel aus einem Komma einen Punkt.

Vier Augen sehen mehr als zwei

Das wichtigste Prinzip der Texterstellung: die Korrekturschleife. Wer selbst bereits Texte verfasst hat, weiß, dass man nach etwaigen Textänderungen irgendwann textblind wird. So schleichen sich einfache Flüchtigkeitsfehler ein, die eine gute Außendarstellung verhindern. Geben Sie Ihren Text daher unter allen Umständen mindestens einer weiteren Person zu lesen. Gegebenenfalls müssen Sie diese Person jedoch im Vorhinein darauf aufmerksam machen, worauf sie achten soll. Gibt es Wörter, die Ihr Kunde gerne auf Englisch hätte, weil es vielleicht das Wording so vorsieht? Oder ist ein Wort Fachjargon und hat deshalb eine abweichende Schreibweise? Achten Sie auf die kleinsten Details, sodass Ihr Lektor Ihren Text nach bestem Wissen und Gewissen korrigieren kann.

Aber Vorsicht: Wenn Sie den Text parallel an zwei Personen zur Korrektur geben, sollten Sie unbedingt wieder den dritten Tipp beachten. Gehen Sie jede Korrektur noch einmal bewusst durch.

Alles in allem ist PR ein Handwerk, das man gut erlernen kann, wenn man die richtigen Anlagen mitbringt. Ein sicheres Textverständnis gehört auf jeden Fall dazu.
13 APRIL 2021 //     

Homeoffice oder Büro – Wie ist es, neu bei Allison+Partners anzufangen?

Denkt man an globale Unternehmen, kommen einem sofort Player wie Apple, Microsoft oder BMW in den Sinn. An die Unternehmen dahinter denkt man oft erst im zweiten oder dritten Atemzug. Allison+Partners ist eines dieser Unternehmen. Es unterstützt zahlreiche Global Player in ihrer Kommunikationsstrategie und beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter weltweit.WEITERLESEN

Wie fühlt es sich an, Teil eines so internationalen Teams zu sein? Wir haben unsere drei Volontäre aus dem Münchner Büro – Miryam Abraham, Rudi Siegl und Lara Niemann – zu ihren Erfahrungen befragt. In diesem Blogpost erzählen sie unter anderem vom Onboarding im Homeoffice, Gesprächen mit den Gründern von A+P und wie sich die Internationalität der Agentur im Arbeitsalltag widerspiegelt.

Angst bei der Bewerbung? Wie weggeblasen!

Vor dem Start steht selbstredend das Bewerbungsverfahren. Wir wollten von den Dreien wissen, was sie dazu bewogen hat, sich bei A+P zu bewerben.

„Für jemanden, der schon immer mal im Ausland arbeiten wollte, war die Multinationalität der Agentur ausschlaggebend“, erklärt Lara, die im Januar 2021 ihre Stelle als Volontärin begonnen hat.

„Ich konnte mich auf Anhieb mit den Unternehmenswerten und der Teamkultur identifizieren“, fügt Miryam hinzu. Sie begann ihr Volontariat im Februar 2020, also sechs Wochen vor dem ersten Lockdown, und ist somit die letzte Neueinsteigerin im Münchner Team, die noch im Büro angefangen hat.

Im Zuge des Prozesses durchläuft jeder Bewerber zwei Gespräche – eines mit Heike Schubert, General Manager in München, und eines mit dem Team.

„Sowohl das Gespräch mit Heike als auch das mit dem Team haben vom ersten Augenblick an den Eindruck der Ausschreibung bestätigt: Hier wird Team großgeschrieben“, erzählt Rudi.

Für alle hat sich dieser Eindruck im Nachhinein bestätigt. Das gelte jedoch nicht nur für das Münchner Büro – auch die weltweit verteilten Büros funktionieren wie eine große Familie.

Ob live oder virtuell – offene Ohren werden überall gefunden

Nur bei der Frage, wie die Eingewöhnungsphase verlief, gingen die Antworten auseinander. Während Miryam von Girlanden am Schreibtisch und gemeinsamen Mittagessen im Büro berichtet, erzählen Rudi und Lara vor allem vom virtuellen Kennenlernen: „Bis auf drei Kolleginnen waren alle im Homeoffice“, erklärt Rudi, der sein Volontariat im Dezember 2020, also mitten im zweiten Lockdown, begann.

Die ersten Treffen hätten zwar größtenteils online stattgefunden, aber gerade die Treffen am ersten Tag mit den Kolleginnen im Büro seien sehr hilfreich gewesen, um die Nervosität ein bisschen zur Seite zu legen, fügt Lara hinzu. So hatten die beiden zumindest ihren ersten Tag im Büro, bevor auch sie vom Homeoffice weiterarbeiteten.

Bei Allison+Partners achten wir von Beginn an darauf, dass sich die Menschen als Teil des Teams fühlen. Für Miryam sei vor allem die Offenheit ein Icebreaker gewesen, der ihr das Einleben erheblich erleichtert habe: „Egal, ob Pitchmeetings mit den Kunden, Brainstorms oder morgendliche Huddles – ich wurde vom ersten Tag ermutigt, meine Meinung zu äußern und mich einzubringen. Jeder im Team hatte ein offenes Ohr für meine Fragen und war sehr offen mit Lob und konstruktiven Tipps für den Arbeitsalltag.“ 

Was ist das Besondere an Allison+Partners?

Von einem familiären Umfeld hatten sie bereits genug erzählt.

„Auch wenn oft von flachen Hierarchien die Rede ist – hier werden sie wirklich gelebt“, sagt Miryam. „Wir haben die Möglichkeit, sehr offen mit unseren Vorgesetzten zu kommunizieren, und sie haben immer ein offenes Ohr für uns.“

Rudi führt das weiter aus: Bei einem Office Swap – einem gemeinsamen Plauder-Call des Münchener Teams mit dem Büro in Los Angeles hätte einer der Agentur-Gründer, Scott Pansky, von einem Telefonat mit Miryam erzählt: „Es war schön zu hören, wie auch Scott diesen Ideenaustausch offensichtlich genossen hat. Das zeigt die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Hier verbarrikadiert sich niemand in seinem Büro.“

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Unternehmenskultur, so Lara: Es werde nicht nur Wert auf DE&I gelegt, sondern auch umgesetzt.

„Zudem ist die mentale und physische Gesundheit ein Grundanliegen“, fügt sie hinzu. „Wir können uns zum Beispiel jede Woche bis zu zwei Stunden Zeit nehmen, um uns um unser Mental Wellbeing zu kümmern. Einige von uns haben dafür sogar einen zweiwöchentlichen Call aufgesetzt, an dem jeder teilnehmen kann.“

Die Möglichkeit, im ständigen internationalen Austausch zu sein und von den einzelnen Märkten zu lernen, sei großartig – auch wenn sich Calls oder Webinare aufgrund der verschiedenen Zeitzonen gerne mal früh beginnen oder in die Abendstunden ziehen können. All diese Punkte führen die drei zu demselben Fazit: Allison+Partners ist ein Ort, an dem man sich beruflich und persönlich weiterentwickeln und sich wohlfühlen kann.

Alle drei könnten sich vorstellen, langfristig bei A+P zu bleiben. „Unternehmenskultur und Arbeitsklima sind mindestens genauso wichtig wie die Tätigkeiten an sich, und ich denke, in diesem Bereich wäre es schwer, etwas Besseres zu finden“, fasst Lara final zusammen.
31 MARCH 2021 //     

Eat the Frog – Aufgaben richtig priorisieren

In einer Zeit der ständigen Informationsüberflutung kann man sich mit seiner To-Do-Liste schnell verloren fühlen – mal lenkt eine wichtige E-Mail ab, mal führt ein Anruf zu einer neuen Aufgabe. So scheint die Liste einfach kein Ende zu haben. Die wichtigste Frage ist dann: Wie schaffe ich es, mich nicht mehr von meiner Liste kontrollieren zu lassen, sondern sie wieder in den Griff zu bekommen? Das Zauberwort lautet Priorisierung. In diesem Blogpost haben wir unsere Tipps und Tricks gesammelt, die wir nutzen, um unsere Aufgaben zu priorisieren und wieder Herr unserer To-Do‘s zu werden.

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Richten Sie Ihren Fokus richtig aus

Zunächst einmal muss man verstehen, dass jeder seinen natürlichen Tagesrhythmus hat. Dieser ist von Mensch zu Mensch verschieden, läuft aber nach einem ähnlichen Schema ab: Wir haben Zeiten, in denen wir uns besser konzentrieren können und Zeiten, in denen uns das schwerer fällt. Wann Sie persönlich Ihre besten Zeiten haben, hängt auch damit zusammen, ob Sie eher die Nachteule oder der frühe Vogel sind. Kommen Sie morgens leicht aus dem Bett, sind aber dafür abends früher müde, sind Sie logischerweise auch vormittags kreativer. Sind Sie eher ein Langschläfer und kommen erst nachmittags richtig in Schwung, sollten Sie Aufgaben, die viel Konzentration erfordern, später anpacken. Legen Sie sich also bewusst die großen, schwierigen To-Do‘s in diese Fokuszeiten, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass diese Aufgabe auch erfolgreich und mit Leichtigkeit gemeistert wird.

„Ach, kein Thema. Das mache ich nebenbei.“ Kommen Ihnen solche Aussagen bekannt vor – vielleicht auch von Ihnen selbst? Das Problem dabei ist jedoch: Sie machen es nicht nebenbei. Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, maximal vier Aufgaben gleichzeitig auszuführen. Das ist ähnlich wie bei Internet-Browsern. Haben Sie viele Tabs gleichzeitig geöffnet, reagiert Ihr Browser langsamer. Ihr Hirn funktioniert ähnlich. Forscher haben herausgefunden, dass zumeist bereits ein Slot in unserem Arbeitsgedächtnis darauf verwendet wird, aktiv nicht auf unser Handy zu sehen, wenn es in Reichweite liegt. Für alle anderen Aufgaben haben wir somit nur noch drei Slots offen. Aufpoppende E-Mails und Musik im Hintergrund müssen übrigens auch aktiv von unserem Hirn ignoriert werden – schon sind zwei weitere Slots im Arbeitsspeicher belegt.

Vergessen Sie also das Multitasking-Märchen. Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe und machen Sie diese vernünftig zu Ende, bevor Sie mit einer weiteren anfangen. Verlieren Sie dabei aber nicht den Überblick, welche Aufgabe wann abgeben werden muss und welche Sie erst einmal vertagen können.

Mit der ALPEN-Methode Berge überwinden

Auch wenn es so wirken mag, diese Methode ist keine Best Practice fürs Bergsteigen. Mit ihr können Sie in fünf Schritten Ihre Arbeitszeit effizienter gestalten.

Aufgaben aufschreiben: Erstellen Sie eine To-Do-Liste.
Länge abschätzen: In einem zeitlich begrenzten Rahmen arbeiten wir konzentrierter und effektiver.
Pufferzeiten festlegen: Oft geschieht etwas Unvorhergesehenes – und wenn es einfach nur ein längeres Gespräch an der Kaffeemaschine ist. Planen Sie etwas mehr Zeit ein, um genügend Puffer zu haben.
Entscheidungen treffen: Setzen Sie die richtigen Prioritäten und machen das wichtigste zuerst.
Nachkontrollieren: Wie lief Ihr Tag, was können Sie für den nächsten mitnehmen?

Von Fröschen im Weg

Mark Twain sagte einmal: „Iss gleich morgens einen lebenden Frosch und für den Rest des Tages wird dir nichts Schlimmeres widerfahren.“ Ob Sie dafür jetzt unbedingt in einen Delikatessen-Laden laufen und sich mit Fröschen eindecken müssen, darf an dieser Stelle bezweifelt werden. Auf Ihren Arbeitstag übertragen bedeutet es nämlich etwas anderes: Jeder von uns hat Aufgaben, die er oder sie gerne lange vor sich herschiebt. Diese Aufgaben sind meistens lästig und man drückt sich so lange davor, wie es nur geht. Dabei ist das die völlig falsche Herangehensweise. Denken Sie doch nur einmal daran, wie viel Energie Sie verschwenden, diese Aufgabe vor sich her zu schieben. Wenn Sie allein diese Energie nutzen, um die Aufgabe zu erledigen, setzen Sie im Nachhinein noch viel mehr Energie frei – denn schlimmer kann es ja nicht mehr werden.

A – B – C – Papierkorb

Oft sind es gar nicht die unangenehmsten Aufgaben, die uns Energie kosten. Allzu häufig verschwenden wir Zeit mit unwichtigen Aufgaben, die uns von unseren Zielen abhalten. Mit der ABC-Analyse können Sie lernen, Ihre To-Do-Liste richtig zu untergliedern. Das Wichtigste dabei: Behalten Sie immer Ihr Ziel im Blick. Bei der ABC-Analyse stellen Sie sich vor jeder Aufgabe dieselben zwei Fragen: „Ist das wichtig?“ und „Ist es dringend?“. Ob eine Aufgabe wichtig ist oder nicht, entscheidet bereits, ob Sie sich ihr annehmen sollen oder nicht. Ist die Aufgabe wichtig und dringend, sollten Sie sie sofort erledigen (Kategorie A). Ist sie nicht dringend, kann sie getrost zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden (B). Ist eine Aufgabe nicht so wichtig, dafür aber dringend, sollten Sie Ihre Kollegen fragen, ob jemand anderes die Aufgabe übernehmen kann (C). Ist sie weder wichtig noch dringend, sollten Sie die Aufgabe zumindest vorübergehend verwerfen (Papierkorb). Diese Analyse können Sie im Übrigen nach jeder erledigten Aufgabe neu durchführen – vielleicht haben sich ja Prioritäten oder Kapazitäten verschoben?

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Was wir alle mindestens einmal von unseren Müttern gehört haben, kann auch auf die Arbeit übertragen werden. Es soll ja vorkommen, dass es Aufgaben gibt, die einem Spaß machen. Wenn Sie diese jedoch gleich zu Beginn von Ihrer To-Do-Liste streichen, schieben Sie Ihren Frosch nur vor sich her – und Ihr Tag wird immer schlimmer. Sie können also die Frosch-Methode und die ABC-Analyse verbinden. Machen Sie sich zuallererst an die dringendsten und wichtigsten Aufgaben ran. Damit schaffen Sie sich Zeitdruck vom Hals. Essen Sie danach Ihren Frosch, dann kann es nur noch bergauf gehen. Sobald das erledigt ist, können Sie sich auf die Aufgaben stürzen, die nur wenig Zeit in Anspruch nehmen und schnell erledigt werden können. Beantworten Sie einen Anruf oder eine E-Mail und weiter geht’s. Anschließend können Sie die Aufgaben angehen, die Ihnen Freude bereiten. Meistens sind das nämlich die Dinge, die nicht zwangsläufig heute erledigt werden müssen, bei denen Sie sich aber doch freuen würden, wenn sie nicht mehr auf Ihrer Liste stehen. Werfen Sie abschließend noch mal einen Blick auf Ihren Arbeitstag, dann werden Sie voller Stolz feststellen, was Sie alles erreicht haben.

17 MARCH 2021 //     

Wie Weisheit uns zu besseren PR-Profis macht

Wie werden Menschen weise? Und warum ist es ausgerechnet für Kommunikations-Experten so vorteilhaft, nach Weisheit zu streben? Unsere Kollegin Heike Schubert ist diesen Fragen auf den Grund gegangen.WEITERLESEN

Weisheit – was ist das?

Wer kennt sie nicht? Diese Mitmenschen die quasi in jeder Situation den richtigen Ratschlag zur Hand haben? Die nahezu traumwandlerisch durch schwierige Situationen und Zeiten manövrieren? Sie sind in der Lage, uns Dinge sehr viel klarer sehen zu lassen. Sie helfen einem, Strukturen und Einstellungen zu erkennen, sodass man die anstehende Herausforderung nach schlaflosen Nächten im Vorfeld plötzlich klar analysiert anzugehen in der Lage ist. Diese Zeitgenossen sind oft wie Leitplanken im Leben – oder einfach nur weise.

Oft ist ihnen gemein, dass sie über eine gewisse Lebenserfahrung verfügen – das muss sich nicht immer im Alter widerspiegeln, doch sind es meist seniorigere Mitmenschen, denen man das Attribut „weise“ gemeinhin zuspricht. Was nicht bedeutet, dass alle älteren Menschen automatisch weise werden. Denn wer kennt sie nicht, grantelnde, mosernde und sehr engstirnige Mitmenschen, die zwar über eine graue Haarpracht verfügen, denen aber Weisheit so fern ist wie uns der Mond.

Was unterscheidet sie? Und wie können wir Weisheit erlangen, wenn nicht allein durch das Älterwerden?

Die Forschung definiert fünf Schlüsselfaktoren, die zu dem führen, was wir Weisheit nennen. Nur fünf – und Sie werden schnell feststellen, dass alle von ihnen ein integraler Bestandteil der Kommunikationsbranche sind. Judith Glück, Professorin für Entwicklungspsychologie, erläutert sie im Detail in ihrem Buch „Weisheit“.

Neugierde

Sein Leben lang neugierig zu sein, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass man auf dem Weg zu mehr Weisheit ist – das hätte man mir mal als Kind sagen sollen, als meine Eltern mich immer ermahnten, nicht immer so neugierig zu sein.

Von kindlicher Neugierde hin zur Neugierde eines Kommunikationsprofis ist es aus meiner Sicht nicht allzu weit. Sie zeichnet sich deutlich durch Offenheit für Neues aus – vor allem, wenn man auf Agenturseite tätig ist. Neue Kunden, neue Themen, neue Trends, neue Team-Konstellationen und ständig neue Menschen – wenn das keine paradiesischen Umstände für neugierige Menschen sind. Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen verlangen nach einer natürlichen Neugierde für ihre Bereiche und deren Einbettung in das Gesamtbild unserer Gesellschaft. Kommunikatoren müssen zwangsläufig ständig die richtigen Fragen stellen. „Warum? Wie? Wann? Wer?“ sind nur einige davon.

Nur wer diese Fragen immer wieder stellt, kann den Kunden und dessen Branche so verstehen, dass man ihn geschickt durch alle Kommunikationsaufgaben und Herausforderungen manövrieren kann. Es ist also entscheidend, neugierig zu sein – aber auch elementar, nicht voreingenommen zu urteilen.

Ambiguitätstoleranz

Wer von Ambiguitätstoleranz spricht, meint damit, unvoreingenommen zuhören und die Dinge so annehmen zu können, wie sie sind. Aber es geht auch darum, fokussiert und mit erhobenem Kopf weiterzumachen, auch wenn man vielleicht kein klares Bild von der Situation oder – im schlimmsten Fall – keine Ahnung hat, was das Richtige ist. Das ist ein Must-do für weise Menschen – und eine weitere Ressource für Weisheit. Es wird immer Dinge geben, die außerhalb Ihrer Komfortzone und auch außerhalb Ihres Wertekanons geschehen. Leben ist ständige Veränderung und oft ist es nicht einfach, einen klaren Blick auf den richtigen Weg zu behalten.

Welcher PR-Profi kann kein Lied davon singen? Die Fähigkeit, ruhig und fokussiert zu bleiben, Dinge scheinbar leicht zu bewältigen, wenn sie doch eigentlich sehr schwer sind und das Beste aus jedweder Situation zu machen, das macht den Unterschied. Vom Kommunizieren schlecht durchdachter Strategien oder dem Navigieren der Kommunikation in Krisensituationen, in denen Stakeholder nicht mit offenen Karten spielen. Alles schon da gewesen, alles schon erlebt. Es ist jedoch eine Sache, die Notwendigkeit dieser Eigenschaft zu sehen, und ganz klar eine andere, sie aktiv zu leben. Es ist schwer. Aber mit steter Übung und durch Bewusstmachung kann man es schaffen.

Emotionen bewusst steuern

Ambiguitätstoleranz ist wichtig. Es bedeutet aber nicht, dass Sie keine Emotionen oder Gefühle haben dürfen oder nicht für Ihre Werte einstehen sollten. Denn es ist die dritte Säule der Weisheit: die Fähigkeit, Emotionen bewusst zu steuern und zu regulieren.

Emotionen sind zwar wichtig – aber sie neigen dazu, uns von Zeit zu Zeit zu überwältigen und einen kognitiven Ansatz in der Kommunikation oft schwierig zu machen. Die Grundfrage, die man immer als Prüfinstanz stellen kann, lautet: Habe ich ein Gefühl oder hat mich ein Gefühl? Wenn mich ein Gefühl hat, dann sollte man mit der Kommunikation rund um den Emotionen hervorrufenden Sachverhalt wohl lieber noch etwas warten.

Es geht dabei natürlich nicht darum, seine Emotionen abzuschalten, sondern vielmehr darum, sie so zu steuern, dass man unvoreingenommen mit einer Situation umgehen kann.

Es gibt viele verschiedene Methoden, die einem helfen können, Emotionen zu kontrollieren und ein einen klaren Kopf zu bewahren – tief durchatmen, bevor man reagiert, oder eine Nacht über eine herausfordernde Antwort-Mail schlafen, bevor man sie losschickt. Das wirkt wahre Wunder. Die Best Practice für sich selbst zu finden, kann einen kompletten Game Changer für die eigene Karriere darstellen.

Empathie

Die vierte Ressource ließe sich am besten mit dem Wort Einfühlungsvermögen beschreiben – wobei Empathie nicht mit dem Wort Sympathie verwechselt werden darf. Sich in die Situation des Gegenübers hineinzuversetzen hilft, die Perspektive zu Wechseln und die Belastung des Gegenübers zu spüren.

Wer diesen Wechsel in der Kommunikationswelt zu meistern in der Lage ist, schafft eine Basis für vertrauensvolle und authentische Ansätze. Und das kann letztendlich bezogen auf Ihre Zielgruppe den Unterschied zwischen einer erfolgreichen und nicht erfolgreichen Ansprache machen.

Wie kommt meine Kernzielgruppe mit der Pandemie zurecht? Wo liegen die Herausforderungen und Nöte und was würde ihnen das Leben leichter machen? Aus dieser Position heraus lassen sich starke Verbindungen schaffen, die zu geschäftlichem Erfolg führen.

Empathie ist ein Muss für jeden Kommunikationsprofi. Sensibilität, die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen und eine positive, interessierte Einstellung gegenüber anderen unterstützen diese Grundvoraussetzung für Weisheit – ganz besonders für Kommunikationsprofis.

Reflexion

All das wäre nicht komplett, wenn die Fähigkeit zu reflektieren und komplexe Zusammenhänge zu verstehen fehlen würde. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion, durch die man sich selbst ständig hinterfragt, ermöglicht es, größere Zusammenhänge zu erkennen. Überträgt man diese Fähigkeit in die Welt der Kommunikation, so ist Reflexion die Ressource, die einen zum Strategen macht – ein wahrer Game Changer.

Frühzeitig zu verstehen, dass ein Shutdown ganzer Gesellschaften spezifische Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen, auf wirtschaftliche Prozesse und politische Entscheidungen hat, kann Ihnen einen Vorsprung bei der Entwicklung des richtigen Kommunikationsansatzes verschaffen.

Als Beispiel lässt sich hier die Kampagne der US-amerikanischen Biermarke Budweiser zum diesjährigen Superbowl heranziehen: Zum ersten Mal seit vielen Jahren verzichtete das Unternehmen auf einen Videospot und entschied sich stattdessen dafür, die Impfkampagne aktiv zu unterstützen. Mit dieser Aktion setzte das Unternehmen ein Zeichen, das im Endeffekt sogar in der Lage ist, Leben zu retten.

Diese fünf Schlüsselfaktoren sollte jeder Kommunikationsprofi in seiner alltäglichen Arbeit verankern und zu einer Grundlage des eigenen kreativen und strategischen Denkens sowie zum Kern zwischenmenschlicher Beziehungen machen. Nur so können Sie in Ihrer Rolle wirklich brillieren. Sie könnten damit zudem die Basis für ein achtsameres, inklusiveres und verständnisvolleres Miteinander schaffen, was definitiv auch ein Gewinn für die Menschen um Sie herum ist.

Für mehr Informationen zum Thema Wissenschaft der Weisheit, einfach hier klicken: https://evidencebasedwisdom.com/wisdom-profiles-judith-gluck/

11 MARCH 2021 //     

Zusammenarbeit auf Distanz - Geografische Entfernungen in einer globalen Belegschaft überbrücken

Ein Projekt mit Teamkolleginnen und -kollegen über Zoom koordinieren, den virtuellen Kontakt zu Kundinnen und Kunden halten, neue Geschäftsbeziehungen ohne persönliches Kennenlernen aufbauen – mit der Pandemie hat sich für viele die Arbeitsstruktur grundlegend verändert. Doch für uns als globale Marketing- und Kommunikationsagentur gehört die virtuelle Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg und das Überbrücken von geografischen Entfernungen zum beruflichen Alltag.

Fragt man unsere Kolleginnen und Kollegen nach den Aspekten, die ihnen an unserer Arbeit am besten gefallen, antworten viele, dass es vor allem die Internationalität unserer Agentur ist, die ihnen besondere Freude bereitet. Jede und jeder von uns hat – entweder bei der Kunden- oder der internen Agenturarbeit – mit Kollegen in anderen Büros weltweit zu tun. Einige konnten vor der Pandemie noch persönliche Kontakte knüpfen, andere kennen sich nur virtuell – die Zusammenarbeit funktioniert trotzdem, denn Allison+Partners mit seinen beinahe 30 Büros auf vier Kontinenten legt großen Wert auf eine kollaborative globale Zusammenarbeit, ungeachtet der Entfernungen.

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Egal, ob ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin aus New York, Phoenix, London, Singapur oder Mumbai kommt: Wenn er oder sie ein A+P- Büro an einem anderen Standort betritt, sollte sofort das Gefühl eintreten, im eigenen Büro unter Kollegen zu sein, mit denen man jeden Tag arbeitet.

Mit all der modernen Technologie, die uns zur Verfügung steht, ist dies theoretisch eine leichte Aufgabe. Viele von uns wissen allerdings nur zu gut, wie schwer es sein kann, neue Technologien zu übernehmen oder einen wirklichen Mehrwert daraus zu ziehen. Wir nutzen schließlich bereits eine ganze Reihe davon. Wie viele von uns können denn noch die Anzahl der Kommunikationsplattformen, auf denen sie unterwegs sind, an einer Hand abzählen?

Mit der COVID-19-Pandemie hat sich die Bedeutung von moderner Technologie noch einmal grundlegend geändert und uns dazu gebracht, ihr gegenüber offener zu sein. Dadurch haben sich auch Kommunikation und Zusammenarbeit drastisch verändert.

Welche drei Schlüsselelemente und Lektionen für die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg lassen sich im Jahr 2021 daraus ziehen?

Ausgiebige Kommunikation und aktives Zuhören

In der Öffentlichkeitsarbeit wird der Satz "Kommunikation ist das A und O" sehr oft verwendet. Das mag sein, aber wie effektiv ist Kommunikation, wenn die Bedeutung hinter dem Gesagten nicht verstanden wird? Wer in globalen Teams arbeitet, muss nicht nur die geografische, sondern auch die kulturelle Kluft überbrücken.

Der erste Schritt ist es, nichts als gegeben vorauszusetzen. Das setzt die Fähigkeit voraus, Abstand zu den eigenen Vorurteilen zu gewinnen und sich in die Lage der anderen zu versetzen, um deren Position zu verstehen. Kommunikation ist das Mittel, mit dem wir menschliches Verhalten ausdrücken. Wer sich auf die Nuancen des menschlichen Verhaltens und die Beweggründe dahinter einstellt, beginnt den Zweck dieser Kommunikation zu verstehen – sowohl verbal als auch nonverbal.

Als zweites sollte dem Gegenüber immer durch nonverbales Verhalten sowie reflektierte Äußerungen und Fragen das Gefühl des aktiven Zuhörens vermittelt werden. Im persönlichen Gespräch bedeutet dies beispielsweise, dass der Laptop geschlossen und das Telefon weggelegt wird. Virtuell bedeutet es, dass andere Apps geschlossen sein sollten und die volle Aufmerksamkeit auf das anstehende Meeting gerichtet ist – kein Multitasking! Um die nonverbale Kommunikation zu erleichtern, lassen Sie die Kamera bei Video-Anrufen eingeschaltet, sodass Sie und Ihr Gegenüber Blickkontakt halten können.

Drittens: Beschreiben Sie genau, worauf Sie hinauswollen – und wählen sie für diesen Zweck das richtige Kommunikationsmedium. Stellen Sie sicher, dass es für die Person, die Aufgabe und den jeweiligen Bedarf am besten geeignet ist. Das kann eine E-Mail, ein Chat, ein Telefon- oder Videoanruf oder sogar eine Sprachnotiz sein. Da es nicht mehr möglich ist, mal eben bei jemandem am Schreibtisch vorbeizuschauen, muss überlegt werden, wie Bedürfnisse am besten kommuniziert werden können.

Das Teamgefühl stärken und Zusammenarbeit fördern

Die COVID-19-Beschränkungen haben dazu geführt, dass viele Menschen längerfristig von zu Hause aus arbeiten. Das zwingt dazu, den eigenen Remote-Arbeitsstil zu überdenken – was wiederum dem team- und büroübergreifenden Arbeiten zugutekommen kann.

Um bessere Zusammenarbeit zu fördern, sollte man sich darum bemühen, das Team wirklich kennenzulernen. Damit sich alle gehört und gesehen fühlen, sollte jeder und jede aktiv nach Beiträgen und Ansichten gefragt werden. Dabei ist es wichtig, offen für Meinungen und Vorschläge zu bleiben.

Globale Teams können sich über mehrere Länder erstrecken und verschiedenste kulturelle Hintergründe haben. Daher ist es wichtig, eine kollaborative Arbeitsumgebung zu schaffen, in der lokale Expertise und strategisches Verständnis für den jeweils eigenen Markt geschätzt werden. Einzel- und Gruppengespräche können zusätzlich das Gefühl von Zusammenhalt im Team fördern.

Auch mit einfachen Gesten können Sie zeigen, dass Sie Ihr Gegenüber aus einem anderen Büro wertschätzen. Kommen Sie Ihren Kollegen und Kolleginnen in anderen Zeitzonen entgegen und legen Sie beispielsweise Video-Termine so, dass alle gut daran teilnehmen können.

Ein Gleichgewicht finden

Unternehmen müssen die Herausforderung lösen, ihre Mitarbeiter in dieser neuen Arbeitsumgebung zu unterstützen und zu führen. Dabei müssen sie ein Gleichgewicht zwischen sich ständig ändernden Richtlinien und zwischenmenschlicher Feinfühligkeit finden.

Jetzt, da Technologie uns näher zusammenbringt, weicht die Idee einer strikt getrennten Work-Life-Balance einem Konzept, in dem Arbeit und Privat immer mehr verschmelzen. Dabei muss jedoch auf die Grenzen unserer Kollegen und Kolleginnen geachtet werden und darauf, wie sie ihren Tagesablauf an die aktuellen Bedingungen des Homeoffice angepasst haben. Nicht außer Acht gelassen werden sollte auch die zusätzliche psychische Belastung, die durch den Lockdown, den Umgang mit einem kranken Familienmitglied oder möglicherweise durch die eigene Erkrankung entstehen kann.

Einfühlungsvermögen zu zeigen, indem man sich mitfühlend und unterstützend verhält, ist hier wahrscheinlich der wichtigste Ansatzpunkt. Dr. Brené Brown erklärt dies recht gut in einer kurzen Animation von The RSA, in der sie über den Unterschied zwischen Sympathie und Empathie spricht. Um wirklich empathisch zu sein, so ihre Argumentation, muss man verletzlich sein und zulassen, den Kummer des Gegenübers wie den eigenen zu spüren.

Darum ist teamübergreifende Zusammenarbeit so wichtig

Die PR- und Marketinglandschaft ist im ständigen Wandel, selbst wenn wir uns nicht gerade inmitten einer Pandemie befinden. Wenn man die aus der Pandemie resultierende Ungewissheit mitberücksichtigt, ist die Veränderung in der Branche so groß wie noch nie. Das Arbeiten aus der Ferne hat die Wichtigkeit globalen Denkens und globaler Kampagnen verdeutlicht – und gezeigt, wie wertvoll es ist, sich auf globale Teams verlassen zu können, die vielfältige Erfahrungen und lokales Fachwissen mitbringen.

2021 sollten wir uns deshalb immer vor Augen halten, dass beständiger Austausch und ununterbrochenes Lernen nicht auf der Strecke bleiben müssen, wenn wir von zu Hause aus arbeiten. Zum Wissensaustausch können beispielsweise Content-Hubs mit Trainings zur beruflichen Entwicklung, Podcasts, Newsletter usw. genutzt werden. Die globale Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen trägt dazu bei, andere Sichtweisen und Arbeitsweisen kennenzulernen, und ist daher genauso wertvoll wie ausreichende Pausen einzulegen, um Burnout zu vermeiden.

Internationale Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Nicht jede Art der Kommunikation und nicht jeder Arbeitsstil passt für alle Teammitglieder gleich gut – das gilt besonders für die Arbeit in einem globalen Team. Wenn Unternehmen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über Grenzen hinweg einen kollaborativen Ansatz für Kommunikation und Innovation verfolgen, werden sie letztendlich eine produktivere und offenere Kommunikationslinie haben – was den Erfolg des gesamten Unternehmens beeinflusst.

3 MARCH 2021 //     

Podcast: Lokalisierung von Texten - Die Qual der Wortwahl

Wenn es darum geht, internationale Kampagnen durchzuführen, ist es wichtig, Texte zu lokalisieren, statt nur zu übersetzen. Vom digitalen Marketing über Print-Anzeigen bis hin zur einfachen Pressemitteilung – eine einfache Übersetzung ohne Lokalisierung reicht in der Regel nicht aus. Aber wie können Unternehmen und Agenturen ihre europäischen und globalen Kampagnen erfolgreich gestalten, wenn die Liste an kulturellen Unterschieden, die es zu berücksichtigen gilt, endlos erscheint?

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Diese Frage beantwortet unser Londoner Kollege Andrew Rogers gemeinsam mit einem internationalen Expertengremium aus den A+P-Büros in London und München. Gina Mossey, Sophie Königsberger, Jess Docherty und Dan Whitney sprechen mit Andrew über die Besonderheiten bei der Durchführung von Multimarkt- und internationalen Kampagnen.


Jetzt reinhören: Localisation: Speaking the right language
18 FEBRUARY 2021 //     

Podcast: Return on Investment veranschaulichen durch passende Kennzahlen und richtiges Messen

Die Kampagnenplanung für 2021 ist in vollem Gange. Deshalb richten PR-Teams ihre Aufmerksamkeit auf das häufig übersehene aber äußerst wichtige Thema Return on Investment und Ergebnismessung. Gerade aufgrund der finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie werden viele Etats gekürzt. Den Mehrwert von guten PR-Kampagnen nachweisen zu können, war also noch nie so wichtig wie jetzt.WEITERLESEN
Unsere Kollegen von Allison+Partners in London – Andrew Rogers, Dan Whitney und Gina Mossey – sprechen in dieser Podcast-Folge über die größten Herausforderungen, denen sich PR-Teams stellen müssen, wenn sie den Mehrwert ihrer PR-Kampagnen darstellen möchten. Sie vergleichen die Arten der Messung und Kennzahlen in der Kommunikationsbranche aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und zeigen auf, wie man den Return on Investment damit veranschaulichen kann.

Jetzt reinhören: Return on Investment: Measurement and metrics
5 FEBRUARY 2021 //     

Ein diverses und integratives Miteinander am Arbeitsplatz: So funktioniert es bei Allison+Partners

Wer die Geschichtsbücher in der Zukunft aufschlagen wird – egal, wo auf dieser Welt – wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ausführliches Kapitel über das Jahr 2020 darin finden. Das unfassbare Ausmaß an Entbehrungen und Herausforderungen für die geistigen, körperlichen und sozialen Aspekte unseres Lebens war bis dato eigentlich außerhalb jeglichen Vorstellungsvermögens – und 2021 schreibt aktuell fort, was 2020 begann. Doch bei all den Umbrüchen, der erzwungenen Distanz und auch dem Leid, das diese Zeit prägt, dürfen wir nicht übersehen, dass in jeder schwierigen Phase auch eine Quelle für Positives liegt. Ein Ausgangspunkt, der eine Chance in sich trägt, sich weiterzuentwickeln und das Leben der kommenden Generationen zu verbessern.

Und so eine Chance ist der aktuelle Diskurs um soziale Gerechtigkeit. Birgt er doch die Möglichkeit in sich, einen echten, dauerhaften Wandel zum Guten herbeizuführen.

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Bricht man den Diskurs auf die Gesellschaft herunter, so sind vor allem auch die Unternehmen gefragt, hier nun aktiv zu werden. Es geht darum, Organisationen aufzubauen, in denen sich Menschen jedweden Hintergrunds in der Lage fühlen, sich voll und ganz einzubringen; in denen sie sich ohne Wenn und Aber angenommen fühlen und in denen ihr Vorankommen nur von der eigenen Leistung abhängt. Das Ergebnis ist nicht nur auf gesellschaftlicher Ebene ein erstrebenswertes. Auch für die Unternehmensziele zahlt sich das Engagement rund um Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DE&I) aus. Laut McKinsey sind ethnisch vielfältige Unternehmen mit 36 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit profitabler als die Konkurrenz.

Was so einfach klingt bedarf in der Realität jedoch nach wie vor einer großen Anstrengung. Der German Diversity Monitor 2020 der Initiative BeyondGenderAgenda aus dem Frühjahr 2020 mahnte beispielsweise eindringlich: Im Durchschnitt haben nur etwa 15 Prozent der Vorstandsmitglieder in den analysierten DAX 30-, MDAX- und SDAX-Unternehmen Wurzeln außerhalb der DACH-Region. Dennoch gaben 40 Prozent der Befragten an, dass mehr Diversität im Führungsgremium aus ihrer Sicht nicht notwendig sei.

Die tragischen Ereignisse rund um den Tod von George Floyd, Breonna Taylor, Ahmaud Arbery und so vielen anderen, die den Anstoß für das globale Wachstum der Black-Lives-Matter-Bewegung gaben, nahmen wir zum Anlass, in unseren Büros bei Allison+Partners über die Geschehnisse zu diskutieren und das Thema Vorurteile, wie es sich zum Beispiel auch hier in Deutschland zeigt, näher zu beleuchten. Wir analysierten die Vorkommnisse, reflektierten die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe und teilten so viele Informationen, Erkenntnisse und persönliche Erfahrungen wie möglich. Es entstand eine ganz neue Diskussions- und Reflexionskultur, die zur Erkenntnis führte: Identität ist sehr persönlich, intersektional und nuanciert. Die Probleme mit und durch Vorurteile sind zahlreich und betreffen uns auf so vielen Ebenen. Da gibt es nur eines: handeln!

Unser agenturweiter Diskurs führte zur Identifizierung der wichtigsten Herausforderungen, die wir agenturintern angehen müssen, um Vielfalt und Inklusion in unserem Unternehmen wirklich realisieren zu können. Um diese Mission zu erfüllen, haben wir begonnen, die folgenden Aspekte unseres Arbeitsalltags zu untersuchen:

Wie wir kommunizieren:

Wir entwickeln agenturweit eine klare Vorstellung davon, wie wir intern kommunizieren. Dabei steht im Mittelpunkt, die Identität unserer Mitarbeiter zu respektieren und zu stärken. Wir führen regelmäßige, tiefgehende Gespräche, erkunden die Themen, die uns bereichern, und stärken unsere beruflichen Beziehungen. Das reicht von regelmäßigen Diskussionsgruppen und dem Austausch mit externen Referenten bis hin zu wöchentlichen Newslettern und dem persönlichen Austausch. Wir arbeiten zudem daran, global unsere externe Kommunikation zu verbessern, um unseren Agenturansatz für DE+I klar zu vermitteln.

Wir werden repräsentativer:

Unsere Agentur hat ihren Ausschreibungs- und Bewerbungsprozess überarbeitet, um sicherzustellen, dass wir aus einer größeren Vielfalt von Bewerbern auswählen können. Außerdem haben wir unser Onboarding-Programm aktualisiert, damit sich alle neuen Mitarbeiter angesprochen fühlen, sich voll und ganz in die Arbeit einzubringen. Wir bauen unsere Karriereprogramme aus, um die Führungskräfte von morgen auf eine möglichst weite Reise in unserem Unternehmen vorzubereiten.

Aufbau eines Ökosystems von gleichgesinnten Partnern:

Agenturweit arbeiten wir daran, langfristige Partnerschaften mit gleichgesinnten Organisationen und Institutionen zu entwickeln, die sich für Vielfalt und Inklusion einsetzen. Das klare Ziel auch hier: die Diversität in der PR-Branche langfristig zu steigern. Die individuelle Unterstützung neuer Talente im Kleinen ist hier ebenso essenzieller Teil unseres Engagements wie die des kulturellen und sozialen Wandels im Großen.

Entwicklung von Beratungskompetenzen für unsere Kunden:

Auf globaler Ebene entwickeln wir Fähigkeiten, Tools und Daten und sammeln und analysieren Einsichten, um ein Fundament für unsere Kunden und unsere Arbeit in diesem Bereich zu schaffen. So stellen wir sicher, dass wir die höchste Messlatte für Vielfalt ansetzen. Das beinhaltet die Arbeit unseres branchenführenden Research- und Analyseteams sowie unser neues kreatives Prüfungsgremium in den USA und Europa, das Ideen und Content bewertet, um sicherzustellen, dass unsere Arbeit so vielfältig und inklusiv wie möglich ist.

Unsere bisherige Arbeit stimmt uns sehr zuversichtlich. Wir sind auf dem richtigen Weg, auch wenn noch einiges an Wegstrecke vor uns liegt. Als Gruppe von Marketing- und Kommunikationsexperten setzen wir uns für echte Veränderungen in unserer Organisation ein. Und für eine Zukunft, in der ein vielfältiger und inklusiver Arbeitsplatz die Regel und nicht die Ausnahme ist.

25 NOVEMBER 2020 //     

Journalistisches Arbeiten in der Pandemie

Zwischen Home-Office, Kurzarbeit und Online-Messen hatten Journalisten in den letzten Monaten einiges zu tun, um ihren Betrieb aufrecht zu erhalten und dennoch pünktlich ihre Ausgaben in den Druck zu bringen. Wir haben uns einmal umgehört, wie die Fachjournalisten in Deutschland die Covid-19-Pandemie und die damit einhergehenden Veränderungen in ihrem Arbeitsalltag erlebt haben.

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Home-Office ist die neue Normalität

Für die meisten Journalisten bedeutete die Pandemie ein unerwartet schneller Wechsel in das Home-Office. Auch wenn dies erst einmal ein organisatorisches Neuorientieren erforderte, war die Umstellung für die meisten Journalisten kein großes Hindernis.

Viele von ihnen waren es ohnehin bereits gewohnt, teilweise aus der Ferne zu arbeiten und das technische Set-Up wie etwa ein VPN-Zugang dafür bereits vorhanden oder leicht hinzuzufügen. Gerade für freie Journalisten, gab es kaum Umstellungen in dieser Zeit. Tatsächlich kann das Home-Office ein idealer Ort sein, um sich zurückzuziehen und ganz fokussiert und unterbrechungsfrei an einem Text zu arbeiten – etwas, das in einem Büro oft nicht so leicht zu schaffen ist.

Auf der anderen Seite ist ein Magazin, eine Zeitung oder eine Online-Publikation immer ein Gemeinschaftswerk und bedarf guter Teamarbeit. Funktionierende und effiziente Prozesse einzuführen, in denen ein Team auch über Distanz exzellent zusammenarbeiten kann, ist nicht so selbstverständlich wie es auf den ersten Blick scheint.

Gerade wenn man Aufgaben im Blick behalten, die Fertigstellung von Texten kontrollieren oder einfach nur die Stimmung im Team abgreifen möchte, braucht man mehr als nur ein Trello-Board oder einen Teams-Kanal. Es geht darum, eine neue Kultur zu schaffen, um die Umstellung von Präsenzarbeit im Büro auf Remote-Arbeit über digitale Kanäle auch in der Art und Weise des Zusammenarbeitens zu vollziehen. Ob das SCRUM-inspirierte tägliche Stand-Up-Meetings sind oder gemeinsame Video-Chat-Mittagspausen. Hier experimentieren Redaktionen noch genauso wie andere Teams und Unternehmen auch.

Neue Prozesse und Zeit, Grundsätzliches zu überdenken

Remote Work bringt neue Modelle des Arbeitens mit sich: flexiblere Zeiteinteilung, mehr Kommunikation über digitale Kanäle und mehr Selbstständigkeit. Journalisten haben gemerkt, dass manche Neuerungen sogar besser funktionieren als mit traditionellen Arbeitsweisen – zum Beispiel die Besprechung von Layouts über einen geteilten Bildschirm im Video-Chat.

Andreas Frank ist freier Journalist für eine Reihe von Tech-Publikationen und arbeitet seit mehr als zwei Jahren von Portugal aus. Für ihn hat sich in der Pandemie kaum etwas bei der Zusammenarbeit mit seinen Auftraggebern geändert. Er sieht die Chance, dass das Experiment Home-Office im großen Stil mehr Offenheit und Flexibilität in Bezug auf Remote-Work mit sich bringt: „Ich hoffe, dass Hersteller und Agenturen durch die Pandemie erkennen, dass die Arbeit im Home-Office und zum Teil auch im Ausland mehr zur Normalität werden wird und dass sie sie mehr unterstützen.“

Manche Redaktionen haben die Zeit des Lockdowns sogar dazu genutzt, um noch einmal einen Schritt zurückzutreten und geplante Veränderungen zügiger umzusetzen. „Bei MM Maschinenmarkt arbeiten wir schon länger an einer Neuausrichtung des gesamten Magazins. Die Zeit des Lockdowns haben wir genutzt, um dieses aufwendige Projekt konzentrierter umzusetzen – mit neu konzipierten Fokusthemen, einer höheren journalistischen Qualität und einer noch stärkeren Konzentration auf den Nutzwert für unsere Leser,“ berichtet die Redakteurin Stefanie Michel vom Wandel in ihrer Redaktion.

Menschlichkeit über Digitale Kanäle? Ein Experiment

Doch obwohl die Redaktionen die Umstellung gut gemeistert haben, gibt es doch etwas, das allen fehlt: der ungezwungene und persönliche Austausch auf einer menschlichen Ebene. Das persönliche Gespräch mit Herstellern und Experten ist in den meisten Fällen mehr als nur ein reiner Austausch von Fakten. Man kommuniziert auf vielen Ebenen und kommt leichter in ein Gespräch, das über Produktdetails hinausgeht.

Diese menschliche Komponente ist auch ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Branchenevents wie Messen oder Tagungen. Ein gemeinsames Mittagessen oder ein kurzer Austausch vor bzw. nach einer Session mit Sprechern, Experten von Unternehmen oder auch Journalistenkollegen ist meist ebenso viel – wenn nicht mehr – wert als das offizielle Programm. Doch Networking um digitale Events herum, etwa Twitter-Streams, Kommentarspalten oder Foren, bietet nicht dieselbe Erfahrung wie ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

„Vieles lässt sich online und digital abbilden – menschliche Nähe und der direkte Kontakt sind aber durch nichts zu ersetzen“, fasst es Timo Schurwanz, Redakteur bei der Computer Bild, passend zusammen.

Raum für neue Formate und Ideen

Nichtsdestotrotz sind digitale Events bis auf Weiteres die beste Möglichkeit, Informationen auf direktem Weg auszutauschen und „von Angesicht zu Angesicht“ zu sprechen. Verlagshäuser und Publikationen bieten mittlerweile eine Vielzahl an Möglichkeiten in diesem Bereich an: vom Webinar über Round Tables bis hin zu virtuellen Messen und Tagungen. Neue Technik macht es möglich – aber auch die Offenheit der Redaktionen, neue Wege zu gehen und alternative Formen des Zusammenkommens auszuprobieren. Und das Wagnis zahlt sich aus. Viele Unternehmen nutzen bereits die Möglichkeit, durch virtuelle Events auf ihre Zielgruppe zuzugehen.

Heißt das, dass der Print-Bereich durch die Pandemie an Relevanz verliert und zurückgehen wird, wie wir es bereits in anderen Ländern wie UK oder USA gesehen haben? Hier sind sich die Journalisten einig: Print ist weiterhin wichtig und gefragt. Nach wie vor ist die Druckpublikation ein wesentlicher Kern ihrer Arbeit und dies wird auch über die Pandemie hinweg weitergetragen.

6 NOVEMBER 2020 //     

Wie gelingt ein erfolgreicher Einstieg in Analyst Relations?

Von Ali Donzanti

„Wir planen eine Pressemitteilung. Könnt ihr damit auch die Analysten angehen?“

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Kunde ein solches Anliegen hat. Aber Analyst Relations (AR) mit Media Relations in einen Topf zu werfen, ist ein häufiger Fehler, den man vermeiden sollte.

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Zwar fallen AR- und PR-Programme oft beide in den Bereich „Kommunikation", doch unterscheiden sie sich im strategischen Wert, den sie einem Unternehmen bieten. Deshalb ist es erforderlich, die Entwicklung des jeweiligen Programms unterschiedlich anzugehen. Analyst Relations können, wenn sie richtig gehandhabt werden, eine enorme Wirkung erzielen: Sie können über Geschäftsabschlüsse entscheiden, sind oft die treibende Kraft hinter den Kulissen für den Erfolg vieler Produkte sowie Lösungen und können sogar den Wandel einer ganzen Branche bewirken.

Ein Analyst-Relations-Programm aufsetzen

Industrieanalysten (nicht zu verwechseln mit Finanzanalysten) betreiben Marktforschung, um aufkommende Geschäftstrends, Unternehmensangebote sowie Probleme und Anforderungen der Kunden zu verstehen. Es ist ihre Aufgabe, ein tiefes Verständnis des Marktes zu entwickeln, über den sie berichten.

Analysten übernehmen eine herausfordernde Aufgabe und führen ihre Recherchen auf verschiedene Weise durch. Ihr Arbeitsalltag besteht aus Gesprächen mit Kunden, die nach Lösungsvorschlägen fragen und/oder ihre Herausforderungen diskutieren wollen, aus Gesprächen mit Anbietern über geplante Lösungen und aus Recherchearbeit. Häufig führen sie Umfragen durch, um Reports zu entwickeln und manchmal testen sie die Leistungsfähigkeit von Lösungen.

Sie haben wahrscheinlich schon von Gartner Magic Quadrants und Forrester Waves gehört. Diese Analystenreports vergleichen die Stärken und Schwächen einer Lösung auf einem bestimmten Markt auf der Grundlage der propagierten Unternehmensvision und Umsetzungsfähigkeit des Anbieters. Was viele nicht wissen: Es dauert Monate, diese umfassenden Reports zu recherchieren und zu entwickeln, und der Aufbau langfristiger Beziehungen zwischen dem Analysten und einem Anbieter ist ein wesentliches Element.

Um ein erfolgreiches AR-Programm aufzubauen, müssen wir näher auf die Analysten, die Inhalte und das Timing eingehen.

Die wichtigen Analysten identifizieren

Es ist entscheidend, die richtigen Analysten zu finden, die nicht nur Ihren Marktsektor abdecken, sondern auch Einfluss in Ihrer Branche haben. Viele der großen Firmen, wie Gartner, Forrester und IDC, haben Gewicht aufgrund ihres Rufs. Aber je nach Branche könnte eine spezialisierte kleinere Analystenfirma mehr Einfluss in Ihrem Markt haben und letztendlich direkt mit den Kunden sprechen, die Sie erreichen möchten.

Den richtigen Content präsentieren

Hier herrscht oft Verwirrung im Hinblick auf die Zielgruppen Analysten und Journalisten. Während Analysten sich für faktenbasierte Informationen in einem längerfristigen Kontext interessieren, legen Journalisten den Fokus auf aktuelle Inhalte mit News-Wert. Analysten wollen die Details zu neuen Lösungen: Wie funktionieren sie? Wie werden sie umgesetzt und wie hoch ist die Marktakzeptanz?

Das richtige Format für den Content

Je nach Art der Information, die Sie einem Analysten liefern wollen, sollten Sie verschiedene Formate in Betracht ziehen, z.B. ein Analystenbriefing (Informationsfluss vom Anbieter zum Analysten) oder einen „Analysten-Flash“ (ähnlich einer Pressemitteilung, aber ohne Marketing-Inhalte). Wenn Sie ein Abonnement bei einer Analystenfirma haben und Fragen stellen, um Analysten-Feedback und Einblicke zu erhalten, kann dies in Form einer Anfrage erfolgen (Informationsfluss vom Analysten zum Anbieter).

Sprecher auswählen

Sie brauchen einen Fachexperten, der über die Details und die Orchestrierung hinter einer Lösung sprechen kann und der die Frage nach der Zielsetzung beantwortet. Dies sind möglicherweise nicht dieselben Personen, die Sie für Medieninterviews einsetzen. Hier bietet sich die perfekte Gelegenheit für Ihre Experten, Beziehungen zu Ihren wichtigsten Marktanalysten aufzubauen. Eine Möglichkeit besteht darin, bestimmte „Paare" von Analysten und Experten zu benennen, um sicherzustellen, dass Sie Beziehungen aufbauen, die gepflegt werden können.

Das richtige Timing entscheidet

Dies ist ein weiterer Bereich, in dem wir Verwirrung zwischen PR und AR beobachten. Der Unterschied: Journalisten erhalten das Endprodukt, während Analysten – wenn sie richtig konsultiert werden – dieses Endprodukt mitgestalten können. Unternehmen, die den Mehrwert von Analysen verstehen, beziehen Analysten in frühe Phasen der Lösungsentwicklung mit ein. Dies unterstützt sie dabei, robuste Lösungen zu produzieren. Außerdem sind sie in einer starken Position, um in wichtige Reports aufgenommen zu werden, die (potenzielle) Kunden vor dem Kauf zur Entscheidungsfindung heranziehen.

Der Aufbau und die Etablierung eines starken AR-Programms erfordert Zeit und, wie vermutet, Recherche in großem Umfang. Dies sind die Grundlagen, um zu verstehen, wie man an ein AR-Programm herangeht. Kommende Blogs werden sich damit befassen, wie Sie AR in anderen Bereichen Ihres Unternehmens einsetzen können und worin der wahre Wert professioneller Analyst Relations für Unternehmen liegt.

26 OCTOBER 2020 //     

Von der Selbstreflektion zur Erkenntnis: Humanisierung der Kommunikation im internationalen Umfeld

Viele große B2B-Unternehmen kommunizieren über Ländergrenzen hinweg. Dadurch wird auch in der Ansprache von Geschäftskunden ein immer persönlicherer und menschlicherer Ansatz nötig. Doch empathische Kommunikation kann man nicht einfach von einer Sprache oder einem Kulturkreis in einen anderen übersetzen. Es gibt kulturelle Eigenheiten und ungeschriebene Gesetze, die über Erfolg oder Misserfolg in der Ansprache entscheiden. General Manager Heike Schubert, Allison+Partners in München, erklärt in diesem Blog-Post die Notwendigkeit von interkultureller Handlungskompetenz im internationalen Marketing.

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Kommunikation wird menschlicher – auch im B2B-Bereich

Wie eine Studie von Allison+Partners aus dem Frühjahr 2020 aufzeigt, sieht eine große Mehrheit der Marketingexperten sowohl in Deutschland (82%) als auch in UK (97%) die Notwendigkeit, die Kommunikation im B2B-Umfeld menschlicher zu gestalten.

Das Ziel ist weniger philanthropisch als es den Anschein hat: Es geht um die Steigerung des Umsatzes (68% der Befragten in Deutschland gaben dies als wichtigsten Punkt an) und die Stärkung der Kundenbindung (55% in Deutschland). Was auf den ersten Blick so einfach klingt, ist bei genauerer Betrachtung ein höchst komplexes Vorhaben, wenn es sich um internationale Kampagnen handelt. Mehr denn je gilt hier: one size definitely doesn’t fit all.

Menschlich kommunizieren – mit interkultureller Kompetenz

Wir alle lernen, beziehungsweise sollten gelernt haben, uns nicht von Stereotypen leiten zu lassen. Das ist vor allem in einer stark globalisierten Welt mit grenzüberschreitenden Handelsströmen und internationalen Teams wichtig und ethisch richtig. „International“ bedeutet jedoch immer auch „interkulturell“ und verlangt folgerichtig, dass ein gutes Grundverständnis der jeweils anderen Kultur besteht.

Für eine Kommunikation, die Menschen mit Empathie anspricht, heißt dies, dass man als Marketingexperte zuerst einmal akzeptieren muss, dass Zielpersonen oder Zielgruppen durch das kulturelle Umfeld, in dem sie aufgewachsen sind, gegebenenfalls im Bezug auf vermeintlich allgemeingültige gesellschaftliche Parameter andere Erwartungen beziehungsweise Sichtweisen mit sich bringen.

Die Sozialpsychologie definiert diese Arten des Denkens, Wahrnehmens, Wertens und Handelns als Kulturstandards[1] oder Kulturdimensionen[2]. Sie geben quasi den Rahmen vor, in dem sich jeder von uns bewegt. Und das Erkennen der eigenen kulturellen Prägung ist unerlässlich, um dann im zweiten Schritt die Kulturstandards anderer Länder zu dechiffrieren und dann im internationalen Kontext entsprechend zu agieren und zu reagieren.

Kulturstandards in Deutschland

Folgende Kulturstandards konnten in der Forschung über die unterschiedlichsten Kulturen hinweg für Deutsche identifiziert werden:

  • Sachorientierung (vs. Personenorientierung)
  • Regelorientierung (Wertschätzung von Strukturen und Regeln vs. Improvisation und Unsicherheit)
  • Direktheit/Wahrhaftigkeit (vs. Indirekter Kommunikationsstil)
  • Interpersonale Distanzdifferenzierung (vs. Interpersonale Direktheit)
  • Internalisierte Kontrolle (vs. Emotionalität)
  • Zeitplanung (vs. „sich treiben lassen“)
  • Trennung von Persönlichkeits- und Lebensbereich (vs. Verschmelzung von Persönlichkeits- und Lebensbereich)

Und? Erkennen Sie sich in einem dieser sieben Kulturstandards wieder? Jeden dieser Standards kann man sich als eine Art Skala denken, auf der man jede Kultur zwischen zwei Extrempunkten einordnen kann. Was soll ich sagen? In Punkto Sach- und Regelorientierung und beim Thema Zeitplanung sind wir Deutschen sozusagen ganz oben auf dieser Skala zu finden.

So wirken sich Kulturstandards auf Kommunikation & Marketing aus

Was bedeutet dies für die Kommunikation und das Marketing im Bereich B2B? Nun, es kann nicht bedeuten, dass man bei aller menschlich empathischen Kommunikation in Deutschland vergisst, dass das Gegenüber von einem sachorientierten Hintergrund her gesehen werden muss. Auch wenn eine persönliche Ansprache und Fokussierung immer wichtiger wird, benötigen Menschen dennoch die notwendigen Informationen, um sich entsprechend abgeholt zu fühlen.

Die in Deutschland vorwiegende Präferenz der direkten und wahrhaftigen Kommunikation setzt der menschlichen Ansprache zudem einen klaren Rahmen. Das „um den heißen Brei“-Herumreden und Lavieren ist für Zielgruppen und Zielpersonen in diesem Lande einfach nicht fundiert genug und wird bei aller „von Mensch zu Mensch“-Ansprache von den meisten als Zeitverschwendung empfunden.

Der richtige Ton muss zur jeweiligen Kultur passen

Diese beiden Beispiele zeigen klar, wie schwierig es sein kann, vor dem Hintergrund von unterschiedlichen Kulturstandard-Settings den richtigen Ton zu treffen. „Von Mensch zu Mensch“-Kommunikation sieht in jedem Land anders aus und muss jeweils individuell an die örtlichen kulturellen Gegebenheiten angepasst werden. Das war immer schon die große Herausforderung in internationalen Umgebungen. Im Bereich Marketing muss dies auch noch punktgenau in Sprache übersetzt werden, was ein Brennglas auf die Grundproblematik legt und bei Nichtbeachtung quasi im Flächenbrand Business-Opportunities vernichten könnte.

[1] Thomas, Alexander (2003): Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kooperation; Band 1 Grundlagen und Praxisfelder; S.25

[2] Hofstede, G. (2006, 3. Auflage): Lokales Denken, globales Handeln. Interkulturelle Zusammenarbeit und globales Management. München: Beck; S.37 ff.

17 SEPTEMBER 2020 //     

Homeoffice, Büro oder Teilzeit-Präsenz – wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Die aktuelle Situation ist vor allem durch Ungewissheit über die nächsten Jahre gekennzeichnet – so auch im Hinblick auf die Arbeitssituation vieler Unternehmen. Wir beleuchten mögliche Szenarien und deren Auswirkungen auf die Firmenkultur.

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Viele Arbeitnehmer haben jahrelang mehr Heimarbeit gefordert. Dass sie 2020 dann so rasch kommt und so lange anhält, hätte sich niemand erträumen können. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren von Homeoffice. Dennoch möchten manche Unternehmen weiterhin an einer traditionelleren Arbeitsform festhalten und sind nach den ersten Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen bereits wieder zum normalen Büroalltag zurückgekehrt. Andere Firmen, ein prominentes Beispiel dürfte Twitter sein, setzen nun komplett auf das Arbeiten von Zuhause. Von wo aus Mitarbeiter arbeiten und wie eng sie dabei kooperieren, hat einen großen Einfluss auf die Unternehmenskultur.

Die ganze Belegschaft ins Homeoffice zu verlegen, ist nicht für alle Unternehmen möglich. Manche Tätigkeiten können nicht aus der Ferne erledigt werden und zu einem gewissen Grad ist der persönliche Austausch in allen Teams essenziell. Allerdings werden Unternehmen künftig ihre Arbeitsmodelle mit Sicherheit überdenken. Es ist gut möglich, dass Büroflächen verkleinert werden, weil Mitarbeiter zumindest teilweise von Zuhause arbeiten. Ein kompletter Wechsel ins Homeoffice wird aber nur in wenigen Branchen möglich sein.

Homeoffice bringt Vorteile für Arbeitnehmer

Zwar stellte der rapide Umstieg auf Heimarbeit Unternehmen vor eine Reihe von Herausforderungen. Aber die Arbeitsform bietet zahlreiche Vorteile: Die DAK fand in einer Studie heraus, dass der Wechsel ins Homeoffice bei den Arbeitnehmern zu einem geringeren Stresslevel führte. Demnach waren vor der Pandemie 21 Prozent der Befragten regelmäßig gestresst, während der COVID-19-Krise sank diese Zahl auf 15 Prozent. Der Anteil derjenigen, die gelegentlich oder nie gestresst waren, wuchs von 48 Prozent auf 57 Prozent an. Weitere Vorteile sind die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die gesteigerte Produktivität im Homeoffice. Außerdem bliebe mehr Freizeit, da das Pendeln zur Arbeitsstätte wegfällt. Ist deshalb eine tageweise Präsenz im Büro das non plus ultra?

Individuelle „Back to Office“-Pläne für mehr Mitarbeiterzufriedenheit

Anstatt die gesamte Belegschaft zurück ins Büro zu ordern, sollte man individuell auf die persönlichen Umstände der Mitarbeiter achten. Die Pandemie ist noch nicht überstanden und manche Arbeitnehmer haben möglicherweise selbst Vorerkrankungen oder Familienmitglieder, die Teil der Risikogruppe sind. Auch Homeschooling und die Kinderbetreuung im Allgemeinen sind Herausforderungen von Arbeitnehmern, die mit in die Entscheidung einbezogen werden sollten.

Ein Zwang, zum Arbeitsplatz zurückzukehren, ist wenig förderlich für die Mitarbeiterzufriedenheit. Stattdessen sollte man Teams die Möglichkeit dazu geben, wieder ins Büro zu fahren, wenn von diesen gewünscht. Mit Hygienekonzepten und Schutzvorschriften, die regelmäßig an die Mitarbeiter kommuniziert werden, schaffen Arbeitgeber die Rahmenbedingungen für die Selbstbestimmung der Belegschaft.

Wenn Mitarbeiter sich noch nicht sicher genug fühlen, den täglichen Arbeitsweg auf sich zu nehmen und somit in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen, dann sollten sie auch die Möglichkeit haben, weiterhin von Zuhause aus zu arbeiten.

Arbeitsmoral und Motivation in einem verstreuten Team

Wenn Mitarbeiter nicht mehr an einem Ort versammelt sind, sind Kommunikation und Flexibilität das A und O. Führungskräfte sollten noch mehr als vor der Pandemie mit ihren Mitarbeitern sprechen und auf deren individuelle Bedürfnisse eingehen. Oft verschwimmen im Homeoffice die physischen und zeitlichen Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben, wie T.D. Allen 2015 bereits in dem Buch „Psychological Science in the Public Interest“ belegte. Dadurch tendieren Arbeitnehmer dazu, Überstunden zu machen und ihre Pausen zu verkürzen. Deshalb sollte für den Arbeitgeber ganz oben auf der Agenda stehen, dass sich Mitarbeiter ausreichend Zeit für ihre Familien und vor allem für sich selbst nehmen. Und auch die Möglichkeit, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten, kann die mentale Gesundheit der Mitarbeiter stärken.

Es ist essenziell, dass sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter realisieren, dass Homeoffice ein Gemeinschaftswerk ist, bei dem individuelle Bedürfnisse erkannt, kommuniziert und unterstützt werden müssen.

Wandel der Unternehmenskultur durch Teilzeit-Präsenz im Büro

Egal wo sich ein Mitarbeiter befindet, die Unternehmenskultur kann dennoch weiterhin gelebt werden – wenn auch anders als zuvor und nicht so intensiv, wie es persönlich der Fall ist. Zum Beispiel können persönliche Meetings und Treffen durch digitale Meetings ersetzt werden.

Durch die Distanz müssen Unternehmen teilweise etwas kreativer werden, wenn es darum geht, die Kultur zu erhalten oder gar zu verbessern. Dazu bietet es sich zum Beispiel an, den kurzen Austausch an der Kaffeemaschine oder gemeinsame Workouts in die Online-Welt zu verlegen. Auch virtuelle Buchklubs, gemeinsame Film- oder Spieleabende sowie Happy Hours via Videokonferenzen stärken den Zusammenhalt.

Um ein Stimmungsbild der Belegschaft zu erhalten, ist es vorteilhaft, eine Pulsumfrage einzuführen. Diese bringen neue Ideen und Erkenntnisse darüber, was die Mitarbeiter gerade benötigen und denken. So bekommen Arbeitnehmer ein Gefühl der Zugehörigkeit und Mitbestimmung, der Arbeitgeber einen Überblick über den Status quo sowie neue Impulse. All dies sind Voraussetzungen einer guten Unternehmenskultur – egal ob die Mitarbeiter Zuhause oder im Büro sind. Und wenn die Pandemie einmal überstanden ist, steht einem gemeinsamen Betriebsausflug zur Wiederauffrischung des Teamspirits auch nichts mehr im Wege.

28 AUGUST 2020 //     

Change Communication: Es geht um das Miteinander und die Vermittlung der Ziele

Change Communication – oder auf Deutsch die Kommunikation rund um Veränderungsprozesse – ist gerade in dieser von Covid-19 geprägten Phase zu einem entscheidenden Element der Unternehmenskommunikation geworden, intern wie extern.

Per Definition befasst sich Change Communication mit der kommunikativen Begleitung des Change Management mit dem Ziel, positiven Einfluss auf weiche Faktoren (wie Stimmungen, Ängste, Widerstände usw.) zu nehmen, die den Erfolg hemmen oder befördern können. In der Regel sind Veränderungen, die kommunikativ unterstützt werden sollen, geplant und nicht wie im Falle der Corona-Pandemie plötzlich und unvorhergesehen. Umso wichtiger ist es in Ausnahmesituationen rund um Krisen aller Art, aktuelle Unternehmensveränderungen transparent, offen und vor allem richtig zu kommunizieren.

Wie Change Communication gelingt, was man dabei beachten muss und welche Stolpersteine man umgehen sollte, hören Sie in der neuen Folge „Kopfstand“ – dem Podcast für PR, Kommunikation und Neue Arbeit von Allison+Partners. Sie können diese bei Spotify, YouTube und iTunes abrufen. Zu Gast ist Rainer Westermann, Präsident des Crisis Protection Networks: Westermann ist unter anderem auf den Gebieten der strategischen Kommunikation und des Reputationsmanagements langjähriger Experte.

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Mit Persönlichkeit kommunizieren

Entscheidende Faktoren für Führungskräfte, um Veränderungen, Reformen und Innovationen innerhalb des Unternehmens zu verkünden und auch erfolgreich zu implementieren, sind Authentizität und Persönlichkeit. Was zunächst selbstverständlich klingt, ist in der Realität aber meist anspruchsvoller als gedacht.

Es geht darum, offen, ehrlich und transparent mit den Mitarbeitern zu kommunizieren, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es um zunächst negative Veränderungen geht und persönlich für die Reformen zu stehen. Determinierend für Erfolg oder Misserfolg ist, ob die Mitarbeiter der Führungskraft „abkaufen“, was sie sagt, oder ob sie die Rede für „leere Worte“ halten. Sollte letzteres der Fall sein, wird die angestrebte Änderung, wenn überhaupt, dann nur mühsam umzusetzen sein. Mit Zustimmung darf man dann nicht rechnen.

Aus diesem Grund muss sich die Führungskraft hier etwas aus der Deckung wagen, aktiv beispielhaft voranschreiten und den neu eingeschlagenen Weg ohne wenn und aber verfolgen. Doch trotz aller Entschlossenheit gilt es, auf Bedenken, Kritik und Rückfragen der Mitarbeiter individuell und detailliert einzugehen und alle Beteiligten „mitzunehmen“.

Nur wenn allgemeiner Konsens herrscht und sich das gesamte Team hinter der Führungskraft versammelt, wird die Veränderung in ihrer angestrebten Gänze gelingen.

Von innen nach außen kommunizieren

Einmal angestoßen und mit der Umsetzung im Inneren begonnen, kann die Veränderung auch transparent nach außen kommuniziert werden. Voraussetzung dafür ist die interne Analyse und die Abwägung, welche Faktoren der Transformation in die Öffentlichkeit getragen werden sollen.

Um zu vermeiden, dass Potemkin’sche Dörfer aufgebaut werden, darf nach außen nur kommuniziert werden, was innerhalb des Unternehmens gelebt wird. Bröckelt der Rückhalt oder gibt es Schwierigkeiten mit der Umsetzung, so muss man das nach außen natürlich nicht kommunizieren – aber dann sollte man auch davon absehen, nicht vorhandene Fortschritte publik zu machen.

Gerade in dieser von der Corona-Pandemie geprägten Phase respektieren sowohl Mitarbeiter als auch die interessierte Öffentlichkeit, dass manches nicht nach Plan laufen kann. Ebenso wie intern sind auch in der externen Kommunikation Authentizität und eine gewisse persönliche Öffnung nötig, um zu überzeugen. Sich hinter Floskeln oder hinter einer gespielten Fassade zu verstecken, wird auf Dauer nicht funktionieren und eher den internen Fortschritt torpedieren, als für Optimismus zu sorgen.

Der menschliche Faktor

Zentraler Bestandteil jeglicher Form der Change Communication ist der menschliche Faktor. Demnach ist es erlaubt, ja sogar erwünscht, wenn die kommunizierende Person (die Führungskraft) sich „menschlich“ zeigt. Der Mythos des „starken Mannes“ oder der „starken Frau“ an der Spitze, der oder die niemals Gefühlsregungen zeigt, ist längst überholt. Sich als Führungskraft zu trauen, Gefühle und Emotionen zu zeigen, erfordert zweifelsohne Mut. Richtig eingesetzt sendet man jedoch auf diesem Wege positive Signale, die letztendlich die Erfolgsaussichten der Unternehmensveränderung drastisch erhöhen.

Inwiefern B2B-Marken bereits auf einer emotionalen Ebene kommunizieren, welchen Herausforderungen sie dabei begegnen und was Sie tun können, um Ihre Kommunikation „menschlicher“ zu gestalten, erfahren Sie in unserer neuen Studie. Hier können Sie das Whitepaper herunterladen.

14 AUGUST 2020 //     

Pride ist mehr als nur ein Monat: Warum es sich lohnt, die LGBTQ+ Community das ganze Jahr über zu unterstützen

von Andrew Rogers

Wenn Sie auch nur einer Handvoll Marken in sozialen Netzwerken folgen, haben Sie wahrscheinlich gesehen, dass diese im Juni ihre Logos geändert und eine Regenbogenfahne eingebaut haben. Vielleicht haben Sie auch Flaggen an öffentlichen Gebäuden oder Firmenbüros gesehen. All das sind Phänomene des Pride Month – ein Monat, um für die Rechte und die Sichtbarkeit der LGBTQ+ Community einzutreten. Vielleicht ist Ihnen auch aufgefallen, wie schnell diese Regenbögen danach wieder verschwunden sind.

Auch wenn Städte auf der ganzen Welt ihre Pride-Events zu unterschiedlichen Zeiten abhalten – bei uns in Europa vor allem im Juni und Juli – beginnen die meisten im Juni, damit sie mit dem Jahrestag der Stonewall Riots in New York vom 28. Juni bis zum 3. Juli zusammenfallen. Die Ereignisse in Stonewall werden weitgehend als die Geburtsstunde der modernen Pride-Bewegung angesehen. Was als Protest gegen die Polizeibrutalität in New York begann (hauptsächlich von schwarzen Transsexuellen angeführt), entwickelte sich zu Demonstrationen auf der ganzen Welt, die Akzeptanz, Sichtbarkeit und rechtlichen Schutz für LGBTQ+-Personen forderten.

Dieses Jahr ist aufgrund von COVID-19 anders verlaufen. Die meisten Pride-Paraden wurden abgesagt, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, und obwohl viele großartige Veranstaltungen online stattfanden, ist die Abwesenheit von Pride als physische Präsenz in diesem Jahr ausgesprochen sonderbar. Es ist ein großer Verlust für die Gemeinschaft, besonders in einer Zeit, in der die Lockdowns die LGBTQ+-Personen besonders hart getroffen haben.

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Warum Pride auch heute noch wichtig ist

Das größte Missverständnis, das Menschen außerhalb (und innerhalb) der LGBTQ+-Gemeinschaft über Pride haben, ist, dass es sich um eine große Party handelt. Es ist leicht zu verstehen, warum. Heutzutage fühlen sich viele Märsche eher wie ein Karneval als ein Protest an. Das verkennt jedoch die wahre Geschichte und den Zweck von Pride. Die Bewegung begann als Krawall und hat schon immer existiert, um zu protestieren und auf Fortschritt und Veränderung zu drängen (und ja, auch um den Fortschritt zu feiern, den wir gemacht haben).

Pride spielt auch heute noch eine wichtige Rolle, denn die LGBTQ+-Gemeinschaft steht noch immer vor großen Herausforderungen, hier bei uns und im Ausland. Es ist nach wie vor gang und gäbe, dass LGBTQ+-Personen schikaniert werden, und immer noch sterben zu viele Menschen durch Selbstmord. Die Rechte der trans*- und nichtbinären Gemeinschaft sind ständigen Bedrohungen ausgesetzt und alles andere als sicher. Und es gibt immer noch 70 Länder auf der Welt, in denen Homosexualität illegal ist, und zwölf, in denen Homosexualität mit der Todesstrafe bestraft wird. Es gibt noch viel zu tun, und es gibt noch viel zu protestieren.

Pride existiert auch nicht in einem Vakuum. Als Gemeinschaft müssen wir anerkennen, dass in einigen Aspekten Fortschritte erzielt wurden, andere Bereiche aber noch größerer Aufmerksamkeit bedürfen. Die 'Black Lives Matter'-Bewegung ist in der LGBTQ+-Gemeinschaft ebenso wichtig wie innerhalb der breiteren Gesellschaft, und in diesem Jahr haben sich viele 'Pride'-Märsche zu 'Black Trans Lives Matter'-Märschen entwickelt, die mehr mit den ersten 'Pride'-Märschen in den 1970er Jahren als mit den Pride-Partys des letzten Jahrzehnts gemeinsam haben.

Wie Marken Verbündete sein können

Die meisten Mitglieder der LGBTQ+-Gemeinschaft wollen, dass Marken uns unterstützen. Was jedoch wirklich gebraucht und geschätzt wird, ist eine authentische Unterstützung und kein Tugendsignal. COVID-19 wird diese Unterscheidung offenlegen. In diesem Jahr wird es klarer denn je, welche Marken die LGBTQ+-Gemeinschaft wirklich unterstützt haben und welche dies nur für kostenlose Werbung getan haben.

Ein wahrer Verbündeter der Gemeinschaft zu sein, bedeutet, LGBTQ+-Angelegenheiten in schwierigen Zeiten zu unterstützen. Wenn Sie eine Marke sind, die normalerweise viel Geld für das Sponsoring von Umzugswägen bei Pride-Märschen ausgibt, dann aber das gesamte Budget aus Pride abzieht, weil die Märsche abgesagt werden, wird ziemlich klar, dass diese Unterstützung nicht echt war.

Dasselbe gilt für die Regenbogen-Logos. Es ist schön, wenn eine Marke ihr Logo ändert, um einen Regenbogen einzufügen, aber was bedeutet das eigentlich? Wenn es nicht durch Aktionen untermauert wird, ist es eine leere Geste. Und das wird meist nicht gut aufgenommen.

Verschaffen Sie queeren Stimmen Gehör

Marken, die die LGBTQ+-Gemeinschaft authentisch unterstützen wollen, müssen auf queere Stimmen hören. Der beste Ort, um damit zu beginnen, ist die eigene Belegschaft, und deshalb sind die Pride-Gruppen in Unternehmen so wichtig. Die Aktionen sollten von Mitgliedern der LGBTQ+-Gemeinschaft geleitet werden, und die Marken sollten dann ihre Ressourcen und ihre Plattform nutzen, um diesen Stimmen Gehör zu verschaffen.

Marken sollten auch queere Kreative in den Mittelpunkt stellen. Möchte Ihre Marke etwas tun, das zum Beispiel die schwarze Trans-Community authentisch unterstützt? Dann nehmen Sie das Geld in die Hand und bezahlen Sie Kreative aus der schwarzen Trans-Community, um Ihnen bei der Erstellung von Kampagnen und der Gestaltung Ihrer Aktionen zu helfen. Das Richtige zu tun, ist normalerweise nicht umsonst, aber der Aufbau einer Marke, die an der Seite ihrer Kunden für etwas kämpft, ist Gold wert.

Pride ist mehr als nur ein Monat

Es gibt einen gängigen Witz in sozialen Medien, dass sobald der Pride-Monat zu Ende geht, Marken die LGBTQ+-Gemeinschaft wieder links liegen lassen. Dahinter steht die Wahrnehmung, dass es Marken nie wirklich interessiert hat, und es nur darum ging, ein paar mehr Regenbogen-T-Shirts zu verkaufen.

Wenn Ihre Marke ihre LGBTQ+-Mitarbeiter, -Fürsprecher und -Kunden wirklich unterstützen will, muss sie dies das ganze Jahr über tun. Als jemand, der ehrenamtlich in einem LGBTQ+-Netzwerk mitarbeitet und bei Markenpartnerschaften hilft, kann ich Ihnen sagen, dass wir im Juni immer viel zu beschäftigt sind, während wir das restliche Jahr über nie genug zu tun haben.

PR- und Marketingverantwortliche lieben es, Aktivitäten mit bestimmten Tagen und Monaten zu verbinden, aber dies ist einer der Fälle, in denen man nicht auf den Juni warten muss, um etwas Positives für die queere Gemeinschaft zu tun.

Wie Sie die LGBTQ+-Gemeinschaft das ganze Jahr über unterstützen können

Hier gehe ich auf einige Möglichkeiten ein, um sicherzustellen, dass die Unterstützung Ihrer Marke für die LGBTQ+-Community authentisch ist:

  • Setzen Sie auf Aktionen, die über den Pride-Monat hinausgehen und kommunizieren Sie klar, wie Sie die LGBTQ+ Community das ganze Jahr über unterstützen. Das kann zum Beispiel in Form von Richtlinien für Ihre Mitarbeiter oder durch die Unterstützung gemeinnütziger Vereine geschehen.
  • Fangen Sie klein an und bauen Sie Ihr Engagement dann aus. Beginnen Sie mit Ihren eigenen LGBTQ+-Mitarbeitern. Sie sollten als allererstes zu Wort kommen, wenn es darum geht, wie Ihre Marke mit der Community interagiert.
  • Unterstützen Sie queere Talente, sei es bei den Multiplikatoren, mit denen Sie zusammenarbeiten, oder bei den Medien, die Sie ansprechen. Auch hier gilt: Bauen Sie langfristige Beziehungen auf, die nicht mit dem Ende der Pride-Aktivitäten enden.
  • Investieren Sie Ihre Zeit und finanzielle Ressourcen in gemeinnützige Gruppen vor Ort, die vorbildliche Arbeit leisten. Wenn Ihre Marke nicht direkt etwas bewirken kann, arbeiten Sie mit Aktivistinnen und Aktivisten zusammen, die dies können, und stärken Sie sie.
  • Seien Sie bereit, Ihre Position zu verteidigen. Es wird immer Gegenstimmen im Internet geben, die sich gegen eine pro-LGBTQ+-Position stellen. Ein wahrer Verbündeter muss sich auch bei Kritik für die LGBTQ+-Gemeinschaft einsetzen und diese verteidigen.

Für die meisten Mitglieder der LGBTQ+-Gemeinschaft spielt Pride eine große Rolle, weshalb es so enttäuschend ist, wenn Marken Ihr Engagement in dieser Sache als Verkaufs- oder Marketinginstrument sehen. Authentische Unterstützung ist nicht leicht. Aber da die Verbraucher immer deutlicher machen, dass sie Marken bevorzugen, die ihren Werten entsprechen, lohnt es sich, das Richtige zu tun.

Andrew Rogers, Account Director bei Allison+Partners, London

Andrew arbeitet als Account Director in London und ist auf Consumer Tech, Fintech und Videospiele spezialisiert. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender in London für die globale gemeinnützige Organisation Out in Tech und gehört zum ehrenamtlichen Team von Out Making Games, dem Netzwerk für LGBTQ+-Mitglieder in der Gaming-Branche in Großbritannien.

30 JULY 2020 //     

Erfahrung, Empathie, Ehrlichkeit: Führen in Krisenzeiten - Zwei der Gründer von Allison+Partners im Gespräch

Ein Unternehmen zu leiten bedeutet auch, interne oder externe Krisen bewältigen zu können. Eine Musterlösung für das Meistern solcher Krisen gibt es nicht. In turbulenten Zeiten wie diesen profitieren Unternehmen von der jahrelangen Erfahrung ihrer Kommunikationspartner und einer umsichtigen Krisenkommunikation.

Scott Allison, CEO von Allison+Partners, und Andy Hardie-Brown, Global Vice Chairman von Allison+Partners, gründeten unsere Agentur vor 19 Jahren. Im Gespräch mit unserem Münchener Büro geben sie Einblicke, wie sie ihr Team und ihre Kunden erfolgreich durch Krisen und gesellschaftsverändernde Ereignisse geführt haben und worauf Unternehmen bei krisenbedingten Herausforderungen achten sollten.

Ihre Erfahrung zeigt: Der Erfolg unserer Agentur - und anderer Unternehmen in herausfordernden Zeiten - basiert stark auf der Fürsorge für Mitarbeiter und Kunden.WEITERLESEN

11. September 2001, die Finanzkrise 2008, die COVID-19-Pandemie, historische Proteste gegen Rassismus und Diskriminierung – Sie haben A+P durch einige Krisenzeiten und Phasen globaler Veränderung geführt. Gibt es ein bestimmtes Leitprinzip oder eine bestimmte Grundhaltung, die Ihnen in solchen Zeiten hilft?

Allison & Hardie-Brown: Ich denke, Allison+Partners hat davon profitiert, dass ich und Andy schon älter sind und in unserer Laufbahn viele Krisensituationen erlebt haben. Wir haben viele Wirtschaftszyklen und einzigartige Krisen mitgemacht. Da wir seit über 30 Jahren mit Kollegen und Kunden zusammenarbeiten, sind wir in der Lage, jeder Situation mit einer klaren Perspektive - und hoffentlich auch einer gewissen Lebensweisheit - zu begegnen.

Obwohl jedes Szenario anders ist und spezifische Antworten erfordert, sind unsere Philosophie und unser Ansatz konsistent. Die Schlüsselelemente sind:

  • Wir stellen sicher, dass unsere Teammitglieder gesund und geschützt sind.
  • Wir kommunizieren so gut wie möglich in Echtzeit und sind transparent und reaktionsfähig.
  • Wir nehmen uns Zeit, um Kollegen und Kunden zuzuhören, sie zu beruhigen und wirklich einfühlsam zu sein.
  • Wir konzentrieren uns auf das, was Allison+Partners direkt kontrollieren kann; wir verschwenden keine Zeit und Ressourcen auf Externalitäten, auf die wir keinen Einfluss haben.
  • Wir versuchen, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu bewahren. Das Beste, was wir für unsere Kollegen tun können, ist, die Arbeit kontinuierlich aufrechtzuerhalten.
  • Wir passen uns schnell an Veränderungen der Umwelt und der Landschaft an und antizipieren zukünftige Trends.
  • Wir leisten weiterhin großartige Arbeit für unsere Kunden (dies ist die beste Versicherung für die Zukunft).


Was ist der größte Unterschied in der Unternehmenskommunikation in einer externen Krise im Vergleich zu einer internen Unternehmenskrise? Welche Fehler sehen Sie häufig in Unternehmen, wenn es um die Kommunikation in externen Krisen geht?

Wir glauben, dass eine interne Krise ein größerer Ernstfall ist.  Wenn Sie das Vertrauen Ihres Teams verlieren, kann das Unternehmen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Der Schlüssel liegt darin, transparent zu sein und die Situation und die Art und Weise, wie sie gehandhabt wird, klar zu artikulieren. Der größte Fehler, den viele Unternehmen in einer Krise machen, ist, dass sie sich zu langsam bewegen, nicht die Verantwortung übernehmen und es versäumen, eine klare Richtung vorzugeben, was sie gegen die Krise unternehmen werden.


Worauf sollten Unternehmen achten, um in Krisenzeiten nicht unsensibel oder opportunistisch zu wirken?

Es ist leicht, unsensibel zu sein, und viele Unternehmen machen diesen Fehler. Man muss eine authentische Antwort geben. Eine Krise ist nichts, aus dem man Kapital schlagen kann. Unternehmen, die versuchen, Medien während einer Krise mit einem Ansatz anzugehen, der keinen wirklichen Bezug zur Krise selbst hat, werden in Schwierigkeiten geraten.

Der Grund, warum PR- und Kommunikationsagenturen in Krisensituationen in der Regel gut abschneiden, liegt darin, dass sie aufgrund jahrelanger Arbeitserfahrung und Fallstudien eine hochrangige, strategische Beratung anbieten können. Allison+Partners hat das Glück, über erfahrene Fachleute auf der ganzen Welt zu verfügen, die verstehen, wie man mit einer Krise umgeht und wie man Kunden strategisch und produktiv berät. Zu wissen, wie man Schritt für Schritt vorankommt, ist entscheidend, und vielen Kunden mit internen Teams fehlt es an Erfahrung und Fähigkeiten.

16 JULY 2020 //     

Quo Vadis, Shareconomy?

Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Sharing Economy. Von AirBnB mit seinen Übernachtungsangeboten über Coworking-Anbieter bis hin zu Carsharing-Unternehmen sind alle Teilbereiche betroffen. In Folge der oft drastischen Auswirkungen auf diese Branche stellen sich einige elementare Fragen: Wird sich die Shareconomy durch Corona nachhaltig verändern? Wo liegen die Chancen, wo die Risiken in diesem Prozess? Und welche Veränderungen haben bereits stattgefunden?

Diesem Thema widmet sich auch die neue Folge unseres Podcasts „Kopfstand“ – der Podcast für PR, Kommunikation und Neue Arbeit von Allison+Partners.

Zu Gast sind Niklas Merk, Leiter der Unternehmenskommunikation bei ShareNow und Heike Schubert, Leiterin des Münchener Büros von Allison+Partners. Hier können Sie die Folge bei Spotify, iTunes und YouTube anhören.

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Grundlegende Veränderungen in der Kommunikation

Wenn Niklas Merk die letzten Monate in der Kommunikationsabteilung von ShareNow beschreibt, dann merkt man schnell, dass Corona alles verändert hat. Die Pandemie hat alle Pläne über den Haufen geworfen und aus einer proaktiven Kommunikationsstrategie von heute auf morgen eine reaktive gemacht. Obwohl das Medieninteresse groß war, ging es nicht um den Ausbau oder die Veränderungen der Flotte – oder gar zukunftsweisende Themen wie Elektromobilität oder die Entwicklung der Mobilitätsbranche im Allgemeinen. Im Fokus stand stattdessen vor allem, welche Herausforderungen die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 für das Unternehmen mit sich bringen.

Jedoch erkennt man, laut Merk, dass sich der Fokus wieder zu wandeln beginnt, zumindest im Moment. Auf der Tagesordnung stehen vermehrt wieder Firmen-Themen und -Neuigkeiten, oft losgelöst von Covid-19. Dennoch, gibt Niklas Merk zu bedenken, kann sich das bei einer möglichen zweiten Infektions-Welle auch sehr schnell wieder ändern.

Umdenken in der Shareconomy durch die Pandemie

In der Zusammenarbeit mit den Kunden von Allison+Partners weltweit, aber auch im persönlichen Umfeld stellt Heike Schubert ein deutliches Umdenken in der Sharing Economy fest. Während die rein kommerzielle Shareconomy im Moment noch immer mit den Auswirkungen von Covid-19 zu kämpfen hat, blühte der sozio-ökologische Zweig der „Tausch- und Teilwirtschaft“ gerade in der Lockdown-Phase richtiggehend auf. Schubert führt das Beispiel nebenan.de auf, das während der Pandemie einen beispiellosen Aufschwung erlebt hat. Daran sei zu erkennen, dass sich der Fokus in der Shareconomy in den letzten Monaten gewandelt habe, so Schubert; die Wichtigkeit und Relevanz der gesamten Branche sei aber nach wie vor ungebrochen.

Vermenschlichung der Kommunikation

Von immer größerer Bedeutung ist es, so Heike Schubert, dass eine „Humanization of Communication“ stattfindet, also eine Rückbesinnung auf das Menschliche in der Kommunikation von Unternehmen – gerade auch in der Sharing Economy. Die Unternehmen müssten ihre Zielgruppe in ihrer Lebensrealität abholen und auch aus dieser Position heraus kommunizieren. Gerade in Krisenzeiten merke man sehr deutlich, welche Unternehmen hier einen guten Job machen und auch transparent mit ihrer Situation umgehen, und welche sich eher hinter Floskeln und Allgemeinplätzen verstecken.

Ausblick: Wachstumsprognose vs. Vorsichtskultur

Niklas Merk blickt positiv in die Zukunft, wenn es um die Entwicklung von ShareNow im Speziellen, und die Evolution der Shareconomy im Allgemeinen geht. Er glaubt beispielsweise, dass sich Menschen aufgrund der letzten Monate jetzt noch stärker überlegen werden, ob sie überhaupt ein eigenes Auto brauchen oder ob es nicht reicht, sich für bestimmte Anlässe ein Auto zu mieten.

Heike Schubert betrachtet die Entwicklung der Sharing Economy ähnlich positiv, geht aber zunächst von einer Marktbereinigung aus. Das bedeutet im Klartext: Nicht alle Unternehmen der Branche werden die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen überleben. Aber das Bedürfnis nach geteilten Gütern ist ihrer Einschätzung nach so ausgeprägt, dass sich schnell neue Konzepte und Ideen etablieren werden, die den Aufschwung der Shareconomy in den nächsten Jahren weiter befeuern werden.

 

8 JULY 2020 //     

Digitale Unternehmenskultur und virtuelle Zusammenarbeit

Wie Social Distancing das Team näher zusammenbringt

Dass die gesamte Kollegschaft auf einen Schlag ins Homeoffice entschwindet, hätte sich selbst Anfang März noch keiner von uns ausmalen können. Doch genau das ist passiert. Von Beginn an war es uns wichtig, unsere regulären Events zur Stärkung des Team-Zusammenhalts aufrecht zu erhalten. Das hat unsere Team-Mitglieder grenzübergreifend in mehrerlei Hinsicht noch näher zusammengebracht:

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Team-Chat als die neumoderne Stempeluhr

Jeden Tag wird ein neuer Chat-Verlauf eröffnet, damit man sieht, welche Teammitglieder schon online sind. Aber es ist mehr als eine praktische Anwesenheitsliste. Es ist ein virtueller Gruß an die Kollegen und ein kleines Büro-Gespräch. Oft geht es über ein reines „Hallo und Tschüss“ hinaus. Wenn das simple „Guten Morgen“, „Mittagspause“, „Wieder da“ oder „Feierabend“ mit Zitaten, GIFs oder in Dialekten verfasst wird, entsteht ein Stimmungsbild, wie es den Kollegen gerade geht. Die Chat-Nachrichten zeigen jedem, dass wir alle in derselben Lage sind und am gleichen Strang ziehen.

Von Flurfunk bis Kaffeeklatsch – regelmäßiger Austausch gehört zum Pflichtprogramm

Um trotz räumlicher Distanz und Social-Distancing-Bestimmungen die persönliche Nähe zu bewahren, haben wir unseren typischen Tratsch vor der Kaffeemaschine oder Gespräche an der Bürotür einfach in die virtuelle Welt verlegt. Jeden Morgen treffen wir uns alle gemeinsam im Video-Chat und wünschen uns einen guten Morgen. Wenn einem etwas auf der Seele brennt, Aufgaben umverteilt werden sollen, oder einfach etwas witziges passiert ist, kann er es hier loswerden.

Bonus: Die Frage des Tages

Damit dieser Video-Chat nicht nur eine unpersönliche, rein berufliche Besprechung bleibt, wurde die „Frage des Tages“ eingeführt. Hier besprechen wir Themen wie „Welches Lied würdest du in einer Karaoke-Bar singen?“, „Was würdest du deinem 10-jährigen Ich gerne mit auf den Weg geben?“ bis hin zu „Welche Superheldenkraft hättest du gerne?“. So entwickelte sich der morgendliche Austausch schnell zu einer Runde, die uns auf zwischenmenschlicher Ebene viel näher zusammenbrachte.

Monatliche Ausflüge finden weiterhin statt

Nur weil man sich nicht persönlich treffen kann, war das für uns kein Grund, unsere monatlichen Team-Veranstaltungen abzusagen. Anstatt ins Museumsviertel nebenan zu gehen, haben wir uns stattdessen einen Live-Stream der Wiener Oper angesehen oder sind virtuell durch das Digital Art Museum in Tokyo gestreift. Statt Bowlen zu gehen oder Minigolf zu spielen, haben wir uns zu einem virtuellen Spieleabend verabredet und „Wer bin ich?“ gespielt. Ein Highlight war eine Sammlung unserer Babyfotos mit gemeinsamem Rätselraten, welcher Kollege sich hinter welchem Babyfoto verbirgt.

Monday Morning Meeting und Friday Wrap-Up

Im Büro startet normalerweise jede Woche mit einem gemeinsamen Frühstück, bei dem wir unsere aktuellen Aufgaben durchgehen. Das haben wir einfach in den Video-Chat verlegt. Auch unser Meeting am Freitagnachmittag, bei dem jeder sein Low- und Highlight der Woche erzählt, wurde lediglich von der Lounge in den Video-Chat verlegt. Viele reguläre Termine sind einfach online umzusetzen. Auch unsere interne Trainingseinheit am Donnerstagvormittag findet wie gewohnt statt, wenn auch online.

Unternehmensweiter Chat verbindet Mitarbeiter überall auf der Welt

Reguläre Meetings und Veranstaltungen finden weiterhin statt, zudem kommuniziert die Geschäftsführung regelmäßig aktuelle Neuigkeiten in Bezug auf die Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die Agentur. In einem gemeinsamen Chat auf Microsoft Teams sind diese Informationen allen Mitarbeitern zugänglich. Außerdem gibt es einen globalen Chat mit Ideen, wie wir Kunden in dieser herausfordernden Zeit noch besser betreuen können, einen Kanal, der sich nur um News Updates zur Pandemie dreht sowie einen zu guten Neuigkeiten (auch unabhängig von der Krise). Und ein besonders geschätzter globaler Kanal heißt „Work From Home Life“: Hier teilen die Kollegen Fotos ihrer Haustiere, rufen zu gemeinsamen Workouts auf, tauschen ihre Erfahrungen zum Homeschooling aus oder vereinbaren Spiel-Dates für ihre Kinder. Es wurde sogar eine globale Playlist mit den Lieblingssongs von Kollegen weltweit erstellt.

Internationale Zusammenarbeit für unternehmensinterne Themen

Gerade zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen gab die Unternehmensleitung regelmäßig Video-Calls. In den monatlichen Company Calls wurden Corona-Updates angesprochen und die Belange und Sorgen der Mitarbeiter adressiert.

Die Geschäftsführung spricht offen über den aktuellen Stand, womit sich die einzelnen Büros befassen und was die Agentur im Gesamten in die Wege leitet, um diese schwierige Zeit gut zu überstehen. Darüber hinaus gibt es kurze Clips, die „Leadership Minute“-Videos, in denen Gründer und Partner eine regelmäßige Motivationsansprache teilen und aktuelle Infos weiterleiten.

Mit regelmäßigen anonymen Umfragen holte das Leadership-Team ein Stimmungsbild der Belegschaft ein, um stets genau zu wissen, wie sich die Mitarbeiter aktuell fühlen und wie sie diese am besten unterstützen können. Außerdem hat das internationale Research- und Measurement-Team Statistiken und Whitepaper erstellt, die Kunden oder potenziellen Neukunden tiefere Einblicke zu Branchen-Themen während der Krise verschaffen sollen.

Und schließlich bildeten sich internationale Teams, die gemeinsam einen Plan entwickeln, um die Agentur in den Bereichen Unternehmenskultur, Mitarbeiterzufriedenheit und Unternehmenswachstum voranzutreiben.

Kultur, ein wichtiger Grundwert von Allison+Partners, floriert trotz Corona

Bei Allison+Partners wird Unternehmenskultur großgeschrieben. Neben einem Culture Committee, einem Fun Committee und einem Diversity Committee gibt es Möglichkeiten zur persönlichen Weiterbildung (Learning Committee, Women’s Leadership Program, Book Club oder Mentoring Program). Darüber hinaus organisieren sich Mitarbeiter, die sich nebenbei ehrenamtlich engagieren, im Volunteer Committee und auch für den Austausch mit Vorgesetzten gibt es Raum (Open Door Program, Senior Advisory Counsel).

In der Corona-Pandemie mussten diese Projekte nicht pausieren. Ganz im Gegenteil – sie haben sich nochmals vertieft, weiterentwickelt und florieren über Büro- und Landesgrenzen hinweg. Auch wenn Social Distancing für viele eine Herausforderung war und ist, hat es uns zu mehr Team-Zusammenhalt und Nähe verholfen.

 

23 JUNE 2020 //     

Vier Maßnahmen, um Gleichheit zu schaffen und Rassismus zu bekämpfen

"Rassismus ist eine Realität, mit der so viele von uns aufwachsen und mit der wir lernen, einfach nur umzugehen. Aber wenn wir Rassismus überwinden wollen, liegt es an uns allen, die ehrliche und unangenehme Arbeit zu leisten, ihn von Grund auf zu bekämpfen." - Michelle Obama

Angesichts der Vorfälle rassistischer Gewalt und der Proteste in den USA, die in diesem Jahr ihren Siedepunkt erreichten, liegt es an uns allen, Stellung zu beziehen. Nur so können wir einen echten und grundlegenden Wandel in unserer Gesellschaft fördern und diesen wiederkehrenden und destruktiven Kreislauf durchbrechen. Zu oft haben wir dieses Muster schon erlebt: Es kommt zu einem Verbrechen gegen einen Schwarzen, das Video erreicht die Öffentlichkeit. Die Folge sind Empörung und Mitleidsbekundungen der Allgemeinheit sowie Ankündigungen von Unternehmen, Unterstützung zu leisten. Doch dann rückt das Thema in den Hintergrund. Aber dieses Mal ist es anders gekommen.

Der Lynchmord an George Floyd löste einen Sturm der Wut und Frustration über das jahrzehntelange Versagen aus, Polizeipraktiken in den USA und das US-Strafrechtssystem im Allgemeinen zu reformieren. Im Land wandelten sich die Schreie der Empörung und die Forderungen nach Gerechtigkeit hin zu einem Handlungsappell – Polizeibehörden sollen für ihre Rolle bei der Terrorisierung Schwarzer Viertel zur Rechenschaft gezogen werden und der Kriminalisierung der Schwarzen Bevölkerung  ein Ende gesetzt werden.

Während die Sorge bleibt, dass diese Forderungen weiterhin ungehört bleiben, hat sich die bisherige Hoffnungslosigkeit nun zu etwas Mächtigerem gewandelt – Entschlossenheit. Für Menschen und Marken bedeutet Schweigen Mitschuld an den rassistischen Taten und der systemischen Unterdrückung der Schwarzen Gemeinschaft. Die Vielfalt der Demonstranten zeigt auch, dass es nicht nur Schwarze sind, die diesen Wandel wollen und fordern.

Um diese gesellschaftliche Veränderung voranzutreiben, müssen wir uns weiterbilden und konkrete Schritte unternehmen, um das Problem bewältigen und gemeinsam nach wirkungsvollen Lösungen suchen zu können.

Hier sind vier Schritte, die Sie jetzt unternehmen können, um zur Bekämpfung von Diskriminierung beizutragen:  

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Die Geschichte verstehen, damit sie sich nicht weiter wiederholt:

Verschiedene Ressourcen können dabei helfen, die Erfahrung der Schwarzen Bevölkerung in Amerika, aber auch in Deutschland zu beleuchten. Bei der Recherche empfiehlt es sich, den zugrundliegenden Ursachen des Problems - nicht den Reaktionen darauf - nachzugehen. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die verankerten Denkmuster und die politischen Verhältnisse beseitigen können, die Schwarzen einen fairen und gleichberechtigten Status verwehren. 

  • Erfahrungsberichte aus erster Hand: Fragen Sie Ihre Schwarzen Freunde und Kollegen nach ihren Erfahrungen, um ein Gespräch in Gang zu bringen (aber lesen Sie zuerst diesen Artikel). Wenn Sie keine Schwarzen Freunde und Kollegen haben, setzen Sie dort an und überlegen Sie sich, warum das so ist.
  • Artikel: Das Coronavirus war ein Notfall, bis Trump herausfand, wer daran stirbt“ von Adam Serwer, „Das Projekt von 1619“ von The New York Times und „Weiß-Sein als Privileg: Den unsichtbaren Beutel auspacken“ von Peggy McIntosh
  • Bücher: „Ohne Gnade: Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA“ von Bryan Stevenson, „The New Jim Crow. Masseninhaftierung und Rassismus in den USA“ von Michelle Alexander, „Über Tyrannei: Zwanzig Lektionen für den Widerstand“ von Timothy Snyder und „The Myth of Race: The Troubling Persistence of an Unscientific Idea“ von Robert Wald Sussman. All diese aufschlussreiche Lektüren zeigen, dass Rassismus mehr als nur bewusster Hass ist, sondern ein komplexes System sozialer und politischer Strukturen, das vor Generationen geschaffen wurde, um Schwarze zu unterdrücken. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung lassen sich Bücher finden, die sich speziell mit Diversität, Diskriminierung und Rassismus in Deutschland befassen – dazu gehören „Kein Platz an der Sonne“ von Jürgen Zimmerer, „Wie die Deutschen weiß wurden – Kleine (Heimat)Geschichte des Rassismus“ von Wulf D. Hund und „Wer will die hier schon haben? – Ablehnungshaltungen und Diskriminierungen in Deutschland“ von Kurt Möller / Florian Neuscheler.
  • Filme: „Der 13.“, „When They See Us“, „Hidden Figures“ und „Fruitvale Station“ auf Netflix sowie „Blackkklansman“ und „Selma“ auf Amazon Prime erzählen alle eindrucksvolle Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen.
  • Podcasts: „1619 Project“, „Code Switch“, „Justice in America“, „Reveal“, „Scene on Radio“, „School Colors“, „StoryCorps“ und „Uncivil“ geben Denkanstöße zur Geschichte des Rassismus in den USA und wie sie die gegenwärtige Gesellschaft geprägt haben.
  • Video: "Wie das Studium von Privilegsystemen das Mitgefühl stärken kann" von Peggy McIntosh bei TEDxTimberlaneSchools und "Nächste Schritte im Streben nach Gerechtigkeit" mit Van Jones, Lee Merritt und Ben Crump.

Verallgemeinerungen vermeiden

Obwohl wir in unserer Arbeit häufig dazu tendieren, uns auf Kategorien und demografische Zielgruppen zu konzentrieren, dürfen wir nicht vergessen, dass Afroamerikaner eine Vielzahl von Erfahrungen, Hintergründen und Denkweisen haben. Für Marken ist es wichtig, die Kultur, die Medien, die Meinungsführer und andere Partner auf einer tieferen Ebene kennenzulernen, um Kunden besser beraten zu können.

Nicht nur reden, sondern auch handeln

Um Gehör zu finden, ist es wichtiger denn je, den gesellschaftlichen Wandel nicht nur zu unterstützen. Es müssen  auch Maßnahmen ergriffen werden, um Rassismus auszurotten und Diversität zu einer echten Priorität zu machen. In der heutigen Gesellschaft können die Menschen unaufrichtige Plattitüden und Handlungen leicht durchschauen. Die amerikanische NFL erntete heftige Kritik, nachdem NFL-Kommissar Roger Goodell ein Statement veröffentlichte, obwohl die Eigentümerschaft der Liga Colin Kaepernicks friedliche Proteste gegen Polizeibrutalität absichtlich erstickt hatte.

Als Gegenbeispiel haben einige Unternehmen angekündigt, Geld an Bürgerrechtsorganisationen zu spenden oder Firmen zu unterstützen, deren Eigentümer Schwarze sind. Andere Marken haben zielgerichtete soziale Initiativen ins Leben gerufen und Schritte unternommen, um problematische Strukturen der Vergangenheit zu korrigieren. Einige Organisationen wiederum haben sich verpflichtet, sich ihren eigenen Unzulänglichkeiten zu stellen, um zu einem nachhaltigen Wandel beizutragen.

Engagieren Sie sich  

Wer über Aufklärungsarbeit in den sozialen Medien hinausgehen möchte und daran interessiert ist, sich dem Kampf für Gleichberechtigung anzuschließen, dem steht eine Vielzahl von Ressourcen zur Verfügung:   Es gibt viele Organisationen, die sich an vorderster Front für soziale Gerechtigkeit einsetzen, um Veränderungen zu bewirken. Schließen Sie sich an, spenden Sie oder nutzen Sie deren Informationen, um ihre Missionen voranzubringen. Zu den bemerkenswerten Organisationen gehören Black Lives MatterColor of ChangeGrassroots Law ProjectNAACP.orgObama.org/anguish-and-action/Until Freedom.

Gespräche über Rassismus sind oft unangenehm, aber das muss nicht sein. Wenn wir uns über dieses Thema aufklären, können wir Lösungen dazu finden, wie wir einen dauerhaften und nachhaltigen Wandel herbeiführen können.

5 JUNE 2020 //     

5 Empfehlungen für die Kooperation mit Markenbotschaftern während der Corona-Krise

Trotz der zunehmenden Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in vielen Ländern und der Rückkehr zur „neuen Normalität“ sind Unternehmen noch lange nicht wieder im normalen Geschäftsbetrieb angekommen. Ob Journalisten, Mitarbeiter, Influencer oder andere Interessensgruppen: Sie alle verlangen Transparenz darüber, wie die nächsten Schritte einer Marke aussehen werden und welchen Beitrag sie dazu leisten können.  

 Von den großen Namen mit Wiedererkennungswert bis hin zu der breiten Masse engagierter, loyaler Markenfans: Was ist die richtige Strategie, um in Zeiten wie diesen mit Markenbotschaftern zusammenzuarbeiten?

 Es ist wichtig zu erkennen, dass es keine Patentlösung gibt - jede einzelne Markenbotschafterinitiative muss einzeln betrachtet und hinterfragt werden. Im Folgenden stellen wir Empfehlungen für die Kooperation mit Markenbotschaftern vor, die wir für unsere Kunden entwickelt haben, um diese bei der Navigation durch die Krise zu unterstützen.

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Suchen Sie proaktiv den Kontakt. Zeigen Sie Ihren Markenbotschaftern, dass sich Ihr Unternehmen um sie und ihre Situation sorgt und kümmert.

Denken Sie daran, dass eine Marke ein Konstrukt aus menschlichen Emotionen ist. Sie lebt von den Bildern und Gefühlen, die sie bei Verbrauchern auslösen. Prominente, Influencer und Markenbotschafter sitzen derzeit alle im selben Boot. Sie sind gezwungen, sich auf eine "neue Normalität" einzustellen so wie wir alle. Jetzt geht es darum zu zeigen, dass man ein Partner ist, auf den man auch in ungewöhnlichen Zeiten bauen kann. Ein Partner, dem der Mensch hinter der Geschäftsbeziehung wichtig ist.

Nehmen Sie den Kontakt auf und bringen Sie die Kommunikation auf eine persönliche Ebene. Fragen Sie nach ihren Kindern oder welche Serien sie momentan schauen. Tauschen Sie hilfreiche Informationen, Links und Neuigkeiten aus. Geschäftliche Verhandlungen können warten. Stellen Sie die persönliche Beziehung zu dem jeweiligen Markenbotschafter in den Mittelpunkt jeglicher Kommunikation.

Markenbotschafter werden auch nach der Krise noch ein entscheidender Stützpfeiler sein, um mit Ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten, hilfreiche Informationen zu gewinnen und die Marke in der Öffentlichkeit zu repräsentieren. Die Voraussetzung dafür ist jedoch die Unterstützung für Markenbotschafter in herausfordernden Zeiten und die Bemühung darum, den Kontakt zu ihnen auch unter ungewöhnlichen Umständen zu halten. So wird eine auf persönlichem Kontakt basierende Zusammenarbeit zu einer langfristig positiven Zusammenarbeit führen.

Stellen Sie sicher, dass Markenbotschafter mit ausreichend Input versorgt sind

Sind Sie der Hersteller von Dingen, die man in Zeiten des Social Distancing gerne um sich hat oder vermisst? Oder gehört zu Ihrem Portfolio etwas, was wir aktuell alle dringend benötigen? Versorgen Sie Ihre Influencer mit dem, wofür Sie stehen.

Selbst wenn es sich nicht um einen existenziell wichtigen Artikel handelt, können kleine Überraschungsmomente ein Lichtblick sein. Es ist auf jeden Fall eine perfekte Gelegenheit, positive Emotionen zu erzeugen und Unterstützung und Fürsorge der Marke zu zeigen. Jetzt so zu handeln, wird sich auf lange Sicht auszahlen. 

Lesen Sie zwischen den Zeilen. Hören Sie zu und führen Sie einen echten Dialog

Social Listening und Social Monitoring waren noch nie so wichtig wie heute. Für Marken ist es schwierig, selbst einen positiven Einfluss auf die Inhalte zu nehmen, ohne unsensibel und opportunistisch zu wirken. Die Stimmung in sozialen Medien verändert sich beständig.

Im Moment sehen wir eine Challenge nach der anderen - User, die ihre Freunde taggen, um Liegestütze zu machen, Menschen, die Fotos ihrer Hunde schicken und ihre Freunde ebenso dazu ermuntern, Weihnachtsbeleuchtung, um Freude zu verbreiten, das Posten von Workouts und Rezepten. Die Notwendigkeit, sich in dieser Zeit der Isolation gerade jetzt miteinander zu verbinden, ist offensichtlich.

Gleichermaßen ist es von entscheidender Bedeutung, diese Art der Gespräche auch mit Markenbotschaftern zu führen. Social Listening und Social Monitoring geben uns dabei die Richtung vor. Die gewonnen Informationen zeigen, was die Menschen nachts wachhält, und decken ungeahnte Möglichkeiten auf, wie ein Unternehmen gerade jetzt hilfreich sein kann.

Gewähren Sie noch mehr Zugang - seien Sie übermäßig transparent 

Es wird zunehmend wichtiger, den Influencern noch mehr Zugang zu Marken zu verschaffen. Wie bereits erwähnt, können Markenbotschafter durch ihre Einblicke in die Medienlandschaft einen wertvollen Beitrag leisten, wenn es um Content-Strategien geht.

Führen Sie virtuelle Einzelgespräche mit Markenbotschaftern und Influencern, um über Produktneuheiten, Initiativen und/oder wichtige Unterscheidungsmerkmale zu sprechen. Oder veranstalten Sie Round-Table-Gespräche mit einer Gruppe von Partnern. Dies gibt Influencern das Gefühl, ein echter Partner und Insider zu sein. Wenn man den Eindruck vermittelt, dass die Markenbotschafter Teil einer Fokusgruppe sind, die der Marke hilft, ihre Ziele gemeinsam zu erreichen, kann man viel bewirken.

Weiterhin ist es dennoch wichtig, dass Markenbotschafter das Produkt selbst in der Hand halten und testen können. Und sie zu fragen, welche Art von Inhalten ihrer Meinung nach bei der Produktzielgruppe am besten ankommt.

Sie können jetzt nicht eigennützig sein - Sie müssen helfen

Um in dieser turbulenten Zeit als Marke sichtbar zu sein, bedarf es Informationen in Echtzeit, damit Influencer- oder Markenbotschafterprogramme zielgenau ausgerichtet werden können. Eine Steigerung des Bekanntheitsgrades lässt sich im Moment nur durch eines bewirken: Unternehmen müssen einen authentischen, produktiven Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Ein großartiger Beweis dafür ist der jüngste Einsatz von Markenbotschaftern durch Nike für die Kampagne "Play Inside to Play for the World". Als Sportler wissen die Botschafter, wie man trainiert und aktiv bleibt. So trugen die Botschafter dazu bei, die Marke und ihr "Just Do It"-Motto, das die Community schon immer dazu inspiriert hat, Initiative zu ergreifen, zu stärken. Fakt ist: Wir müssen alle sowohl geistig als auch körperlich aktiv bleiben. Deshalb hat die Kampagne, in Zusammenhang mit der Aufforderung zuhause zu bleiben, voll ins Schwarze getroffen – und dabei perfekt die Nike-Markenbotschaften vermittelt.

Entscheidend ist immer, den richtigen Ton zu treffen. Dies zu schaffen, erfordert das Zusammenspiel von mehreren Dingen: Markenbotschafter, Markenwerte und das Erkennen der Bedürfnisse der Menschen spielen dabei zu gleichen Teilen wichtige Rollen. Es steht fest, dass Markenbotschafter und Influencer weiterhin unverzichtbar für Unternehmen sind. Mit den richtigen Schritten können jetzt aber umso nachhaltigere Beziehungen aufgebaut werden, die sich langfristig für beide Seiten auszahlen werden.

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19 MAY 2020 //     

Podcast: Kommunikation nach Corona - die Normalität danach verlangt Sensibilität, Verantwortung und Ehrlichkeit

Langsam kommen wir in Deutschland aus der gesellschaftlichen Erstarrung während der Shut-Down-Phase heraus. Verursacht durch einen winzigen Virus, der verheerende Folgen für unser Miteinander und die Gesundheit vieler Menschen brachte – und noch zu bringen droht. COVID-19 stellte jedes einzelne Land Europas vor besondere Herausforderungen. Jedes Gesundheitssystem ist etwas anders aufgebaut, die politischen Gefüge und Entscheidungswege sind unterschiedlich. Auch die Lebensrealitäten und kulturellen Hintergründe variieren von Land zu Land – ja auch von Region zu Region.

So war auch die Antwort auf die Krise in jedem Land anders. In Italien oder Spanien musste man beispielsweise strenge Isolation erleben. Andere Reaktionen reichten über Ausgangsbeschränkungen mit der Möglichkeit zum einsamen Spaziergang in der Umgebung des Wohnorts (wie in Deutschland) bis hin zum Laissez-Faire der Schweden, die versuchten, das normale Leben maximal weiterzuführen.

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Podcast: Phasen der Unternehmenskommunikation während und nach COVID 19

Tom Smith und David Wolfe von Allison+Partners beschrieben kürzlich die sechs Phasen des Disruptions-Zyklus. Diesem Thema widmen wir uns auch in der aktuellen Folge unseres Podcasts Kopfstand. Wie sollten Unternehmen nach innen und außen kommunizieren? Welche Phasen gibt es und in welcher befinden wir uns gerade? Und: Was ist in dieser Zeit generell aus Kommunikationsperspektive zu beachten? Diese Fragestellungen und mehr bespricht Host Stefan Schaumeier mit der Leiterin des Münchner Büros von Allison+Partners, Heike Schubert. Die Episode kann über Spotify und Youtube aufgerufen werden.



Übergang in die Erholungsphase

Für die meisten Länder beginnt nun im Mai 2020 quasi ein Balanceakt. Langsam, aber sicher gehen sie aus der sogenannten „Kommandophase“ (Phase 3) in die „Erholungsphase“ (Phase 4) über. Langsam, da es extrem wichtig ist, das Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen und die Kontrolle über die getroffenen Maßnahmen zu behalten und gegebenenfalls schnell gegensteuern zu können. So wird auch in den nächsten Wochen die Unsicherheit jeden Aspekt unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens bestimmen. Eine Unsicherheit, die in Deutschland gerade auch in Hinblick auf die vermeintliche Normalität, die wir anstreben, alles in Frage und auf den Prüfstand stellt. Was war gut in unserer alten Normalität? Was hat funktioniert und was weniger? Was müssen wir ändern?

Was als leises Hinterfragen begann, ist nun bereits zu einer breiten gesellschaftlichen Diskussion geworden. Von der Aufwertung und besseren Anerkennung systemrelevanter Berufe in der Pflege, im Einzelhandel und in der Logistik über das Hinterfragen unserer Reise- und Urlaubsgewohnheiten, den Zustand unseres Schulsystems und den Abläufen und Anforderungen in unserer Arbeitswelt bis hin zu unserem Umgang mit den Ressourcen auf unserer Erde – es scheint, als hätten wir genau jetzt eine Gelegenheit gefunden, auf „reset“ zu drücken und  in vielen Bereichen einen Neustart zu wagen, der von einer breiten Mehrheit getragen wird.

Das bedeutet für Unternehmen und Organisationen, das auch sie ihr bisheriges Messaging und ihre Verortung im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang grundsätzlich hinterfragen und gegebenenfalls anpassen müssen. Sie müssen herausarbeiten, was sie zum „neuen Normal“ beitragen können und wie sie Innovationen, die zu einer besseren Zukunft für uns alle beitragen, unterstützen können.

Im Folgenden finden Sie drei grundsätzliche Überlegungen, die bei der Neuausrichtung der Kommunikation berücksichtigt werden sollten:

1. Zeigen Sie, wie und was Sie zur Bewältigung der Krise beitragen können, denn die Bedrohung ist weiterhin akut

Aktuell sollten Sie in der Kommunikation berücksichtigen, dass es um das große Ganze geht. Ihr Unternehmen ist nur ein kleines Rad in einem komplexen Gesamtsystem. Worauf aktuell von außen besonders beachtet wird: was können Sie dazu beitragen, das System am Laufen zu halten und die Bedrohung durch den Virus zu reduzieren. Sei es, dass Sie lokale Tafeln unterstützen, Ihre Produktion auf Mund-Nase-Schutzmasken umstellen, Sie Mitarbeitern die Möglichkeit geben, in systemrelevanten Positionen auszuhelfen oder Sie auf sich auf die Fertigung von Komponenten für Beatmungsgeräte konzentrieren – all dies sind Aktivitäten, die zeigen, dass Sie an einem Strang mit der Gesellschaft ziehen, dem Virus die Stirn zu bieten.

Dies wird in Ihre Marke einzahlen, da in Erinnerung bleiben werden als ein Unternehmen oder eine Organisation, die Verantwortung in einer schwierigen Situation übernommen hat. Es ist die ideale Zeit, um zu zeigen, dass Unternehmen nicht nur existieren, um für sich selbst erfolgreich zu sein, sondern dass sie auch verantwortungsvolle Player im gesamtgesellschaftlichen System darstellen.

2. Es ist nicht die richtige Zeit, um sich kommunikativ im Erfolg zu sonnen

Die Mehrheit der Menschen, Firmen und staatlichen Institutionen befinden sich aktuell in einer außerordentlichen Stresssituation, die quasi aus dem Nichts kam. Die Herausforderungen sind im wahrsten Sinne des Wortest oft überwältigend: der Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Kurzarbeit, der komplette Zusammenbruch der Nachfrage in einigen Sektoren wie der Gastronomie, Hotellerie oder dem Kultur-Bereich… die Liste könnte beliebig weitergeführt werden. Die Politik kämpft aktuell an mehreren Fronten: Priorität eins liegt bei der Eindämmung der Ausbreitung des Virus, mittlerweile gefolgt von der Bewältigung der Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit auch auf Arbeitnehmer.

Zwar federn in vielen europäischen Ländern funktionierende Sozialsysteme die schlimmsten Auswirkungen für die Menschen ab, doch auch diese Systeme drohen durch die schiere Größe der Herausforderung an ihre Grenzen zu stoßen. Und zwischen all den Hiobsbotschaften, die täglich im Detail in allen Medien diskutiert und beleuchtet werden, tut es einfach gut, kleine positive Meldungen zu entdecken, die Hoffnung geben. Hoffnung auf ein neues Normal, an das Licht am Ende des Tunnels.

Jede Art von Kommunikation, die jedoch den Bogen überspannt und in der aktuellen Situation heraushebt, besonders erfolgreich zu sein, wird als unangebracht empfunden. Sie ist geradezu kontraproduktiv, da das jeweilige Unternehmen quasi als Kriegsgewinner und negativ konnotiert eingeordnet wird. Das bedeutet nicht, dass man auch in dieser Phase nicht erfolgreich sein darf. Jedem ist klar, dass es Bereiche gibt, die aktuell eine sehr hohe Nachfrage erleben und entsprechend auch mehr Umsatz machen. Es stellt jedoch diese Unternehmen auch in eine besondere Verantwortung für die Gesellschaft und die Kommunikation muss entsprechend sensibel und feinfühlig aufgesetzt sein.

Begleitet von entsprechenden Aktivitäten wie besonderen Angeboten, der Beteiligung an Spendenaktionen oder der Unterstützung von gemeinnützigen Aktionen und einer klar kommunizierten ethischen Grundausrichtung gewinnt man so Glaubwürdigkeit und die Marke wird positiv aufgeladen – etwas, wovon man auch in Nach-Corona-Zeiten noch profitiert.

So gilt ganz grundsätzlich: Wer sich als erfolgreiches Unternehmen in dieser Phase authentisch und transparent für die Gemeinschaft einsetzt, gibt den Menschen Hoffnung und stärkt die Moral und zieht nicht Neid und Missgunst auf sich.

3. Werden Sie Teil der „neuen“ Zukunft

Die Vertreter der sogenannten Millenials und der Generation Z unterscheiden sich in einigen Aspekten signifikant von ihren Vorgängergenerationen. Sie drängen darauf, Positionen und Gewohnheiten zu überdenken und Fragen zur Gestaltung der Zukunft aktiv anzugehen – und zwar jetzt.

Damit Unternehmen einschätzen können, wie sie innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Review-Prozesses aufgestellt sind, sollten Sie ihrerseits drei Aspekte genauer unter die Lupe nehmen: Wie wird Ihr Produkt, Ihre Strategie und Ihr Unternehmen in Sicht auf die Gestaltung einer „neuen“ Zukunft gesehen und wie können Sie Teil einer positiven Transformation werden.

Ein Unternehmen kann mit Sicherheit nicht alle Probleme lösen, doch man kann herausarbeiten, wie man zur Problemlösung zum Beispiel im direkten Umfeld der Betriebstätigkeit beitragen kann. Welche Produkte bieten Sie an und wie können Sie diese entsprechend des Ziels für ein besseres Morgen optimieren? Wenn Sie hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten können, besteht auch die Möglichkeit, sich als Experte und Vorreiter zu positionieren, der sich für eine positive Entwicklung zum Beispiel im Bereich Mobilität, Umweltschutz, der Arbeitswelt oder des Schulsystems einsetzt.

Es geht darum, bei all den Herausforderungen, die die globale Pandemie mit sich bringt, auch die Chance zu begreifen, die sie für Gesellschaften, Unternehmen und Menschen bietet – den alten Status quo komplett zu überdenken. So können wir alle Teil eines besseren „Morgen“ werden – und das ist mit Sicherheit durch und durch positiv.

OPINION //21 APRIL 2020 //     

Führungsqualitäten in einer globalen Krise: Wie ein Phönix aus der Asche in 6 Schritten

Nur wenige Dinge sind für Führungskräfte erschreckender als festzustellen, dass ihr Team, ihre Abteilung oder ihr Unternehmen im Mittelpunkt einer Krise oder eines Skandals steht. Mittlerweile haben sich bestimmte Strategien und Maßnahmen zum Krisenmanagement bewährt und sind etabliert - die meisten Unternehmen, unabhängig ihrer Größe, sind zumindest rudimentär auf eine Krise vorbereitet. Unternehmenskrisen, so geschäftskritisch sie auch sein mögen, sind inzwischen zur Routine geworden. Es gibt heute nur einen wesentlichen Unterschied zur Krisenkommunikation der letzten 50 Jahre: Dadurch, dass digitale Tools und soziale Kanäle Teil des Medienmixes geworden sind, hat die Kommunikation an Unmittelbarkeit gewonnen.

Eine Herausforderung in der aktuellen Krise ist jedoch weniger gut hinterfragt: Wie führt man ein Unternehmen aus einer Krise, die jeden Einzelnen auf dieser Welt betrifft? Die Bedrohung von Existenzen ist aktuell genauso real wie bei anderen Krisen. Der Unterschied ist aber, dass die Lösung zur Bewältigung der Krise ebenso weit außerhalb der Macht eines Unternehmens steht wie deren Ursache.

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Glücklicherweise sehen sich Unternehmen eher selten gezwungen, mit den Folgen einer Pandemie fertig zu werden – und doch können sie aus den Erfahrungen der Vergangenheit schöpfen. Innerhalb des letzten Jahrhunderts waren regelmäßig systemische Ausfälle zu beobachten. Diese haben uns viel darüber gelehrt, wie man Unternehmen in turbulenten Zeiten über Wasser halten kann. Unsere Studie über systemische Ausfälle und die Reaktionen der Unternehmen vermittelt ein grundlegendes Verständnis der aktuellen Situation.

Bei der Bewältigung der durch COVID-19 verursachten Ausfälle durchleben Unternehmen sechs Phasen: Schock, Orientierung, Führung, Regeneration, Aufprall und Gleichgewicht (oder "die neue Normalität"). Wir geben einen Überblick über die einzelnen Phasen. Zudem werfen wir einen Blick darauf, wie und unter welchen Bedingungen sich Unternehmen zwischen den Phasen bewegen und sich mit ihnen befassen. So identifizieren wir eine Leitlinie, die Unternehmen aus der Krise herausführt.

Schockphase

Der Schock beschreibt die erste Phase, in der die Disruption stattfindet, oder anhält. Sie kennzeichnet sich durch Orientierungslosigkeit, einen ständigen Mangel an ausreichenden Informationen und eine Flut an Ereignissen, die drohen, den Geschäftsbetrieb außer Kontrolle zu bringen. Panik lässt sich kaum in Schach halten. Unternehmen handeln in dieser Zeit oft um des Handelns willen oder sie sind wie gelähmt und nicht in der Lage, zu reagieren.

Orientierungsphase

In der zweiten Phase beginnt der Prozess, in dem Unternehmen das gesamte potenzielle Ausmaß der Krise und die möglichen Folgen umfassend realisieren. Führungspersonen arbeiten an konkreten Maßnahmen, die nächsten Schritte werden beschlossen und erste Beschlüsse bereits wieder über Bord geworfen. Das passiert solange, bis die Unternehmen erste kohärente, zaghafte Schritte zur Bewältigung der Krise definiert haben und gehen können.

Führungsphase

In der Führungsphase übernehmen Unternehmen bewusst wieder die Kontrolle. Obwohl sich die Situation stetig weiterentwickelt, bleiben sie am Ball und reagieren schneller und bestimmter. Allmählich sind sie nicht mehr damit beschäftigt, nur aufzuholen, sondern vorausschauend zu denken, auch wenn die Krise sowohl das Unternehmen als auch seine Mitarbeiter und Kunden weiter unter Druck setzt. Im aktuellen Fall der COVID-19-Krise wird die Führungsphase bis etwa einen Monat, nachdem die Anzahl der täglichen Infektionen rückläufig wird, andauern. Anders als bei der Schock- und Orientierungsphase kontrolliert das Unternehmen nicht den zeitlichen Ablauf der Phase: Es gilt diesen Zeitraum kontrolliert durchzustehen und den Grundstock für die nächsten drei Phasen zu legen.

Regenerationsphase

Wenn die eigentliche Krisensituation überwunden ist, aber das Unternehmen, seine Kunden und/oder seine Lieferkette noch nicht wieder zum normalen Betrieb zurückgekehrt sind, beginnt die Regenerationsphase. In dieser Phase werden Unternehmen in der Lage sein, sowohl die Schäden als auch in einigen Fällen mögliche positive Auswirkungen der Krise einzuschätzen. Sie können sich auf die neue wirtschaftliche Normalität einstellen. Für manche Unternehmen kann dies einen anhaltend eingeschränkten Betrieb bedeuten, weshalb Investitionen unumgänglich sein werden. Andere Unternehmen, die beispielsweise während der Krise ein Wachstum verzeichneten, werden sich in dieser Phase wieder normalisieren und anpassen müssen. In beiden Fällen ist der Prozess jedoch organischer Natur und man wird schnell Fortschritte erkennen können.

Aufprallphase

Nach der Regenerationsphase werden zahlreiche Unternehmen, die während der Krise ein erhebliches Nachfragedefizit hatten, mit dem Gegenteil konfrontiert sein: ein plötzlicher und kurzfristiger Boom der Geschäftstätigkeit durch Nachholbedarf bei Waren oder Dienstleistungen. Dies scheint auf den ersten Blick zwar positiv zu sein, allerdings handelt es sich hierbei um eine außerordentlich herausfordernde Phase. Unternehmen müssen ihre Prozesse ständig anpassen und eine durchdachte Kommunikation mit Kunden, Lieferanten, Medien und Mitarbeitern entwickeln. So können sie einerseits die Kundenzufriedenheit aufrechterhalten und andererseits die Balance zwischen der Bewältigung des kurzfristigen Nachfrageanstiegs und der Vermeidung von Überinvestitionen in Personal, Anlagen und Ausrüstung halten. Die Aufprallphase kann somit als eine Minikrise angesehen werden, eine Art Nachbeben, die das Unternehmen erneut herausfordern wird.

Gleichgewichtsphase – die neue Normalität

Die letzte Phase beschreibt das, was viele als "die neue Normalität" bezeichnen, ein über einen längeren Zeitraum stabiles Geschäftstempo. Für einige Unternehmen wird dies durch höhere Umsätze und eine größere Nachfrage gekennzeichnet sein. Andere werden feststellen, dass die Krise sie mit einem kleineren Marktvolumen zurücklässt. In dieser Phase ist die größte Anpassungsleistung von allen erforderlich, denn die Unternehmenslandschaft wird sich unumkehrbar verändert haben. Unternehmen müssen sich deshalb beständig anpassen, um diesem Wandel gerecht zu werden.

Jede der oben genannten Phasen ist eine eigene Herausforderung für die Geschäftskontinuität, die jeweils eine individuelle Reaktion erfordert. Deshalb ist es ratsam, sich bereits jetzt mit nötigen Maßnahmen auseinanderzusetzen. Wer damit wartet, bis eine Änderung der Prozesse unumgänglich ist, hinkt der Konkurrenz schon hinterher. Der beste Zeitpunkt, um seinen Weg durch diese Krise zu planen, ist während der Kommandophase. Denn hier zeichnet sich bereits ab, welches Ausmaß die Aufprallphase haben wird, wie die neue Normalität aussehen kann und wie Unternehmen wieder auf die Beine kommen können. Je früher man sich vorbereitet, desto wahrscheinlicher wird das Unternehmen die Krise überstehen.

Erste Schritte

Zunächst sollte man ein leistungsstarkes Team aufstellen, bei dem alle wichtigen Akteure mit an Bord sind – externe Berater eingeschlossen. Anschließend sollte gewährleistet werden, dass das Team alle sechs Phasen der Krisenbewältigung verinnerlicht und sich aller Herausforderungen und Chancen bewusst ist. Das Team sollte die Vision des Unternehmens dazu teilen, wie dieses aus der Krise gestärkt hervorgehen kann. Wenn diese Punkte abgehakt sind, ist es Zeit, sich die folgenden Fragen zu stellen:

  • Werden Daten, Analysen und Social Listening eingesetzt, um zu verstehen, wie die jeweiligen Interessensgruppen denken und fühlen und sich ihre Ansichten über den Verlauf der Krise entwickeln?
  • Besteht die Möglichkeit, sich enger mit Mitarbeitern auszutauschen, die in direktem Kontakt mit Kunden und wichtigen Interessengruppen stehen, um zu verstehen, welche Rückmeldung sie erhalten und wie sie die Lage beurteilen?
  • Welche Innovationen müssen getätigt werden, damit ein Unternehmen auf den Erfolg in der „neuen Normalität“ vorbereitet ist?

Auch noch lange nach der Pandemie wird ein Unternehmen nach den Maßnahmen bewertet werden, die es während der Krise ergriffen hat. Daher sind Führungskräfte gefragt, proaktiv zu handeln, um langfristige Reputationsschäden abzuwehren.

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David Wolf ist Managing Director von Allison Advisory bei Allison+Partners. Er hat langjährige Erfahrung, wenn es darum geht, Unternehmen bei der Bewältigung von externen und internen Herausforderungen betrieblicher und kommunikativer Art und im Marketing zu unterstützen.

Tom Smith konnte in seinen 24 Jahren als Kommunikationsexperte zahlreiche Erfolge bei der Planung und Umsetzung von Unternehmenskampagnen verzeichnen. Er hat zahlreiche globale Multimillionen-Dollar-Accounts geleitet. Als Präsident der nordamerikanischen Corporate Practice von Allison+Partners bringt er tiefgreifende Erfahrungen in zahlreichen Branchen mit, darunter Finanzdienstleistungen, Gastgewerbe, professionelle Dienstleistungen, Technologie, Bildung, Gesundheitswesen und industrielle Zulieferung. Zu seinen Spezialgebieten gehören integrierte Kommunikation, Markenpositionierung von Unternehmen, Thought Leadership, Sichtbarkeit von Führungskräften, B2B-Marketing, Influencer-Management, Media Relations und Investor Relations.

20 APRIL 2020 //     

Was jedes Unternehmen während der COVID-19-Pandemie wissen muss

Die COVID-19-Pandemie verändert viele Bereiche unseres Lebens tiefgreifend. Eine Herausforderung bleibt es auch, genau zu wissen, wie sich diese Krise auf Branchen und Unternehmen auswirken wird. Frühere Marktforschungen und Befragungen von Entscheidern scheinen im Fokus der aktuellen Situation überholt – ja geradezu aus der Zeit gefallen. Fragestellungen können mittlerweile irrelevant sein und Prioritäten innerhalb von Unternehmen haben sich zum Teil eklatant verschoben.

Dennoch müssen Unternehmen wissen, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen sollen. Die Herausforderung hier: sensibel und vorausschauend zu agieren und zeitgleich die Umsetzung der sich ständig ändernden Vorschriften sicherzustellen, mit dem Ziel, die Geschäftstätigkeit weiterhin erfolgreich aufrechtzuerhalten.

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Jedes Unternehmen, jede Marke oder Organisation muss genau wissen, was sie kommunizieren kann und soll – und wie. Unternehmen und Organisationen müssen auch im Blick haben, was ihre Zielgruppen und Geschäftspartner von ihnen erwarten. Welche Fragen haben diese Stakeholder? Was sind ihre Hauptanliegen? Wie verfolgen Sie als Unternehmen Ihre Geschäfts- und Kommunikationsziele in der Zeit des Shutdowns? Wie stellen Sie sicher, immer den richtigen Ton zu treffen?

Mehr denn je muss jedes Unternehmen, jede Marke oder Organisation folgende Punkte im Detail kennen:

  • Die meistgestellten Fragen rund um COVID-19, die Ihre wichtigsten Zielgruppen und Stakeholder-Gruppen an Sie und Ihr Unternehmen oder Ihre Branche haben
  • Die Wahrnehmung Ihres Unternehmens oder Ihrer Marke im Vergleich zu Konkurrenten im Kontext von COVID-19
  • Die wichtigsten positiven und negativen Diskussionsthemen im Zusammenhang mit COVID-19 für Ihr Unternehmen (oder Ihre Marke) und Ihre Konkurrenten
  • Die wichtigsten positiven und negativen Diskussionsthemen im Zusammenhang mit COVID-19 in Ihrer Branche
  • Wichtige Kommunikationskanäle
  • Die einflussreichsten meinungsbildenden Persönlichkeiten
Wer diese entscheidenden Punkte beachtet, ist klar im Vorteil. Die oben genannten Schlüsselinformationen nicht zu kennen, ist, als würde man ein Flugzeug blind durch dichten Nebel fliegen. Daten und Fakten sind notwendig, um sicher zu navigieren. Bei Allison+Partners generieren wir diese Einsichten, um unseren Kunden zu helfen, effektiv und effizient mit deren Kunden und Stakeholdern zu kommunizieren.

So unterstützen wir ein Outdoor-Freizeitunternehmen in den USA dabei, all diese Aspekte im Blick zu haben. Mit einem umfassenden Q&A-Dokument für seine zahlreichen Franchisenehmern kann das Unternehmen über alle Bereiche hinweg quasi mit einer Stimme sprechen. Außerdem arbeiteten wir mit einem global agierenden Unternehmen im Bereich Kommunikationstechnologie zusammen, um zu untersuchen, was dessen Kunden und Stakeholder gerade jetzt von ihnen erwarten. Mit diesen Erkenntnissen war und ist das Unternehmen in der Lage, die relevantesten Themen zu adressieren und sicherstellen, dass sie sowohl intern (von den Mitarbeitern) als auch extern als richtungsweisend und in der Branche führend wahrgenommen werden.

Der Ruf eines Unternehmens, einer Marke oder einer Organisation kann in dieser außergewöhnlichen Zeit sehr schnell geformt werden – im Positiven genauso wie im Negativen. Je nachdem, wie sie auf die COVID-19-Herausforderung reagieren, wird es klare Gewinner und Verlierer geben. Aber eines ist sicher – nichts wird je wieder so sein, wie es war.

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17 APRIL 2020 //     

Die Bedeutung interner Kommunikation in Krisenzeiten

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter COVID-19 wandeln sich rapide. Während Unternehmen aktuell den Fokus auf die Fortführung des Geschäftsbetriebs legen, gerät die interne Kommunikation oft in Vergessenheit. Auch wenn Mitarbeiter, Partner und Kunden verstehen, dass die Unternehmensführung nicht auf alles sofort eine Antwort parat haben kann, ist es wichtig zu zeigen, dass man sein Team nicht vergisst.

Für die meisten Arbeitnehmer stellt beispielsweise der rasche Übergang zum Home Office eine besondere Herausforderung – auch im Vergleich zu früheren Krisen – dar. Viele Mitarbeiter sind dadurch isoliert, abgelenkt oder gestresst.

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Diese Situation wird die Unternehmenskultur, die Zielsetzungen und die Grundwerte vieler Unternehmen auf die Probe stellen. Der Antrieb, den das physische Büro zu erzeugen in der Lage ist, fehlt nun oft. Arbeitgeber müssen daher sofort, regelmäßig und in hoher Frequenz durch die jeweiligen Führungskräfte mit ihrem Team in Kontakt treten. Zudem sollte die Art, wie Informationen verbreitet werden, grundsätzlich überprüft werden, da Stand-ups und Firmenversammlungen aktuell keine realistischen Formate darstellen und das E-Mail-Volumen bereits drastisch angestiegen ist.

Während wir uns nun langsam von dem unmittelbaren Schock der schnellen Vollbremsung in den Lock-Down-Modus erholen, sollten sich Unternehmen über die langfristige Kommunikation in der Isolation und die mögliche Rückkehr zu einer neuen Normalität Gedanken machen. Jedes Kapitel dieser Entwicklung erfordert einen neuen Ansatz.

Dabei können Sie Folgendes beachten:

  • Sehen und hören Angestellten regelmäßig von ihren Vorgesetzen und der Unternehmensführung? Welche Kanäle werden benutzt? Vielleicht wären jetzt ein virtuelles All-Hands-Meeting, eine Microsite oder ein separater YouTube-Kanal ideal? Oder sind Inhalte, die via Smartphone kreiert werden, der richtige Weg, um Mitarbeiter zu erreichen? In einem unserer Podcasts erfahren Sie weitere Details zu diesem Thema.
  • Konzentrieren Sie Ihre Kommunikation auf das persönliche Element, das die Emotionen und Lebenssituationen Ihrer Mitarbeiter anspricht? Egal ob E-Mail oder persönliches Gespräch: Stellen Sie den Menschen in den Mittelpunkt.
  • Gibt es Möglichkeiten, bisherige Team-Aktivitäten in virtuelle Erlebnisse zu verwandeln? Das Feiern von Geburtstagen, das Würdigen von Arbeitsjubiläen oder Brainstorming-Sessions sollten nicht aufhören, nur weil Ihre Mitarbeiter nicht im gleichen Büro sitzen. Kurzfristig können Zoom und andere virtuelle Dienste helfen. Sogar zu den gemeinsamen Feierabenddrinks kann man virtuell zusammenkommen.
  • Fragen Sie Ihre Mitarbeiter mit Schnellumfragen und eingehenderen Assessments danach, wie es ihnen geht. Sie bekommen so ein besseres Verständnis für ihr emotionales Wohlbefinden und ihre beruflichen Herausforderungen in dieser sehr speziellen Situation. Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie wissen, was die Mitarbeiter denken, da es keine Universallösung für individuelle Herausforderungen gibt und jeder die Situation zu Hause anders erlebt. Vielleicht gibt es etwas Einfaches, das Sie für die Eltern unter Ihren Mitarbeitern tun können, die jetzt zu Hause die Schule ersetzen müssen, oder für Singles, die alleine leben und stark isoliert sind.
  • Planen Sie Kommunikationsstrategien für die „neue Normalität“? Bis dahin kann es noch Wochen dauern, aber die Mitarbeiter wollen Gewissheit haben, dass sie einigermaßen sicher und zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Die Notfallmaßnahmen, die zur Bewältigung der heutigen Probleme entwickelt wurden, müssen möglicherweise zeitnah überdacht werden.

In dieser beispiellosen Krise tragen Ihre Mitarbeiter entscheidend dazu bei, das Tagesgeschäft Ihres Unternehmens fortzuführen. Nehmen Sie sich in dieser schwierigen Situation die Zeit, um sich um sie zu kümmern.

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Todd ist Senior Vice President bei Allison+Partners. Dort leitet er ein Team von Marketingspezialisten und kreiert multidisziplinäre Kampagnen, die überzeugen.

9 APRIL 2020 //     

Produktivität für Büro und Home Office: 7 Ideen für optimiertes Zeitmanagement

In aktuellen Coronazeiten ist Zeitmanagement vielleicht noch wichtiger als im normalen Alltag. Schließlich sitzen sehr viele derzeit im Home Office und müssen ihren Arbeitsablauf komplett neu sortieren, da gewohnte Routinen und die schnelle Kommunikation über Schreibtische hinweg erst einmal wegfallen.

Also planlos vor der To-Do-Liste sitzen, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und vor lauter Stress verzweifeln? Das muss nicht sein! Oft liegt der anhaltende Stresspegel nämlich nicht an einer überbordenden Flut an Aufgaben, sondern an einer optimierbaren Herangehensweise. Und gerade jetzt ist es besonders wichtig, sich neu zu strukturieren. Jeder Tag hat 86.400 Sekunden und es liegt an uns, wie wir sie nutzen. Mit den folgenden Tipps können Sie die Art und Weise, wie sie an Aufgaben herangehen, von Grund auf ändern - und so das Stresslevel nachhaltig senken.

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Aufgaben planen

Montags Stress pur und ab Mittwoch nichts mehr zu tun? Vorausschauend planen lautet die Devise – so vermeidet man Tage voller Stress und Zeitdruck und schafft ein möglichst gleichbleibendes und machbares Arbeitspensum. Damit arbeitet man nicht nur produktiver, man ist im Durchschnitt auch schneller fertig. Schritt 1:  Übersicht verschaffen. Am besten schreibt man die anstehenden Aufgaben am Wochenanfang in Listenform auf. Daraus erstellt man sich einen Wochenplan, in dem die Aufgaben – je nach Priorität und Deadline - auf die einzelnen Tage verteilt werden. Mit etwas Übung kann man auch Tagespläne erstellen, die genau festlegen, in welchem Zeitfenster man welche Aufgabe erledigt.

Delegieren – Die Eisenhower-Matrix

Man sollte und kann sehr oft gar nicht alles alleine abarbeiten. Deshalb ist es umso wichtiger, die Aufgaben im Team zu verteilen. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Stärken der einzelnen Teammitglieder. So kann man die Aufgaben auf die jeweiligen Spezialisten verteilen, sodass sie bestmöglich und effizient umgesetzt werden. Und anschließend kann jedes Teammitglied sich die Eisenhower-Matrix zur Hand nehmen und die einzelnen Aufgaben ordnen. Die Matrix besteht aus vier Feldern, in die die Aufgaben je nach ihrer Dringlichkeit und Relevanz einsortiert werden: eilig und wichtig, eilig aber unwichtig, nicht eilig aber wichtig, nicht eilig und unwichtig. Die Aufgaben aus dem ersten Feld werden zuerst erledigt, die Aufgaben im letzten Feld kann man getrost beiseitelegen und angehen, wenn mal wieder etwas Luft ist.

 

Wichtig

Unwichtig

Eilig

Erledigen

Delegieren

Nicht eilig          

Terminieren           

Ablegen

 

Die 72-Stunden-Regel

Sie ist dazu da, um den inneren Schweinehund zu besiegen. Denn alles, was man sich vornimmt, sollte man innerhalb von 72 Stunden beginnen, sonst sinkt die Chance, das Projekt je anzugehen auf etwa ein Prozent. Wer mit Herzblut und Leidenschaft ein Projekt auf die Beine stellen will, der möchte auch umgehend damit loslegen. Deshalb halten erfolgreiche Menschen den Abstand zwischen Entschluss und Erledigung möglichst gering.

Die SMART-Methode

Sie soll helfen, Ziele möglichst realistisch einzuschätzen und anschließend sinnvolle Fristen zu setzen. Bereits 1956 wurde diese Methode entwickelt und findet seitdem in zahlreichen Unternehmen Gebrauch.

Spezifisch – Ziele so konkret wie möglich formulieren;
Messbar – an qualitativ und quantitativ messbaren Fakten orientieren;
Attraktiv – Die Planung soll Lust auf das Projekt und die Zielerreichung machen;
Realistisch – Was man sich vornimmt, muss mit der gegebenen Zeit und den Mitteln auch erreichbar sein;
Terminiert – Zeitliche Rahmen setzen: Was muss bis wann erledigt werden?

Prioritäten setzen mit der 40-30-20-10-Regel

Diese Regel ähnelt der oben beschriebenen Eisenhower-Matrix: Was ist wichtig und was kann noch etwas warten? Prioritäten setzen hilft dabei, den Aufgaben die angemessene Zeit zu widmen. Definieren Sie zu Arbeitsbeginn die drei wichtigsten Aufgaben des Tages. Dann investieren Sie 40 Prozent der Zeit in die wichtigste Aufgabe, 30 Prozent der Zeit in die Aufgabe mit Priorität 2, 20 Prozent der Zeit gehört der Aufgabe mit Priorität 3 und die übrigen 10 Prozent der Zeit bleibt für die restlichen Aufgaben.

Routinen schaffen und zu Gewohnheiten werden lassen

Auch in einem so abwechslungsreichen Arbeitsumfeld wie dem der Kommunikation ist es möglich, Routinen zu entwickeln. Diese helfen dabei, konzentrierter zu arbeiten und weniger anfällig für Ablenkungen zu sein. Außerdem üben Routinen einen unterbewussten Druck aus, da sie ein schlechtes Gewissen verursachen können, wenn man davon abweicht. Durch die Kraft der Gewohnheit ist es wahrscheinlicher, dass man sich an die geregelten Tagesabläufe hält.

Und so könnte eine Arbeitsroutine im Agenturalltag aussehen: Morgens Joggen, dann in die Arbeit, alle Kollegen begrüßen, 20 Minuten E-Mails bearbeiten, die unangenehmste Aufgabe des Tages abarbeiten (Eat the Frog), zwei Stunden Deep Work (Artikel schreiben o,ä.), Telefonanrufe tätigen, Mittagspause, Spaziergang, …

Erfolgskontrolle

Werfen Sie nach getaner Arbeit einen Blick auf Ihr Werk. Sind Sie mit dem Ergebnis und dem Weg dorthin zufrieden? Welche Dinge sollte man anders tun, welche weglassen? Wie kann man die Arbeitsweise optimieren? Falls Verbesserungsmöglichkeiten erkennbar sind, sollte die Strategie optimiert werden. Oft reicht es, die Prioritäten anders zu setzen, oder eine andere Herangehensweise zu testen.

 

25 MARCH 2020 //     

Podcast: Wie Führungskräfte dafür sorgen können, dass Home Office gelingt

Aufgrund der aktuellen Gesundheitslage durch das Corona-Virus steigen viele Unternehmen, soweit möglich, auf Home Office um. Deshalb sollten Firmen darüber nachdenken, wie sie Mitarbeiter in den Arbeitsalltag mit einbeziehen können – selbst, wenn diese aus der Ferne arbeiten. Wir befassen uns mit diesem Thema in der neuesten Episode unseres Podcasts "Kopfstand" und geben drei Tipps, wie Home Office funktioniert. 

Podcast: Interne Kommunikation vs. #COVID-19

Wie gelingt es, die interne Kommunikation positiv und erfolgreich zu gestalten, während fast jeder im Home Office ist und wegen COVID-19 nicht weiß, wie es überhaupt weitergeht? Was sind die Do's und Dont's und wie kann man die Arbeitsmoral im Home Office hochhalten? Außerdem: Welche Best Practices gibt es fürs Home Office? Und wie gelingt der Spagat zwischen Teamwork und räumlicher Distanz? All diesen Fragen widmet sich die neue "Kopfstand"-Episode, zu hören bei SpotifyiTunes und YouTube.

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1. Klare Erwartungen und regelmäßige Interaktion

Sobald die Entscheidung für die Arbeit von Zuhause aus gefallen ist, ist eine effektive Kommunikation zwischen Führungspersönlichkeiten und Mitarbeitern essenziell. So erhält man den Geschäftsbetrieb aufrecht und sorgt dafür, dass sich die Mitarbeiter eingebunden fühlen. Im Team sollte man die Erwartungen an die gemeinsame Fernarbeit genau definieren. Eine einfache Möglichkeit, um die interne Kommunikation zu verbessern, sind häufige Absprachen. Falls ein Mitarbeiter normalerweise täglich Bericht erstattet oder persönlich mit seinem Vorgesetzten spricht, sollte man sich im Home Office zwei bis drei Mal täglich austauschen.

So bleibt jeder auf dem Laufenden, ohne dass der Arbeitsalltag übermäßig oft unterbrochen wird. Mit Videokonferenz-Tools oder internen Kommunikationsprogrammen wie Slack oder Microsoft Teams wird die Arbeit aus der Ferne effektiver.

Außer mit Richtlinien zur Kommunikation sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter im Krisenfall auch mit aktuellen Informationen, wie etwa über COVID-19, die WHO-Richtlinien und die aktuellen Anweisungen des Robert-Koch-Instituts, versorgen. Dadurch wird gewährleistet, dass jeder Mitarbeiter Zugang zu wichtigen Informationen hat. Außerdem kann man so die Mitarbeiter ein wenig beruhigen.

2. Evaluation der aktuellen internen Kommunikationsstrategie

Nicht nur für Mitarbeiter bedeutet Home Office eine Umstellung: Auch für Führungskräfte ändert sich die alltägliche Arbeitsweise. In einer Krisensituation müssen Führungsteams in der Regel häufiger miteinander, mit direkten Vorgesetzten und allen anderen Mitarbeitern kommunizieren. Dies kann beispielsweise durch unternehmensweite E-Mails, Telefonkonferenzen, Newsletter oder andere Kommunikationsmöglichkeiten, die alle Mitarbeiter erreichen, geschehen. Unabhängig von der Plattform, die für die Kommunikation genutzt wird, sollte man transparent gegenüber Mitarbeitern sein. Gleichzeitig aber müssen Führungskräfte Souveränität ausstrahlen und dafür sorgen, dass keine Panik ausbricht.

Führungskräfte sollten sich auch bewusst sein, dass plötzliche Veränderungen wie die schnelle Umstellung auf Fernarbeit nur selten reibungslos verlaufen. Mitarbeiter benötigen Unterstützung in vielerlei Hinsicht, beispielsweise technischen Support oder Anpassungen der Arbeitszeit. Damit der Geschäftsbetrieb möglichst wenig unterbrochen wird, sollten Mitarbeiter und Führungskräfte zusammen eine Strategie erarbeiten, die für alle funktioniert.

3. Planung ist alles

In Krisensituationen kann es dazu kommen, dass Mitarbeiter ausfallen. Auch in dieser Angelegenheit ist eine verstärkte Kommunikation zwischen Führungspersonen und den wichtigsten Interessengruppen erforderlich. Im Idealfall haben die Verantwortlichen bereits Notfallpläne entwickelt – auch für den Fall, dass eine Führungskraft nicht mehr arbeitsfähig ist. Die Kommunikation an interne und externe Adressaten sollte im Voraus geplant werden. Auch in Krisenzeiten spielen finanzielle Gesichtspunkte eine Rolle, denn Unternehmen schützen ihr wichtigstes Kapital – die Mitarbeiter.

Um den Geschäftserfolg auch im Home Office sicherzustellen, benötigen sowohl die Mitarbeiter als auch die Führungskräfte uneingeschränkten Zugang zu Anwendungen, die sie tagtäglich bei der Arbeit verwenden – einschließlich des Zugriffs auf alle internen Datenbanken, Kundendienstsysteme und Programme zur Personalverwaltung.

Absprachen zur Auslastung der Mitarbeiter und Evaluationen der Leistungen sollten regelmäßig stattfinden, ebenso wie die Kommunikation der Geschäftsergebnisse an Kunden und andere Interessensgruppen. So kann man die Produktivität und den Erfolg des Unternehmens sicherstellen.

Krisen können unvorhergesehen auftreten und fordern alle Beschäftigten gleichermaßen heraus. Das Beste, was Führungskräfte nun tun können, ist die Gewährleistung der regelmäßigen und klaren Kommunikation von oben nach unten. Zudem sollten Notfallpläne entwickelt werden und der Fokus darauf liegen, trotz der Fernarbeit einen möglichst normalen Geschäftsalltag aufrecht zu erhalten.

17 FEBRUARY 2020 //     

Die Nadel im Heuhaufen - wie man den richtigen Mikro-Influencer findet

Reichweite ist nicht alles. Mittlerweile haben viele Unternehmen den Wert von Mikro-Influencern für die eigene Marke erkannt. Während dieser Influencer-Typ zwar nicht mit siebenstelligen Follower-Zahlen aufwarten kann, punktet er dafür mit seiner Reputation in einer speziellen, oft sehr nischigen Community sowie mit beeindruckenden Engagement-Raten.

Genau diese Authentizität und die Nähe zu den Followern machen Mikro-Influencer zu sehr wertvollen Partnern. Denn auch in unserer Informationsgesellschaft stellen für Konsumenten persönliche Empfehlungen von Freunden immer noch den entscheidendsten Einflussfaktor bei der Kaufentscheidung dar – und diesen persönlichen Bezug können am ehesten Mikro-Influencer zu ihrem Publikum aufbauen.     

Doch wie findet man einen Mikro-Influencer? Oft bewegen sich diese in mitunter sehr eng gesteckten Themenbereichen und stechen in der Masse eben nicht so sehr hervor wie allseits bekannte Mega-Influencer. Daher gleicht die Identifikation eines passenden Partners oft der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Wir stellen verschiedene Ansatzpunkte für die Suche vor.

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Vorbereitung ist alles

Legen Sie ein klares Ziel für die geplante Influencer-Kampagne fest, bevor Sie mit der eigentlichen Suche beginnen. Ob die Verkaufszahlen eines Produktes oder auch der Share of Voice gesteigert werden sollen – der Influencer muss zum erhofften Resultat passen. Auch das zur Verfügung stehende Budget sowie die geeigneten Metriken, um den Erfolg des Projektes messen zu können, müssen im Vorhinein definiert werden.

1. Für den Anfang: manuelle Suchen über Suchmaschinen und Social Media

Suchen Sie zu Beginn über gängige Suchmaschinen mithilfe relevanter Schlagwörter. Halten Sie bei der Suche zunächst Ausschau nach Influencer-Listen, die von Blogs oder Online-Medien zu bestimmten Themen erstellt werden. Oft lassen sich durch einen Blick auf die Social-Media-Kanäle der Influencer weitere mögliche Partner identifizieren – denn besonders in eng eingegrenzten Fachbereichen findet meist rege Interaktion statt.

Darüber hinaus kann bereits die Suche nach relevanten Hashtags auf Social Media erste Ergebnisse liefern und durch ein Abonnement dieser Schlagworte bleibt man stetig über neue Entwicklungen auf dem Laufenden.


2. Smarte Suche: Tools und Datenbanken nutzen

Manuelle und dadurch zeitaufwendige Suchen auf Social Media sowie Suchmaschinen geben einen ersten Überblick und dienen dazu, die wichtigsten Anforderungen an einen Influencer festzulegen. Weiß man nun, wonach genau man sucht, helfen Datenbanken und Search Tools dabei, die Gesamtheit der infrage kommenden Influencer nach genau diesen Kriterien zu durchkämmen. Beispielsweise bieten die Anwendungen HYPR und Tagger wertvolle Einblicke.

Filtern Sie, je nach Funktionsumfang des Tools, neben dem Themengebiet auch nach Social-Media-Plattform, Reichweite, Zielgruppe und Standort. Letztere Kategorie kann bei der Planung von Events von enormem Nutzen sein. 

Verlassen Sie sich bei der Berechnung von Reichweite und Engagement nicht blind auf die Angaben automatisierter Anwendungen. Denn diese Daten können mitunter sehr volatil sein und veralten.


3. Offline suchen: Networking, networking, networking

Zu guter Letzt kann es sich auszahlen, auch einmal unkonventionellere Wege einzuschlagen und die Suche offline weiterzuführen. Dazu sollte man sich Gedanken darüber machen, wo geeignete Partner anzutreffen sein könnten. Finden zum Beispiel Veranstaltungen oder Messen statt, auf denen Sie interessante Kontakte knüpfen können?

Ist eine spannende Kampagne geplant und sind entsprechende monetäre Anreize zur Teilnahme geboten, kann auch der Aushang von Plakaten an einschlägigen Orten wie Universitäten dabei helfen, an die richtige Zielgruppe heranzukommen.  

Ganz gleich, für welchen Themenbereich ein Partner gesucht wird, es lohnt sich in jedem Fall, die Augen und Ohren offen zu halten. Vielleicht ist der passende Micro-Influencer ja bereits Teil Ihres weiteren Bekanntenkreises.

Wie schaffen Marken es, erfolgreiche Beziehungen zu Influencern aufzubauen? Wie lässt sich der Erfolg von Influencer-Kampagnen messen? Und welchen Veränderungen unterliegt derzeit die Influencer-Landschaft? Weiterführende Informationen und Studien zu diesen Themen finden Sie hier.



5 FEBRUARY 2020 //     

50 Nachhaltigkeitstipps für Zero Waste im Büro

Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Plastikfrei leben – die Schlagworte für eine bessere Welt schaffen es verstärkt ins Bewusstsein vieler Menschen. Aber auch im Großen setzt sich der verantwortliche Umgang mit natürlichen Ressourcen immer stärker durch. Städte rufen den Klimanotstand aus und machen so nicht nur auf das Thema aufmerksam, sie setzen sich auch konkrete Ziele. Ganze Länder verbieten Plastiktüten, ganze Kontinente verbieten Einwegplastik und überall auf der Welt demonstrieren Menschen gegen den Klimawandel.

Doch wir wissen alle: nur reden hilft nichts. Der Wandel beginnt im Kleinen: zuhause und in der Arbeit.

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Was bedeutet Zero Waste überhaupt?

Zero Waste bedeutet nicht, dass ab sofort keinerlei Müll mehr produziert werden darf. Vielmehr geht es darum, die Abfallmenge so gering wie möglich zu halten und wertvolle Ressourcen zu schonen. Das gilt für das individuelle Verhalten im eigenen Haushalt, aber auch im Büro oder am Arbeitsplatz.

Hier sind einige Ideen, wie man zum Beispiel den Arbeitsalltag nachhaltiger und ressourcenschonender gestalten kann. Einiges haben wir bei Allison+Partners bereits umgesetzt, aber auch wir haben noch einige Verbesserungsmöglichkeiten.

        Der Arbeitsweg

  1. Der Arbeitsweg wird zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Skateboard umweltschonender, selbst, wenn man nur einen Teil des Weges so zurücklegt.
  2. Wer weiter weg wohnt oder Kundentermine in der Umgebung wahrnimmt, sollte sich an den ÖPNV halten und Bus oder Bahn nutzen.
  3. Manche Vorgesetzte fördern einen nachhaltigen Arbeitsweg (z.B. mit Jobtickets für den ÖPNV) – einfach mal nachfragen!
  4. Bei weiteren Geschäftsreisen bietet es sich an, ebenfalls die Bahn als erste Option bei der Wahl des Verkehrsmittels zu sehen. Sie ist gerade bei innerdeutschen Strecken eine gute Alternative zum Flugzeug.

    Der Schreibtisch

  5. Schon gewusst, dass es Tacker ohne Tackerklammern gibt? Bis zu 10 Blätter kann man damit problemlos aneinanderheften.
  6. Statt Textmarkern (diese enthalten oft schädliche Inhaltsstoffe und sind aus Plastik) kann man auch Buntstiftmarker oder nachfüllbare Faserstifte auf Wasserbasis nutzen.
  7. Nachfüllbare Stifte (Füller, Kugelschreiber, etc.) sind eine gute Möglichkeit, um Ressourcen zu schonen.
  8. Radiergummis gibt es aus Naturkautschuk als Alternative zur gewöhnlichen gummiähnlichen Plastikmasse.
  9. Recycling-Papier unterscheidet sich kaum von neu produziertem Papier und ist nachhaltiger. Zudem kann man Papier beidseitig bedrucken/beschreiben. Außerdem müssen Notizen nicht handschriftlich sein, sondern können auch online, in verschiedenen Apps oder Programmen notiert werden.
  10. Wer (interne) Drucke im Eco-Modus druckt, sorgt dafür, dass die Druckerpatrone länger hält.

    Die Büroküche

  11. Wie wäre es mit Mealprepping oder frisch Gekochtem statt Essen-to-Go? Das spart nicht nur Verpackungsmüll, sondern schont auch noch den Geldbeutel.
  12. Wiederverwendbare To-Go-Behälter sind eine Investition wert – bei uns gibt es zum Beispiel Office-Boxen, in denen man sein übriges Mittagessen verpacken kann.
  13. Wer gemeinsam mit seinen Kollegen kocht, kann Großpackungen kaufen und so Verpackung aber auch Geld sparen.
  14. Obst-Lieferungen sind ein willkommenes i-Tüpfelchen in unserem Agenturalltag. Bei Allison+Partners in München kommt jeden Montag ein großer Korb mit frischem, unverpacktem Bio-Obst.
  15. Wer auf Kaffeebohnen oder -pulver statt Kapsel- oder Pad-Kaffee setzt, vermeidet eine große Menge Müll, der häufig nicht recycelt werden kann.
  16. Zucker und Milch können frisch und nicht einzeln abgepackt bereitgestellt werden - auch in Meetings.
  17. Für die Fleischproduktion werden viele Ressourcen verbraucht, deshalb lohnt es sich, Fleischgerichte zu reduzieren und auf Bio-Qualität zu achten. In unserem Team arbeiten vier Vegetarier und eine Veganerin, die als gutes Beispiel vorangehen.
  18. Wir verzichten auf Wasser aus Plastikflaschen und sorgen mit einem Wassersprudler für die Herstellung des nötigen „Blubbs“.
  19. Stoffservietten sehen im Vergleich zur Papiervariante nicht nur schöner aus, sondern sind zudem auch noch nachhaltiger.


    Die Reinigung

  20. Essig, Soda, Zitronensäure und bei Bedarf Natron oder Kernseife – es braucht nicht für jede Ecke ein eigenes Putzmittel. Mit diesen fünf Grundzutaten kann man alle notwendigen Putzmittel zusammenstellen.
  21. Der Abwasch funktioniert mit waschbaren Lappen einwandfrei, dazu braucht es keine Einweg-Küchentücher. Zusätzlich gibt es Spülbürsten, bei denen man den Bürstenkopf einfach austauschen kann, sobald er ausgedient hat.
  22. Ein weiteres großes Thema ist die Mülltrennung: In großen Büros landet am Ende oft alles im selben Eimer. Ein System für die Trennung von Plastik, Papier, Bio-, Rest- und Glas-/Dosenmüll ist gar nicht so schwer umzusetzen. Manchen Abfall kann man auch für den guten Zweck sammeln, wie z.B. für Organisationen wie Terracycle oder Blechwech.

    Der Briefversand

  23. Briefkuverts können wiederverwendet werden, solange man sich dabei an die DSGVO hält und den Namen des ursprünglichen Absenders unkenntlich macht. Mit einem Hinweis auf dem Kuvert wie „der Umwelt zuliebe“, wird es in der Regel auch nicht als geringe Wertschätzung verstanden.
  24. Geschreddertes Papier kann man ideal als Alternative zur Luftpolsterfolie als Verpackungsmaterial nutzen. Das ist natürlich auch nur mit einem DSGVO-konformen Schredder möglich.
  25. Wer Briefumschläge ohne Fenster verwendet, erleichtert dem Empfänger die fachgerechte Entsorgung.
  26. Briefmarken zum Selbstbefeuchten enthalten weniger Schadstoffe als selbstklebende Briefmarken.


    Die Stromversorgung

  27. Energiesparfunktionen gibt es für fast alle Geräte, bei den übrigen können Zeitschaltuhren angebracht werden, die das Gerät komplett vom Stromkreis trennen. Aber auch ohne Zeitschaltuhr sollten die Geräte abends nicht in den Standby-Modus, sondern abgeschalten werden.
  28. Archive benötigen Datenserver-Speicherkapazität, deshalb sollte man alte Mails regelmäßig löschen oder falls nötig offline archivieren.
  29. Ein dunkler Bildschirmhintergrund verbraucht weniger Strom als ein heller. Oft lassen sich Programme leicht umstellen.
  30. Auch bei der Wahl der Suchmaschine kann man auf Nachhaltigkeit achten: Ecosia zum Beispiel pflanzt für jede Suchanfrage einen Baum.
  31. Für batteriebetriebene Geräte können wiederaufladbare Akkus verwendet werden, um Müll zu vermeiden.
  32. LED-Beleuchtung benötigt weniger Strom als Halogenlampen oder gar klassische Glühlampen. Der Austausch lohnt auch durch deren längere Lebenszeit.
  33. Wenn niemand im Raum ist: Licht aus, Heizung aus, Fenster zu!
  34. Wer statt des Aufzugs die Treppe nutzt, spart einerseits Energie – andererseits tut man etwas für die Fitness.
  35. Für heiße Sommertage: Ventilatoren benötigen weniger Energie als eine Klimaanlage.

    Der Einkauf

  36. Es ist besser, selten große Einkäufe zu tätigen, statt öfter nur Kleinstmengen zu kaufen. Darüber hinaus haben lokale und regionale Produkte oft den kleineren CO­2-Fußabdruck.
  37. Wer nicht auf den bequemen Lieferservice verzichten mag, sollte sich für einen einzigen Lieferanten entscheiden, der alle benötigten Produkte liefern kann. Es gibt auch nachhaltige Versandhändler wie Memo oder Manomeer.
  38. Second-Hand ist die Möglichkeit, um Müllberge klein zu halten. Ebay-Kleinanzeigen ist eine wahre Fundgrube – und durch Up-cycling kann man dem Büro einen ganz individuellen Touch geben.

    Der Sanitärbereich

  39. Wo es geht, sollte man auf Warmwasser verzichten oder auf Durchlauferhitzer zurückreifen, die nur dann Warmwasser produzieren, wenn es wirklich benötigt wird.
  40. Feste Seife ist Studien zufolge genauso hygienisch wie Flüssigseife, benötigt aber weniger chemische Ressourcen – und Verpackung.
  41. Was bei Servietten gilt, stimmt auch bei Handtüchern: Wer wäscht, statt wegzuschmeißen spart Müll.
  42. Toilettenpapier aus Recyclingpapier gibt es übrigens auch in zufriedenstellender Qualität.


    Das Meeting

  43. Ein energieeffizienter Beamer spart Strom und ist aus ökologischer Sicht deshalb sehr wertvoll.
  44. Ein magnetisches Whiteboard kann immer wieder beschrieben werden und ist dem Flipchart- oder Pinnwandpapier generell vorzuziehen.
  45. Handouts via PDF sind eine gute Alternative zu Papierunterlagen.

    Die Geschäftsreise

  46. Das A du O: Man sollte zuerst überlegen, ob die Reise nicht durch eine Videokonferenz ersetzt werden kann.
  47. Das verbrauchte CO2 für die An- und Abreise kann man über Projekte wie Atmosfair ausgleichen.
  48. Wer nötige Übernachtungen in Biohotels verbringt, tut zusätzlich Gutes, denn diese Hotels achten besonders auf Nachhaltigkeit.

    Das Firmen-Event

  49. Die Tätigkeiten für Firmenausflüge sollte ganz bewusst getroffen werden: Bogenschießen statt Paintball, Trampolin-Park statt Kart-Fahren, Museumsbesuch statt Kunstworkshop. So werden weniger Ressourcen verbraucht, wie Farbe, Sprit oder Strom.
  50. Bei Messeauftritten können Deko und Infoständer eingesetzt werden, die auf weiteren Messen wiederverwendet werden können. Wer auf Broschüren und Print-Material auf zeitlose Formulierungen achtet, kann diese langfristig einsetzen.

Unser konkretes Ergebnis:

Bei unserer Eigenbeurteilung haben wir festgestellt, dass wir bereits 27 dieser 50 Best-Practices umsetzen, insbesondere in der Küche. Dennoch gibt es noch eine Menge zu tun. Als Nächstes wollen wir uns dem Thema Stromversorgung mehr widmen.

29 OCTOBER 2019 //     

Medienlandschaft in Deutschland: Special-Interest-Magazine und Printprodukte nach wie vor begehrt

Als PR-Professional ist man in ständigem Kontakt mit Medien und Pressevertretern, um Kunden und Themen bestmöglich in der Öffentlichkeit zu platzieren. Doch was in einem Land funktioniert, lässt sich nicht einfach auf andere Märkte übertragen. Wie Medien in verschiedenen Ländern ticken, beleuchten wir in unserer neuen Blogserie „Medienlandschaft Deutschland & International“. Im ersten Teil blicken wir auf den heimischen Markt und die Besonderheiten der deutschen Medienlandschaft und -arbeit.WEITERLESEN

Zeitungsland Deutschland

Die Bundesrepublik gilt als Zeitungsnation. Laut BDZV ist Deutschland der größte Zeitungsmarkt in Europa und belegt Platz fünf im internationalen Vergleich – nach China, Indien, Japan und den USA. Pro Erscheinungstag werden knapp 15 Millionen Tageszeitungen sowie knapp vier Millionen Wochen- und Sonntagszeitungen verkauft. Obwohl sich immer mehr Menschen in sozialen Medien über aktuelle Geschehnisse informieren, gehört die Zeitungslektüre – gedruckt oder digital – nach wie vor zum Alltag. In Deutschland lesen fast 63 Millionen Menschen regelmäßig die Zeitung. Und die Auswahl ist riesig: Über 300 Tageszeitungen, 21 Wochenzeitungen und 6 Sonntagszeitungen erscheinen hierzulande.

Publikumszeitschriften: von Rute & Rolle bis Beef!

Obwohl die klassischen Printerzeugnisse in Europa an Bedeutung und Auflage verlieren, gilt für Deutschland nach wie vor: Print lebt! Im Durchschnitt kauft jeder Bundesbürger jährlich im Schnitt 19 Zeitschriften und 92 Prozent der Deutschen lesen regelmäßig Zeitschriften. Denn Gedrucktes vermittelt Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Die Auswahl bei den Printerzeugnissen lässt kaum einen Wunsch offen und die 1.600 Publikumszeitschriften und 5.600 Fachmagazine decken so gut wie jedes Leserinteresse ab. Neben den klassischen Frauen- und Männermagazinen sowie Programmzeitschriften und Klatschblättern finden sich im Zeitschriftenregal auch exotische Special-Interest-Titel wie das Angelmagazin Rute & Rolle oder das Food- und Lifestylemagazin Beef!.

Individualität belebt den Zeitschriftenmarkt

Laut VDZ möchten die Verlage in diesem Jahr erneut neue Titel und Sonderausgaben publizieren, die insbesondere Nischenthemen abdecken. Die Zeitschriftenlandschaft wird dementsprechend bunter, auch wenn die Auflagen und Print-Reichweite sinken.

Aber gilt das für alle Zeitschriftenarten? Nicht ganz! Zu erwarten ist, dass die Auflage von Special-Interest- oder Nischentiteln zunimmt, während General-Interest-Titel, die große Zielgruppen ansprechen, einen Abwärtstrend verzeichnen. Nischen haben den Vorteil, dass es unzählige davon gibt und die Verlage mit einer größeren Anzahl spezialisierter Titel auch ein Millionenpublikum erreichen können.

Der allgemeine Trend in der Bevölkerung zum gesunden und achtsamen Lifestyle spiegelt sich aktuell auch in der Popularität von Titeln wie Flow oder Hygge wider sowie in Gesundheitsmagazinen wie Stern Gesund Leben. Darüber hinaus ist zu beobachten, dass Personality-Magazine wie Barbara, JWD oder BOA auf dem Vormarsch sind.

Nicht nur die Titel werden individueller. Auch bei der Gestaltung der Printerzeugnisse setzen die Verlage auf Hochwertigkeit und Ästhetik, die so manch eine Zeitschrift zum Sammlerstück macht.

Q&A: Expertenmeinung zur Medienlandschaft in Deutschland

Wir haben Heike Schubert, General Manager, und Martina Müller, Senior Vice President, gefragt, wie sie die Zusammenarbeit mit Medien in Deutschland sehen und welchen Veränderungen sie in der Medienlandschaft beobachten konnten.

Q: Wie hat sich die Medienlandschaft in den letzten Jahren gewandelt?

HS: Wir haben eine deutliche Konsolidierung im Markt gesehen. Auflagenzahlen und Reichweiten sind – über Mediengattungen hinweg – fast durchgehend zurückgegangen. Im Vergleich zu anderen Märkten scheinen wir in Deutschland jedoch aktuell noch mit einem blauen Auge davongekommen zu sein – was vor allem auch für den Printbereich gilt, wo man besonders im Bereich Lifestyle immer wieder neue Titel am Kiosk findet – etwas, wovon die Kollegen in anderen Ländern wie z.B. UK nur träumen können.

MM: Viel Werbegeld, mit dem früher Medien finanziert wurden, fließt heute zu Facebook und Google. Insofern sind die finanziellen Ressourcen für guten Journalismus knapper. Qualitätsmedien setzen sich dennoch durch und bleiben bestehen. Insgesamt sind die Medien in den letzten ein bis zwei Jahren verstärkt zu Paywalls übergegangen. Das heißt, man bekommt nur noch wenig gute Informationen gratis im Netz.

Q: Welche Trends sind in Bezug auf die deutsche Medienlandschaft zu beobachten?

MM: Wie gesagt sind die Medien in den letzten ein bis zwei Jahren verstärkt zu Paywalls übergegangen. Neben dem Trend zu Paywalls ist zu beobachten, dass neue Online-Publikationen entstehen. Gleichzeitig werden Print-Magazine weniger nachgefragt. Medien verbreiten ihre Inhalte auf Twitter und viele Journalisten sind sehr aktiv auf der Plattform. Dort kann man auch in Dialog mit ihnen treten.

HS: Medienhäuser und Redaktionen greifen zunehmend auf neue Kommunikationskanäle zurück. Digitalangebote, Podcasts, Event-Serien etc. zeigen, dass sich die Branche auf das veränderte Medienkonsumverhalten der Zielgruppen eingestellt hat. Bei TV und Bewegtbild sehen wir das Thema On Demand und Streaming sehr stark, wobei auch in diesem Bereich eine Konsolidierung zu erwarten ist. Im Print-Bereich erwarte ich eine Stabilisierung der Auflagenzahlen vor allem auch bei Leuchtturmpublikationen wie FAZ, SZ oder Handelsblatt, die in Zeiten von Fake-News eine wichtige gesellschaftliche Rolle übernehmen.

Q: Was sind die Besonderheiten der deutschen Medien? Wodurch zeichnet sich die Medienlandschaft in Deutschland aus?

MM: Ein besonderes Merkmal ist unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk, den gibt es zum Beispiel in den USA nicht. Unser öffentlicher Rundfunk ist gebührenfinanziert und nicht werbefinanziert. Die finanzielle Ausstattung ist gut, sodass die öffentlich-rechtlichen Sender ein breites Korrespondentennetz unterhalten können. Deutschland hat eine sehr breit gefächerte Fachpresselandschaft und mehr Fachtitel als andere Länder.

HS: Deutsche Medienvertreter – vor allem im Bereich Fachmedien – zeichnen sich durch eine „Allergie“ gegenüber Marketingsprache aus. Im Vergleich zu anderen Märkten legen sie besonders Wert auf tiefgehende Informationen wie Daten und Fakten.
23 OCTOBER 2019 //     

Krisenkommunikation - wie man im Ernstfall souverän reagiert

Es gibt sie in ganz verschiedenen Arten und oft geht es nur um Schadensbegrenzung: Unternehmenskrisen.

Aber: Es gibt verschiedene Methoden, sich so erfolgreich wie möglich durch eine Krise zu manövrieren und sich für den Ernstfall vorzubereiten. Zu diesen und weiteren Aspekten von Krisenkommunikation für Unternehmen spricht Host Stefan Schaumeier in unserem Podcast „Kopfstand“ mit dem Krisenkommunikations-Veteranen Rainer Westermann. Westermann begleitet seit Jahrzehnten Unternehmen aller Größen als Kommunikationsexperte durch kritische Unternehmensphasen. Hier gibt es die Folge bei Spotify, YouTube und iTunes.

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Krisenprävention – Unternehmenskrisen vorhersehen und Strategien entwickeln

Eine Unternehmenskrise schon vor ihrer Entstehung zu erkennen und sie zu verhindern, bevor sie sich entwickelt, ist nicht immer möglich. Was jedoch immer geht, ist die Identifikation potenzieller Krisenherde im Unternehmen und eine vorausschauende Strategieentwicklung, wie im Krisenfall kommuniziert werden sollte - kurz: Krisenprävention zu betreiben.

Denn wenn ein Plan für den Ernstfall schon in der Schublade liegt, kann man schnell und souverän reagieren und muss nicht erst wertvolle Zeit vergeuden, um die Grundlagen zur Krisenkommunikation zu schaffen.

Im Krisenfall richtig reagieren: Do’s in der Krisenkommunikation

Egal ob Hackerangriff, Produktrückrufe, Umstrukturierungen oder Situationen in Unternehmen, die die Medien als „Skandal“ bezeichnen würden – es gibt ein paar „Do’s“ im Krisenfall, die auf jegliche Arten von Unternehmenskrisen anwendbar sind.

  • Offenheit und Transparenz: „Kein Kommentar“ oder „Dazu sagen wir nichts“ verschlimmern in den meisten Fällen die Situation und wecken erst recht das Interesse. Deshalb ist es empfehlenswert, so gut es geht mit offenen Karten zu spielen. Sollte ein Unternehmen tatsächlich noch nicht alle Sachverhalte der Krise kennen, dann ist anstatt „Kein Kommentar“ ein „Wir prüfen den Sachverhalt“ die deutlich bessere Antwort.
  • Keine Salamitaktik: Ähnlich wie bei Offenheit und Transparenz ist es schon lange nicht mehr zeitgemäß, nur nach und nach Bruchteile des Wissens an die Medien weiter zu geben. In der Regel verlängert diese Taktik die Halbwertszeit der Story in den Medien und heizt Spekulationen an. Zudem muss man auf Unternehmensseite ohnehin damit rechnen, dass in Zeiten von sozialen Medien alle Sachverhalte irgendwann ans Licht der Öffentlichkeit kommen.
  • Externe Hilfe: Eine Krise innerhalb des Unternehmens selbst zu lösen ist zwar machbar, aber birgt viele Risiken. Zum einen können unternehmenspolitische Entscheidungen eine Rolle spielen, andererseits greifen zudem oft Selbstschutz- oder Sympathie-Mechanismen, die die Aufarbeitung der Krisensituation verlangsamen oder gar verhindern. Ein extern hinzugezogener Krisen-Experte blickt von außen auf den Sachverhalt, ohne die Unternehmenspolitik zu berücksichtigen. Darüber hinaus ist absolute Neutralität gegenüber der Krisensituation gegeben, weil ein externer Experte innerhalb des Unternehmens in der Regel keiner Allianz oder Position zuzuordnen ist.

Krisenkommunikation – nur Schaden oder auch Chance für das Unternehmen?

„Erfolg“ ist immer ein relativer Begriff, wenn ein Unternehmen eine Krise zu bewältigen hat. Ist es doch kaum möglich, als großer Gewinner aus einer Krise hervorzugehen. Meistens ist es das erklärte Ziel, den Schaden möglichst gering zu halten und die Krise schnellstmöglich vergessen zu machen.

Eine wirkliche Chance bietet sich für Unternehmen nur dann, wenn sie eine eigene, schnelle und zukunftsfähige Lösungsmöglichkeit für das bestehende Problem entwickeln können. Wird diese Lösungsmöglichkeit dann schnell etabliert und stringent in die Kommunikation eingewoben, kann dies langfristig zu einem Image-Gewinn des Unternehmens führen und die kurzfristigen negativen Folgen abmildern. 


15 SEPTEMBER 2019 //     

Im IFA-Zirkus nichts Neues: Die dreitägige Suche nach der weltverändernden Nadel im Heuhaufen der Buzzwords

Die IFA gibt’s bei uns übrigens auch als Audioversion: Hier geht’s zu unserer „Kopfstand“-Podcast-Folge zur IFA, unter anderem mit dem PR Manager von Huawei, Frank Bauderer, dem Blogger und Instagrammer Igor Josif und News und Einschätzungen zu aktuellen Themen und Produkten auf der Messe.

Hier finden Sie die Folge auf SpotifyiTunes oder YouTube.

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Normalerweise gibt einem die Vorberichterstattung in Medien wie der Süddeutschen Zeitung oder dem Handelsblatt immer einen guten Überblick über die Highlights der nach wie vor führenden Consumer-Electronics-Messe Europas. Normalerweise.

In diesem Jahr machen mir jedoch Helmut Martin-Jung und seine Kollegen keine große Hoffnung auf große Neuheiten. Das was neu ist, ist eigentlich schon bekannt und das, was uns in den nächsten Jahren bewegen wird, noch nicht greifbar. Keine Fernsehrevolution – wer braucht schon einen aufrollbaren TV -, keine Smartphone-Innovation – faltbar war schon 2018 das große Thema -, und kein innovativer Küchenhelfer weisen den Weg durch die fast 30 Ausstellungshallen des Berliner Messezentrums. Der Besuch in diesem Jahr glich der Suche nach der weltverändernden Nadel im Heuhaufen der Belanglosigkeiten und Buzzwords.

5G beispielsweise ist eines der bestimmenden große Themen – nicht nur des pinkfarbenen Telekommunikations-Riesen aus Bonn. Dabei vermittelte sich jedoch schon im Vorfeld der Messe eher der Eindruck, dass der Fokus eher auf der Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im Netzausbau hierzulande liegt, als auf einem gemeinschaftlichen Voranbringen des Netzes zum Wohle der Anwender und der Industrie. Bei aller Ratlosigkeit, wie schnell 5G auch wirklich flächendeckend nutzbar sein wird, bietet sich die Frage an: „Magenta, ist da jemand?“ Wenn man Glück hat, hört einen der neue Magenta Smart Speaker der Deutschen Telekom und gibt einem dieselben Antworten wie die Spracherkennungs-Angebote der großen US-amerikanischen Vorreiter in diesem Bereich.

Künstliche Intelligenz ist die andere, nicht mehr ganz so neue, omnipräsente Innovation, die einem in den Messehallen am Berliner Funkturm entgegenhallt. Doch folgt man dem Ruf, so steht man sehr oft lediglich vor Smart-Home-Lösungen, die einem den Alltag erleichtern sollen. Saugroboter, intelligente Türklingeln, Fitnesstracker – alles auch 2018 schon da gewesen.

Verschwunden sind hingegen bei den großen Herstellern die fleißigen „Helferchen“ der Zukunft, die im letzten Jahr noch den Einkaufskorb tragen, Rezepte vorlesen oder das Getränk reichen sollten – irgendwann einmal, wenn man es nicht mehr selbst kann – schade drum. Der kluge Kühlschrank, der uns sagt, was gerade in seinem Inneren fehlt, ist ja schon ein alter Hut – und scheint eher auf Skepsis der Verbraucher als auf offene Arme derselben zu treffen. Jedenfalls kenne ich keinen einzigen dieser “Alltagsverbesserer“, der es in die Küchen unserer technikaffinen Nachbarschaft geschafft hätte – so viel zum empirischen und subjektiven Realitätscheck. Gut, der „smarte“ Backofen und sein „Pling“ auf dem Smartphone entzückt das hauseigene Männerherz, doch wirklich intelligent ist das nicht, sondern fällt wohl eher in die als immer normaler angesehene Tatsache, dass wir über unser Handy unsere Haushaltsgeräte, Licht, Heizung und Security-Kameras steuern können. Smart Home eben.

Bahnbrechende Neuheiten? Fehlanzeige! Sinnbildlich hierfür der Jubiläums-Walkman von Sony, der bei mir als einem Kind der 70er und 80er ganz automatisch glänzende Augen und Flashbacks erzeugt. Das Display imitiert eine Musikkassette und spiegelt damit noch einen anderen omnipräsenten Trend ohne große Innovationskraft wider: Vintage.

Neben dem schicken, sichtbaren „Alten“ konzentrieren sich Anbieter zudem auf Verbesserungen und Optimierungen rund um Software, Datensicherheit und Bedienerfreundlichkeit. Große, die Gegenwart aus den Angeln hebende Innovationen? Abermals Fehlanzeige…

Und so ging es mir in diesem Jahr auf der IFA, wie eigentlich seit Jahren bei der Ankunft in Berlin: Man bewegt sich auf bereits ausgetretenen Pfaden – sei es auf der Messe oder auf dem Tegler Flughafen – und hofft auf das nächste Jahr und darauf, dass dann endlich einmal wieder zukunftsweisende Produkte und ein im Hier und Jetzt angekommener Flughafen einen Ruck durch das Land schicken.

2 SEPTEMBER 2019 //     

Wie Videos Thought-Leadership-Kampagnen unterstützen können

Mit Worten den Ton angeben, die Diskussion bestimmen und Einfluss auf eine bestimmte Branche, einen bestimmten Bereich oder sogar die breite Öffentlichkeit haben: Das sind gängige Ziele von Thought-Leadership-Kampagnen in der Öffentlichkeitsarbeit. Der Weg zum Thought Leader erfordert Wissen, Mut und Zeit – und vor allem einen langen Atem.WEITERLESEN

Eine gute Möglichkeit zur Amplifikation des Thought Leader Messagings sind Videos. Durch lebendigen, emotionalen und gut platzierten Video Content wird die richtige Zielgruppe erreicht und angesprochen. Ein weiterer Vorteil: Die Reichweite des Messagings wird vervielfacht. Videos können beispielsweise im Rahmen einer Gesamtstrategie ergänzend zu Textbeiträgen oder als Reaktion auf aktuelle Themen im Fachbereich des jeweiligen Thought Leaders veröffentlicht werden. Diese Art von multimedialem Content fördert seineSichtbarkeit und gibt der Brand eine menschliche und authentische Komponente.

Welche Arten von Video Content eignen sich?

Um die Zielgruppe passgenau ansprechen zu können, darf nicht einfach wahllos drauflosgefilmt werden. Idealerweise unterstützt die Art des Videos den Inhalt der Thought-Leadership-Kampagne. Darum spielen die Aussage und Stoßrichtung des Videos eine entscheidende Rolle. Es kommt nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern auch, wie es gesagt wird. Die Grundlage dafür ist die Bestimmung des passenden Video-Formats. Da eine Einzelperson bei Thought-Leadership-Kampagnen im Fokus steht, muss sich dies auch im Video spiegeln. Die folgenden Arten von Videos eignen sich dafür besonders:

Talking-Head-Video

Eine einfache, aber vielversprechende Videoform ist das „Talking Head“-Video. In dieser Art von Bewegtbild-Content adressiert der Thought Leader direkt sein Publikum. Er spricht mit Blick in die Kamera und sein Text basiert auf einer direkten Ansprache des Zusehers. Die Messages werden dabei in persönlicher und authentischer Form wiedergegeben – möglichst ohne Marketing-Floskeln.

Authentizität und die menschlich-emotionale Bindung zum Zuschauer stehen dabei über der perfekten Wiedergabe des Textes.

Die Videolänge sollte eineinhalb Minuten, maximal aber drei Minuten nicht überschreiten, um das Video nicht mit Informationen zu überfrachten oder den Zuschauer nach einer gewissen Zeit zu langweilen. Video sollte maximal über drei Schlüsselbotschaften gesprochen werden.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die es erlauben, längere Videos zu produzieren. Beispielsweise wenn ein Thema zu komplex ist, um es in der Kürze der Zeit vollständig abzuhandeln. Was man jedoch nicht unterschätzen darf: Gerade in Videos, die eine Länge von drei Minuten überschreiten, muss man wirklich etwas Bedeutendes zu sagen haben, damit man die Zuseher nicht schon nach kurzer Zeit verliert.

Um das Video bildlich etwas aufzulockern, können auch Schnittbilder, die zum jeweiligen Thema passen, von Zeit zu Zeit über den Sprecher gelegt werden.


A+P Influencer Trends Report: In diesem Talking-Head-Video werden die aktuellen globalen Influencer-Trends zusammengefasst und erklärt, wie man Influencer für seine Brand nutzen kann.

Keynote-Video

Spricht der angehende Thought Leader auf einer Messe, einem Event oder einer Konferenz, lohnt es sich, die Rede als Video aufzuzeichnen zu lassen (idealerweise mit zwei Kameras, einer „Totalen“, die den Raum und den Sprecher zeigen und einer „beweglichen Kamera“, die Schnittbilder des Sprechers und des Publikums einfängt). Vorsicht: In jedem Fall muss im Vorfeld eine Drehgenehmigung beim Veranstalter eingeholt werden.

Mit dem aufgenommenen Material kann dann ein „Highlight“-Schnitt mit den besten Aspekten der Rede erstellt werden. Dieser sollte, je nach Länge der Rede, abermals drei Minuten nicht überschreiten.

Es besteht weiterhin auch die Möglichkeit, die gesamte Keynote auf der Homepage oder den Social-Media-Kanälen zu veröffentlichen, wenn der Inhalt die vorher vereinbarten Thought-Leader-Themen wiedergibt.

So können die wichtigsten Inhalte einer Rede einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden, als „nur“ den Gästen, die die Keynote „live“ verfolgten.

Appropos „live“: Bei sehr eloquenten und geübten Sprechern kann es sich auch anbieten, die Keynote live zu streamen, entweder auf einer Social-Media-Plattform oder auf der Homepage. Durch die immer größere Beliebtheit von Live-Content können so unter Umständen noch mehr Menschen der Zielgruppe erreicht werden.

Image-Film, Animationsvideo und Co.

In selteneren Fällen können sich auch Image-Filme oder Animationsvideos eignen. Allerdings muss man bei einem Imagefilm aufpassen, dass die Person nach wie vor glaubhaft und authentisch agiert und die Story nicht aufgesetzt und künstlich wirkt.

Unter allen Umständen sollte man vermeiden, sich als Person zu sehr in den Vordergrund zu spielen. Das lässt einen Sprecher wenig sympathisch wirken. Der Fokus bei dieser Art von Videos sollte immer auf dem Inhalt und nicht auf der Person liegen.

Auch Animationsvideos eignen sich nur manchmal in Thought-Leadership-Kampagnen – und zwar dann, wenn Themen besonders komplex sind und einer einfachen und anschaulichen Erklärung bedürfen. Hier gibt es dann auch die Möglichkeit eines Hybrid-Videos zwischen Animation und Talking Head. So können schwierige Inhalte vereinfacht und animiert dargestellt werden und der Thought Leader findet trotzdem genug Raum, um die menschlich-emotionale Komponente ins Spiel zu bringen.

Auf welchen Kanälen sollte man diese Videos veröffentlichen?

Pauschal gibt es auf hier nicht die eine richtige Antwort. Je nach Zielgruppe und Branche eignen sich verschiedene Plattformen, von LinkedIn bis zur eigenen Homepage, um diese Videos zu veröffentlichen.

Es hängt auch von der Gesamtstrategie der Thought-Leadership-Kampagne ab. So können Instagram oder Facebook für Consumer-Brands interessante Kanäle für die Veröffentlichung sein – während sich bei B2B-Unternehmen LinkedIn oder die eigene Homepage anbieten. Auch die dazugehörigen Marketing-Aktivitäten müssen für die Platzierungen berücksichtigt werden.

Grundsätzlich sollte man aber darauf achten, Videos über verschiedene Kanäle zu verbreiten. Das steigert die Reichweite und man kann seine Marketing-Aktivitäten bündeln.

Keine Angst vor Bewegtbild

Natürlich kostet es Überwindung, vor eine Kamera zu treten. Natürlich macht man sich damit auch in gewisser Weise angreifbar – und natürlich können Videos, wenn schlecht produziert, auch kontraproduktiv sein und eher das Image und die Kampagne schädigen als fördern. ABER: Wer sich traut, einen verlässlichen Produktions-Partner an seiner Seite hat und klar und authentisch seine Messages transportiert, der kann mit Videos eine Reichweite erreichen, die andere Arten von Content deutlich in den Schatten stellt.

Wenn Sie Interesse an einem Gespräch mit uns zu diesem Thema haben oder Fragen haben, dann kontaktieren Sie uns gerne unter AlltoldEU@allisonpr.com.

27 AUGUST 2019 //     

Brexit, PR und Europa: Ein Blick auf die Dinge aus USA und UK

Wie sollten amerikanische Unternehmen in den vielfältigen Europäischen PR-Markt einsteigen? Was müssen sie beachten? Und ist London immer noch das amerikanische PR-Einfallstor für Europa? Außerdem: Was bedeutet der Brexit für PR-Aktivitäten in Europa und wie können sich Unternehmen mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit auf europäischem Terrain gegenüber der Konkurrenz durchsetzen?

Diesen Fragen und weiteren Themen widmet sich die achte Folge unseres Podcasts Kopfstand – mit zwei Gästen, die jahrzehntelange Erfahrung in der europaweiten und globalen PR mitbringen. Zum einen Sue Grant, Managing Director, Corporate und B2B Tech bei Allison+Partners (London), und zum anderen Matthew Della Croce, Global President, Europe + Corporate bei Allison+Partners (Boston).

Hier finden Sie die Folge auf Spotify, iTunes oder YouTube.

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Wie die aktuelle politische Lage die PR-Arbeit in Europa beeinflusst

Brexit, Trump und starke wirtschaftliche Unterschiede innerhalb der EU – die Kommunikation über Europa hinweg war noch nie einfach und ist heute anspruchsvoller denn je. Aber instabile Zeiten bringen nicht nur Ungewissheiten, Herausforderungen und Risiken. Gerade im PR- und Marketing-Bereich können Unternehmen gerade jetzt die Gunst der Stunde zu nutzen, um auf sich, ihre Brand und ihre Produkte aufmerksam zu machen.

Denn wenn viele Konkurrenten auf der Bremse stehen, dann werden diejenigen noch deutlicher gesehen, die jetzt das Gaspedal durchdrücken.

Amerikanische Unternehmen und PR in Europa – ein interessantes Verhältnis

Das klassische Einfallstor amerikanischer Unternehmen, wenn sie PR in Europa machen wollen, war in den letzten Jahrzehnten das Vereinigte Königreich. Gemeinsame Sprache und gemeinsame kulturelle Hintergründe ebneten den Weg für die europäische Kommunikationsoffensive vieler Unternehmen aus den USA.

Was oft übersehen wurde und aktuell sehr offensichtlich ist: UK ist mit Europa nicht gleichzusetzen. Regionale Unterschiede, kulturelle Eigenheiten und lokale Gesetzgebungen wurden oft unterschätzt. Was in den USA funktioniert, muss nicht zwingend in UK funktionieren – und schon gar nicht in Deutschland, Frankreich oder Italien.

Wenn US-Unternehmen dennoch darauf beharren, ihre US-Kommunikationsstrategie Eins zu Eins in ganz Europa umsetzen zu wollen, dann gibt es meist ein böses Erwachen.

Darum muss die Diversität jedes einzelnen europäischen Marktes be- und vor allem auch geachtet werden – was logischerweise mit einer Anpassung der Kommunikationskampagnen an regionale Kulturen und Spezifikationen einhergeht.

Dabei mit dem richtigen Partner zusammenzuarbeiten, kann ein entscheidender Vorteil sein.

Was der Brexit für die PR und für Unternehmen im Vereinigten Königreich bedeutet

Zunächst einmal bedeutet der anstehende Brexit – in welcher Art er nun auch kommt, oder nicht – Ungewissheit. Ungewissheit auch für die PR- und Marketing-Arbeit von Unternehmen und Agenturen.

Unternehmen agieren zunehmend vorsichtiger und versuchen, sich auf gesamteuropäischer Ebene breiter aufzustellen. Für die Kommunikation bedeutet das, dass noch genauer auf regionale Gegebenheiten eingegangen werden muss, um die richtigen Zielgruppen in den jeweiligen Märkten auch passgenau anzusprechen.

Wer aber zu lange zögert und nur der Dinge harrt, bis der Brexit faktisch auch eingetreten ist, droht überholt und abgehängt zu werden.

Auch in diesen Zeiten lohnt sich eine proaktive, mutige und unkonventionelle Kommunikationsstrategie – egal ob in England, Frankreich, Deutschland – oder über alle Länder hinweg.

31 JULY 2019 //     

Der Umgang mit kulturellen Fettnäpfchen oder die Rettung der Titanic vor kulturellen Eisbergen

In Zeiten der Globalisierung wird Interkulturelle Kompetenz immer wichtiger. Um im geschäftlichen Umfeld international erfolgreich zu sein, ist es wichtig, Menschen aus anderen Kulturkreisen auf Augenhöhe zu begegnen. Wer nicht souverän auf Andersartigkeit reagiert oder sich der jeweiligen Kultur nicht adäquat anpassen kann, tritt mit Sicherheit in eine Reihe kultureller Fettnäpfchen. Dabei ist es durchaus vermeidbar, sein Gegenüber mit anderen kulturellen Wurzeln bloßzustellen, zu brüskieren oder – im harmlosesten Fall – lediglich zu belustigen.WEITERLESEN

Was genau bedeutet Kultur?

Um angemessen mit kulturellen Gegebenheiten umgehen zu können, empfiehlt es sich, sich zunächst bewusst zu machen, was den jeweiligen Kulturkreis ausmacht und welche Besonderheiten dieser aufweist. Das ist gar nicht so einfach, wie man zunächst annehmen mag.

Das Konzept „Kultur“ kann man sich wie einen Eisberg im Meer vorstellen: Auffällige landestypische Merkmale wie Sprache, Essgewohnheiten und Spezialitäten, Kunst, Literatur, Musik, Tänze und Religion türmen sich wahrhaftig und gut sichtbar vor einem auf. So, als könnte man mit seiner Titanic direkt darauf zusteuern und das Monstrum zunächst aus der Ferne, dann auch ganz mutig aus der Nähe betrachten.

Sollte man jedoch planen, am Eisberg anzulegen und ihn zu begehen, muss man sich dessen bewusst sein, dass der größte Teil unter Wasser liegt und Ausmaße annehmen kann, die über der Wasseroberfläche nicht sichtbar sind. Manche dieser Eisberge erstrecken sich über eine unvorstellbare Breite und weisen teilweise spitze Ecken und scharfe Kanten auf. Mutige, jedoch unerfahrene Seefahrer geraten in Gefahr, den Rumpf ihrer Titanic nachhaltig zu beschädigen oder diese durch einen besonders unangemessenen Fauxpas sogar komplett zu versenken.

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Sicheres Anlegen am Eisberg erfordert Vorbereitung

Die Analogie des Eisbergs zeigt, dass es nicht gerade sinnvoll ist, mit seiner Titanic unvorbereitet und volle Kraft voraus darauf zuzufahren. Um das Schiff nicht in Gefahr zu bringen, die interkulturelle Begegnung also nicht peinlich enden zu lassen, empfiehlt es sich, sich auf das Kommende vorzubereiten.

Am besten gelingt dies, indem man in sicherem Abstand den Anker wirft und in Taucherausrüstung die unter Wasser liegenden Eismassen begutachtet. Auf diese Art kann man ganz nah heranschwimmen und die verborgene Basis der sichtbaren Eisbergspitze untersuchen. Tief unten trifft man auf historische Hintergründe der entsprechenden Kultur und findet interessante Zusammenhänge.

Es wird plötzlich klar, welche Einstellungen, sozialen Regeln, Führungsstile, interpersonellen Umgangsformen, soziale Rollen, Werte und Normen, aber auch Kommunikationsstile, Körpersprache, Schönheitsideale und vieles mehr unter der sichtbaren Oberfläche schlummern. So ist es in manchen Kulturkreisen im Gegensatz zu unserem beispielsweise völlig legitim, andere unverblümt nach ihrem Einkommen zu fragen.  Außerdem können durch den Tauchgang interessante, bisher unbekannte, kulturelle Verbindungen mit angrenzenden Eisbergen zu Tage treten. Er ermöglicht also einen tiefen Einblick in nicht-manifeste Kulturbestandteile.

Sicheres Anlegen am Eisberg

Auf Basis dieser Erkenntnisse kann sodann eine Seekarte mit dem idealen Fahrweg angefertigt werden und sogar ein besonders passender Anlegepunkt, beispielsweise ein in diesem Kulturkreis unverfängliches Small-Talk-Thema, am Eisberg identifiziert werden. Es empfiehlt sich, eine Stelle zu wählen, an der der Unterbau keine scharfen Kanten, also potenzielle Fettnäpfchen, aufweist. Die durch den Tauchgang gewonnenen Einsichten in die kulturelle Basis sowie die unsichtbaren Kulturbestandteile bieten eine umfangreiche Hilfestellung für ein mögliches kultursensibles Handlungsrepertoire.

Auf dieser Basis ist es dann nicht mehr schwer, die nötige Strategie für die interkulturelle Begegnung auszuwählen. Einem geübten Taucher und Eiskletterer fällt es mit zunehmender Erfahrung übrigens immer leichter, seine Titanic mühelos durch arktische Meere zu steuern. Irgendwann kann er dann sogar komplett auf vorbereitende Tauchgänge verzichten und sich ganz auf seine Expertise sowie sein Gefühl im Umgang mit fremden Kulturkreisen verlassen.

Eine lustige interkulturelle Erfahrung zum Schluss

Während meines fast fünfjährigen Auslandsaufenthalts in Shanghai hatte ich immer wieder amüsante interkulturelle Begegnungen. So wurde ich in der chinesischen Außenstelle eines großen deutschen Unternehmens beispielsweise mit einem für chinesische Verhältnisse beleibten Mitarbeiter bekannt gemacht. Er wurde mir mit dem Namen ‚Pang Zi‘ vorgestellt, was so viel bedeutet wie ‚Dickerchen‘. In Deutschland wäre dieser Spitzname ein schwerer Mobbing-Fall, in China hingegen ist der Träger des Namens stolz darauf, dass er es sich finanziell leisten kann, übergewichtig zu sein und nicht, wie viele Chinesen während der Kulturrevolution, hungern muss.

 Stephanie Thoma

15 JULY 2019 //     

PR in mehreren europäischen Ländern. Wie geht man als Unternehmen richtig vor?

Herzlich willkommen zur mittlerweile siebten Folge unseres Podcasts Kopfstand. Heute zum Thema „PR in mehreren europäischen Ländern. Wie geht man als Unternehmen richtig vor?“. Unser Gast: Iuliana Andronachi, PR Managerin bei einem der führenden Hersteller für Smart-Home-Lösungen, Netatmo. In ihrer Tätigkeit als PR-Managerin ist Iuliana für mehrere europäische Länder wie Frankreich, Deutschland und UK verantwortlich.

Hier finden Sie die Folge auf Spotify, iTunes oder Youtube.



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Eine PR-Strategie für alle Länder?

Regionale Unterschiede, eine komplexe Medienlandschaft, unterschiedliche Präferenzen und verschieden entwickelte Märkte – diesen und noch mehr Herausforderungen steht man als Unternehmen gegenüber, wenn man PR in mehreren Ländern ausrollen möchte.

Ist es da also sinnvoll, eine einzige PR-Strategie zu verfolgen und auf alle Länder anzuwenden? Oder muss man PR für jedes Land neu denken? „Beides“, sagt Iuliana. Für sie ist es grundsätzlich wichtig, in jedem Land die gleiche Ausrichtung, das gleiche Messaging zu verfolgen – allerdings müsse die Strategie auf jeweils individuell zugeschnitten werden. Es gehe darum, sich an die individuelle Markt- und vor allem Kundensituation anzupassen und die landesspezifischen Feinheiten zu beachten.

Content länderübergreifend nutzen?

Entsteht Content, egal in welcher Form und wo, kann dieser grundsätzlich länderübergreifend für die PR genutzt werden. Voraussetzung dafür ist die individuelle Lokalisierung der Inhalte, adaptiert für die jeweilige Marktumgebung.

Es kann jedoch auch vorkommen, dass Themen in manchen Ländern besser funktionieren, als in anderen - oder überhaupt nicht. Hier kommt klar die lokale Expertise der lokalen Partner zum Tragen.

Es kommt auch vor, dass nicht jeder Content-Typus in allen Ländern gleich gut funktioniert. So nennt Iuliana Radio-Projekte, die in Deutschland und UK erfolgreich waren, aber in Frankreich – bei gleicher Vorgabe - eher schleppend gelaufen sind.

Den internationalen Workflow verbessern?

Sind Marken- und Content-Strategie für jedes Land festgezurrt, geht es schließlich noch darum, den internationalen Workflow zwischen Unternehmen und Agentur und auch innerhalb der Agentur so effektiv wie möglich zu gestalten.

Hilfreich sind dabei regelmäßige Update-Calls zwischen den Unternehmen und den lokalen Partnern, aber auch kurze Kommunikationswege jenseits von E-Mail über Projektmanagement- und Kommunikations-Tools wie beispielsweise Microsoft Teams.

Darüber hinaus gilt es für die Unternehmensseite auch immer, alle wichtigen Informationen an die Agentur weiterzuleiten, ohne sie mit irrelevanten Dingen zu überladen. Diese Balance zu finden bedarf einer offenen und ehrlichen Kommunikation von beiden Seiten.

Ist die richtige Mischung allerdings gefunden, steht einer effektiven Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.

31 MAY 2019 //     

Warum kontinuierliches Lernen uns nicht nur erfolgreich, sondern auch glücklich macht

Die Lernphase beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Schule, Berufsausbildung und Studium. Im PR-Alltag begegnen wir ständig Neuheiten, Trends und Innovationen. Daher ist lebenslanges Lernen zum integralen Bestandteil der (Arbeits-)Welt geworden. Erfahren Sie warum Lernen glücklich macht und welche Vorteile schon wenige Minuten täglich bieten.WEITERLESEN

LMGTFY – Vom täglichen Suchen und Finden von Wissen

Arbeit und Lernen werden auch heute noch meist als zwei eigenständige Bereiche wahrgenommen. Fortbildungen, Seminare, Onlinekurse – das sind im Normalfall die Ressourcen, die Menschen nutzen, wenn sie sich weiterbilden möchten. Somit wird die Aneignung neuer Inhalte und Techniken auf wenige Tage im Jahr beschränkt. So ist zum Beispiel die obligatorische Weiterbildung für viele Unternehmen auch heute noch der bewährte Weg, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter auf dem neuesten Wissensstand sind. Doch so einfach ist es nicht mehr. Und das nicht nur, weil sich Themen und Inhalte ständig verändern und erneuern.

Längst hat sich auch die Wissensaneignung selbst mit der Digitalisierung gewandelt. „Lernen“ lässt sich nicht mehr altmodisch in eigene Einheiten getrennt vom Arbeitsalltag separieren. Dabei ist es schon längst selbstverständlich geworden, sich täglich weiterzubilden. So selbstverständlich, dass es den meisten nicht mehr bewusst ist und sie den eigenen Weiterbildungswunsch immer weiter vor sich herschieben.

Die einfachste Art der Vermittlung neuen Wissens ist es, nach einer Antwort zu suchen. Fast jeder, ob nun privat oder beruflich, sucht mehrmals täglich im Internet nach Antworten. Beim nächsten ähnlichen Problem hat man die nötigen Informationen dann parat. So lernen wir mehrmals täglich allein dadurch, dass wir eine Suchmaschine befragen und die gefunden Treffer sichten, evaluieren und nutzen.

Lernen endet nie – Veränderung auch nicht

Dadurch, dass die Vermittlung und Aufnahme von Informationen ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags – gerade auch der Kommunikationsbranche – ist, muss auch die Weiterentwicklung dieser Fähigkeit ausreichend Raum bekommen.

Lernen ist ein ständiger Prozess, der sich mit den Anforderungen im Job immer wandelt. Eine einzelne, isolierte Weiterbildung hier und da, ist somit nicht ausreichend. Eine prozentuale Aufteilung wie etwa 70/20/10, propagiert einen kontinuierlicheren Ansatz. Dabei gilt es 10 Prozent des Kompetenzerwerbs durch formale Seminare, 20 Prozent durch bewusste soziale Interaktionen, wie etwa die Kollegen um Rat fragen oder interne Trainings abhalten, abzudecken. Die restlichen 70 Prozent sind „learning by doing“. Dazu gehört auch, bei Wikipedia zu recherchieren oder aus Fehlern zu lernen.

Über die ideale Zusammensetzung lässt sich sicherlich streiten, doch spiegelt diese Sicht realistischer wider, dass Lernen als ganzheitlich gesehen werden sollte. Man kann es nicht vom Arbeitsalltag isolieren. Der Erwerb neuen Wissens wirkt sich positiv auf die Karriere, das Privatleben und die geistige Gesundheit aus. Dabei ist es wie mit den meisten guten Dingen: weniger ist mehr und Gewohnheiten machen den Unterschied.

Top 3 Gründe, um sich täglich herauszufordern

Wissen ist ein Karriere-Booster

Das trifft gleich in mehrerlei Hinsicht zu. Im Zeitalter von LinkedIn und Xing spricht sich große Expertise im eigenen Bereich schnell herum. Denn wer „up to date“ ist, kann sich auch aktiv in einschlägigen Diskussionsgruppen beteiligen oder sich auf seinem Profil ganz anders positionieren. Seminare und Weiterbildungen setzen hier Schwerpunkte, die Sie von der Masse abheben und damit auch interessant für Headhunter machen.

Darüber hinaus werden Sie auch als Experte in der eigenen Firma wahrgenommen. Ganz nebenbei steigert die Erweiterung der eigenen Kompetenzen auch das Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Wer einen großen Wissensschatz zur Verfügung hat, der kann auf dieser Grundlage leichter improvisieren und fundierte Entscheidungen treffen.

Lernen hält gesund

Herausforderungen lassen uns wachsen. So ist es auch mit unserem Gehirn. Fordern wir es nicht heraus, so fällt es schwerer sich auf neue Inhalte einzulassen. Menschen können bis ins hohe Alter lernen. Da beim Wissenserwerb neue Verbindungen im Hirn entstehen, kann es sogar Krankheiten wie Demenz und Parkinson vorbeugen.

Das Gehirn kann wie ein Muskel trainiert werden. Durch regelmäßige Lerneinheiten und die Einübung von Fertigkeiten verdichtet sich das sogenannte Myelin, die Biomembran, die unsere Nervenfasern umhüllt. So können Impulse schneller weitergegeben werden, was auch die Lerngeschwindigkeit steigert. Die neuen und besseren Verbindungen im Gehirn machen den Wissenserwerb also einfacher und schneller.

Lernen macht uns glücklich

Werden wir mit etwas Neuem konfrontiert arbeitet unser Gehirn auf Hochtouren. Hauptsächlich wird aber das Hirnareal für Neuheiten und Belohnung aktiviert. Lösen wir eine komplizierte Fragestellung oder Verstehen wir einen komplexen Sachverhalt, so schüttet der Körper Dopamin aus. Wir sind glücklich und gleichzeitig motiviert, die ganze Lerneinheit oder das Seminar zu beenden. Ein erfolgreicher Abschluss löst dann neuerliche Ausschüttung des Glückshormons aus.

Zusätzlich werden gerade online Lerninhalte interaktiv und zugänglich aufbereitet. So macht die häppchenweise Kompetenzerweiterung Spaß und spornt an dranzubleiben. Inhalte werden auf diese spielerische Art auch langfristig im Kopf verankert, ohne dass stur auswendig gelernt werden muss. Schlussendlich weckt die Erweiterung des Horizonts immer wieder aufs Neue die eigene Neugierde. Eine Eigenschaft, die in jeder Branche, aber besonders in der PR wichtig ist.

Es geht um mehr als nur Selbstoptimierung – Fangen Sie an und lernen Sie etwas!

Sein Wissen beständig zu erweitern ist schon längst kein lebenslängliches Urteil mehr. Es ist mehr als lohnend, sich den anspruchsvollen Aufgaben im Arbeitsalltag zu stellen und Veränderungen mit Interesse zu begegnen, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken. Dabei geht es nicht vorrangig darum, sich zu optimieren, sondern regelmäßig aus der Routine auszubrechen und die Freude an der eigenen Arbeit aufzufrischen.

Vivien Trinkler

16 MAY 2019 //     

Das Leben als Influencer: Ist der Alltag so gut wie der Instagram-Feed?

Herzlich willkommen zu einer neuen Episode unseres Podcasts Kopfstand. Heute dreht sich alles um das Thema Blogger / Influencer. Wir sprechen mit Biggi und Flo, besser bekannt unter dem Namen „phototravellers“. Vor knapp 10 Jahren haben sie ihren Blog www.phototravellers.de eröffnet und sind mit knapp 100.000 Lesern pro Monat zu einem der größten deutschen Reiseblogs herangewachsen.

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In der Podcast-Folge geht es unter anderem darum, wie man als Blogger / Influencer seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, wie man es schafft, trotz bezahlter Partnerschaften authentisch zu bleiben und ob das Leben als Blogger / Influencer wirklich so großartig ist, wie der Instagram Feed.

Die Kopfstand Folge gibts wie immer auf Spotify, iTunes und Youtube

Wie immer könnt ihr euch die Folge bei Spotify, auf iTunes oder hier auf Youtube anhören:

Instagram Feed vs. Umsatzsteuer-Voranmeldung

Wer professionell als Blogger / Instagramer arbeiten möchte, sollte seinen Blog (und seine Accounts) wie ein Unternehmen führen, um damit auch nachhaltig erfolgreich sein zu können. Zu glauben, einfach mal schnell Follower zu generieren und dann kostenlose Reisen und Produkte abzugreifen, sei ein großer Irrtum, erklären die phototravellers.

Viel mehr gehe es darum, eine Nische für seine Kanäle zu finden und diese nachhaltig und strukturell auszubauen. Und das erfordert harte Arbeit. Dazu gehört auch, nachts um drei, wenn man von einer Reise zurückkommt, die Umsatzsteuer-Voranmeldung für das kommende Monat zu machen, verrät Flo.

Von der Leidenschaft leben können – aber dennoch authentisch bleiben

Eine große Herausforderung sei es, so Biggi, wirklich den Schritt ins Vollzeit-Blogger-Leben zu wagen. Im Vorfeld gilt es abzuschätzen, was einem im Leben wichtig ist und was man wirklich braucht, denn es kann durchaus vorkommen, dass es zu Beginn gerade finanziell auch mal etwas dürftig aussehen kann.

Mit den zunehmenden bezahlten Partnerschaften, die sich durch gute Arbeit ergeben, kommen dann die nächsten Hürden, der Spagat zwischen Rentabilität und Authentizität:

Auf der einen Seite ist es natürlich wichtig, dass man von seiner Arbeit leben kann – wie bei jedem anderen Beruf auch. Auf der anderen Seite ist es aber gerade im Bezug auf Glaubwürdigkeit entscheidend, nicht nur auf das Finanzielle zu blicken. Man muss stets erörtern, ob der potenzielle Auftrag auch zur Authentizität des Blogs (Kanal-Feeds) passt. Denn fehlt die Authentizität, werden auch die Follower / Fans / Leser verschwinden und als natürliche Folge auch die Anfragen für bezahlte Partnerschaften und Werbe-Deals.

Wie Unternehmen und Influencer zusammenkommen

Gerade für Unternehmen ist es deshalb wichtig zu erörtern, welche Blogger / Influencer wirklich zu ihren Kampagnen und zu ihrer Marke passen. Um sich dabei nicht nur auf sein Bauchgefühl verlassen zu müssen, hat Allison+Partners das Influence 360 – Programm und den Influencer Score entwickelt.

Influencer – geht kein Weg mehr an ihnen vorbei?

Sich als Unternehmen, egal ob B2C oder B2B, grundsätzlich gegen die Zusammenarbeit mit Influencern auszusprechen, könnte auf Dauer nicht zielführend sein. Denn der Markt für Blogger und Influencer wächst stetig und es ist auch noch lange keine Rezession in Sicht.

Wer allerdings grundsätzlich offen dafür, sicher aber noch nicht sicher ist, wie das Thema von Unternehmensseite her anzugehen ist, findet hier sechs hilfreiche Tipps für Kooperationen mit Influencern.

9 MAY 2019 //     

re:publica 2019: Plädoyer für eine bessere Debattenkultur

Diese Woche fand zum 13. Mal Europas größte Digitalkonferenz in Berlin statt. Drei Tage lang wurde über die digitale Gesellschaft diskutiert und diese aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei verzeichnete die Konferenz einen neuen Besucherrekord. 25.000 Menschen kamen, um sich Vorträge von 1.100 Sprechern und Sprecherinnen anzuhören. Dies zeigt, wie groß das Interesse an digitalen Themen inzwischen ist.

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In Langform, bitte

„Too long, didn’t read“ lautete das Motto der Konferenz. Mit der „tl:dr“ abgekürzten Formel ist gemeint, dass man einen Text nicht lesen kann oder will, weil er zu lang ist. Und sich darum mit einer Zusammenfassung zufriedengibt.

Aber die Dinge sind komplex. Sie wollen durchdacht, diskutiert und von unterschiedlichen Seiten betrachtet werden. Insofern war die re:publica der Langform gewidmet und das Motto eher selbstironisch gemeint.

Beteiligung der Politik so groß wie nie

Erstmals wurde die Konferenz mit Frank-Walter Steinmeiner von einem Bundepräsidenten eröffnet. Dieser hielt ein Plädoyer für die lange Rede und eine bessere Debattenkultur. Mit Familienministerin Franziska Giffey, Arbeitsminister Hubertus Heil und Umweltministerin Svenja Schulze beteiligten sich auch andere Politiker an den Diskussionsrunden. 

Nachhaltigkeit, KI, fairer Wettbewerb – die wichtigen Themen der Zeit auf eine Bühne gebracht

Ein Besuch der re:publica ist inspirierend und eine wertvolle Weiterbildungsmaßnahme zugleich. Es fällt schwer, sich bei der Fülle interessanter Programmpunkte, die teilweise parallel laufen, für einen Vortrag zu entscheiden.

Viele hochkarätige Wissenschaftler aus der ganzen Welt berichten über ihre Forschungsergebnisse. So ging es um Themen wie „Vorurteilsstrukturen bei KI“, den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die Dominanz US-amerikanischer Plattformen und was Europa diesem entgegenzusetzen hat oder die Beeinflussung von Wahlen durch gezielte Streuung von Fake News auf Social Media.

Es wurde das Geschäftsmodell von Uber seziert, über ein mögliches europäisches Netflix gesprochen und mit dem Europapolitiker Axel Voss über die umstrittene Reform des Urheberrechts diskutiert. Astronaut Alexander Gerst berichtete über seine Erlebnisse im All und wie er von dort die Umweltzerstörung auf der Erde erkennen kann. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager widmete ihren Vortrag dem Thema „Zerbrechlichkeit von fairem Wettbewerb in Zeiten der Digitalisierung“.

re:publica mit Auftrag an Politik und Gesellschaft

Man geht nach Hause mit dem Gefühl, dass es für Politik und Gesellschaft noch viel zu tun gibt. Die Aufgabe besteht für Deutschland und Europa darin, passende rechtliche Rahmenbedingungen zu setzen, damit sich Digitalisierung zum Wohl der Menschen auswirkt und nicht zu Ausbeutung und Überwachung führt.

Ich war beeindruckt, wie viele Menschen aller Altersgruppen sich für den Themenkomplex Digitalisierung und Gesellschaft interessieren und auch bereit sind, sich wieder politisch zu engagieren. Im Angesicht der Herausforderungen, vor denen wir als digitale Gesellschaft stehen, war die re:publica so politisch wie noch nie.

Martina Müller

7 MARCH 2019 //     

Wie man wieder lernen kann, sich zu konzentrieren

In einer Gesellschaft, in der man immer erreichbar ist, erreicht man eines immer schwieriger: ungestörte Konzentration. Dabei ist Konzentration besonders wichtig, um interessante Projekte voranzubringen – also ein essentieller Teil kreativer Berufe wie zum Beispiel in Kommunikations-Agenturen. Doch wie schafft man es, Handy-Nachrichten, eine stete E-Mail-Flut und zuweilen auch Kollegen auszublenden, ums sich voll und ganz seinen Aufgaben zu widmen?

Genau mit diesem Thema beschäftigt sich Cal Newport in seinem Buch Deep Work. Sein Werk ist eine Erleuchtung für alle, die sich in ihrem Beruf ständig abgelenkt fühlen. Ich habe die für mich interessantesten Punkte gesammelt und berichte hier von meinen Erfahrungen:

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“Deep Work” und “Shallow Work”

Cal Newport beginnt, indem er eine klare Unterscheidung zwischen „Deep Work“ – also Arbeit, die tiefgehende Konzentration benötigt – und „Shallow Work“ zieht. Shallow Work sind vor allem administrative Tätigkeiten, E-Mail-Kommunikation, das Führen von Listen, Telefonanrufe, Meetings und viele weitere kleine Aufgaben, die gemacht werden müssen, die man aber auch nebenbei erledigen kann.

Deep-Work-Aufgaben sind dagegen nicht dafür gemacht, schnell und nur nebenher erledigt zu werden. Hier geht es um das Verfassen von Texten, das Lösen von schwierigen und komplexen Problemen, Erarbeiten von Konzepten oder Strategien oder das Finden von kreativen Lösungen.

Für diese Tätigkeiten braucht man einen fokussierten Geist und möglichst wenig Ablenkung. Denn es ist bewiesen: Wer aus einer Tätigkeit abgelenkt wird, braucht bis zu 20 Minuten, um sich wieder auf seine eigentliche Tätigkeit zu konzentrieren.

Eine Balance finden

Beide Tätigkeitsarten – Deep Work und Shallow Work – sind wichtig und leisten einen Beitrag für Unternehmen – je nachdem in welcher Branche man tätig ist. Cal Newport favorisiert hier eindeutig Deep Work als die Art von Arbeit, die am wertvollsten ist und die ein Unternehmen oder eine einzelne Person zum Erfolg führen kann.

In der Kommunikationsbranche ist dieses Urteil vielleicht nicht so leicht zu fällen. Unbestreitbar sind wirklich gute Ideen für eine Business-Strategie oder ein sorgfältig ausgearbeitetes PR-Programm für einen Neukunden wertvoll für eine PR-Agentur. Sie gehören zu genau der Art der oft zitierten 20 Prozent der Arbeit, die 80 Prozent des Gewinns ausmachen.

Doch auch „Shallow Work“ wie die Kontaktpflege mit Journalisten oder das rasche Reagieren auf bestimmte Anfragen sind essentieller Teil der Arbeit in Kommunikationsagenturen.

Ist „Deep Work“ also nur etwas für Wissenschaftler im Elfenbein-Turm oder Programmierer, die nie mit der Außenwelt kommunizieren müssen? Ich denke nicht. Wir alle profitieren von einer guten Konzentrationsfähigkeit, denn auch in der PR geht es um gute Lösungen, gute Texte und vor allem um Effizienz.

Wer schwierige Aufgaben lösen kann, ohne sich oft ablenken zu lassen, der ist schneller am Ziel, schiebt große Aufgaben weniger vor sich her. Und diese Effizienz überträgt sich im Endeffekt auf alle Bereiche der Arbeit.

Konzentration ist Übungssache

Doch wie geht man an dieses schwer zu greifende Konzept der tiefen Konzentration heran? Vor allem ist Konzentration eine Sache der Übung. Und die ist uns in unserem Always-On-Zeitalter teilweise etwas abhandengekommen – vor allem durch das Smartphone und unsere schlechte Impuls-Kontrolle bei Instant-Messages oder endlosen YouTube-Feeds.

Dabei ist es nicht nur die Zeit, die ein Handy frisst und uns von wichtigerer Arbeit ablenkt. Durch die Gewohnheit, ständig das Smartphone zu prüfen und nach Neuigkeiten Ausschau zu halten, verlernen wir, uns längere Zeit auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren. Das muss nicht so extrem ausfallen wie dieser Journalist, der verlernt hatte, wie man Bücher liest. Doch das Beispiel zeigt, wie gravierend sich das harmlose Smartphone auf unser Leben auswirken kann – wenn wir nicht verantwortungsvoll damit umgehen.

Weniger Smartphone – mehr White Noise

Auch wenn ich selbst nie so sehr an meinem Handy hing, habe ich nach der Lektüre des Buchs meinen Smartphone-Konsum rigoros eingeschränkt. Mein Ziel ist es, im Jahr 2019 nur 100 Stunden im Internet zu verbringen. (ein Update zum Erfolg dieses Plans gibt es Anfang 2020) Schon nach nur einer Woche mit stark eingeschränktem Smartphone-Konsum und dafür mehr Bücher in der S-Bahn habe ich gemerkt, wie viel freier und klarer ich denken kann. Plötzlich habe fallen mir viel mehr interessante Wörter und Formulierungen ein, die ich in Gesprächen und Texten verwenden kann. Und ich fühle mich fast wie befreit. Diesen Schritt kann ich nur empfehlen, selbst wenn er auf den ersten Blick furchteinflößend wirkt.

Auch ein Tool, das die verbrachten Minuten und Stunden am Smartphone zählt, kann sehr hilfreich sein. Es hält einem schonungslos den Spiegel vor, wie lange man eigentlich pro Tag in den kleinen Bildschirm starrt. Meist hilft bereits allein das Wissen, dass es einen „Zähler“ für die Smartphone-Zeit gibt, sie nicht mehr so schnell zerrinnen zu lassen. Zusätzlich kann man bei vielen Apps auch ein Warn-Pop-Up einstellen, das nach einer bestimmten Zeit am Handy Alarm schlägt.

Oft lenken wir uns selbst ab

Doch es ist nicht nur das Handy, das unseren Drang nach Neuigkeiten schamlos ausnutzt. Vielleicht haben Sie ihr Smartphone gut im Griff, vergewissern sich aber in etwas zu regelmäßigen Abständen, ob nicht eine neue E-Mail im Postfach angekommen ist. Oder Sie suchen jede Möglichkeit, im Office mit anderen ins Gespräch zu kommen oder klinken sich in jede Unterhaltung ein.

Deshalb: Am Anfang steht eine Evaluation, was genau einen ablenkt und wie oft (vielleicht testen Sie auch einfach einmal, wie lange sie lesen können, ohne an ihr Smartphone zu denken). Dann kann man langsam anfangen, sich Konzentrationsphasen anzutrainieren. Denn niemand kann von heute auf morgen seine Arbeitsgewohnheiten komplett umstellen. Kleinere Einheiten (wie zum Beispiel bei der Pomodoro-Technik) sind ein guter Anfang, um sich die Konzentration zurückzuerobern.

Klare Ziele – klare Zeitrahmen

Zu Beginn ist es wichtig, für sich selbst abzustecken:

– Wie viel meiner Arbeitszeit fällt in „Deep Work“-Aufgabengebiete. Wie viel davon brauche ich, um spontan die „seichteren“ Aufgaben zu erledigen.

– Wenn ich Zeit für Deep Work brauche, wann kann ich diese am besten einplanen? Wann werde ich am wenigsten gestört oder habe ich die meiste Energie?

Oft wird vorgeschlagen, man solle am besten um fünf Uhr morgens aufstehen und vor allen anderen im Büro sein, um dort in Ruhe arbeiten zu können. Für mich persönlich – als Nachteule in einem Büro voller Frühaufsteher – ist das nicht ganz praktikabel. Dafür habe ich die späten Stunden für mich allein. Nach Feierabend meiner Kollegen nutze ich die abendliche Ruhe für das Verfassen von Texten.

– Am leichtesten fällt es, wenn man sich klare zeitliche Grenzen setzt, und für den Konzentrationszeitraum ein konkretes Arbeitsziel verfolgt

– Ein Ritual hilft, sich auf das konzentrierte Arbeiten einzustellen

Wenn man sich in den Tunnel begibt, sollte man auch immer ein Licht am Ende dieses Tunnels im Blick haben. Das heißt: Ich gebe mir 1,5 Stunden, von 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr, um diesen Blog-Post fertigzuschreiben. Zu einer Konzentrationsphase gehört für mich eine gefüllte Karaffe mit Wasser, ein tiefer Atemzug, gute Kopfhörer und ASMR.

Konzentration sollte nicht die Ausnahme sein

Dieser Punkt verlang mehr als nur ein paar Übungen. Konzentriert arbeiten – und das über lange Zeit hinweg – ist nicht leicht. Ganz im Gegenteil: Es ist unbequem, sich mit anstrengenden Problemen zu befassen oder komplexe Fachartikel zu schreiben. Die gute Nachricht ist: Je mehr wir es üben, umso leichter geht es uns von der Hand.

Cal Newport plädiert dafür, dass Konzentration nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein sollte. Je mehr wir uns daran gewöhnen, umso leichter fällt es uns. Deshalb sollte auch unsere Freizeit nicht nur aus seelenlosem Bildschirm-Starren bestehen. Denn dann verlernen wir alles, was wir uns mühsam während der Arbeitszeit wieder angeeignet haben, wieder.

Was also tun? Wir hätten da ein paar Ideen.

Konzentration – ja, es gibt noch Hoffnung

Cal Newport hat ein wichtiges Buch zu einer auch heute noch wertvollen Fähigkeit geschrieben: Konzentration. Ist es wirklich so, dass wir uns – dank Handy, E-Mails etc. – nicht mehr konzentrieren können? Ja nun nein: Konzentration ist heute vielleicht schwieriger, weil man leichter gestört oder unterbrochen wird. Aber damit können wir lernen umzugehen.

Wir Menschen sind so zäh und eigenwillig – wenn wir wirklich wollen, können wir uns die Konzentration auch wieder antrainieren. Ich habe nur ein paar kleine Dinge geändert und merke Fortschritte. Der erste Schritt ist gar nicht so schwer – aber effektiv. Also, auf geht’s!

28 FEBRUARY 2019 //     

Was erwarten Unternehmen von einer PR Agentur?

Herzlich willkommen zur vierten Folge unseres Podcasts Kopfstand. Heute zum Thema „Was erwarten Unternehmen von einer PR Agentur?“ mit einem Gast, der es wissen muss: Niklas Merk, Pressesprecher und PR Manager bei DriveNow (jetzt SHARE NOW). Bevor Niklas vor knapp eineinhalb Jahren seine Tätigkeit bei DriveNow aufnahm, sammelte er PR- und Marketingerfahrung in einem Technologie Startup. Begonnen hat seine Karriere in einer PR Agentur.WEITERLESEN

Hallo Spotify, iTunes und Youtube

Eine Anmerkung vorneweg. Den „Kopfstand“ gibt‘s jetzt nicht mehr nur hier auf unserem Blog, sondern auch auf Spotify, iTunes und YouTube zu hören. Wir wünschen viel Spaß mit allen Folgen.

Ehrlichkeit und sich trauen „Nein“ zu sagen

Aber jetzt zum Inhalt der Episode: Wie ehrlich sollte man als PR Agentur gegenüber dem Unternehmen eigentlich sein? Und wann kann man sich trauen, auch mal „Nein“ zu sagen? Zwei Fragen, deren Beantwortung eine klare Differenzierung benötigen.

Ehrlichkeit gewinnt immer – denn der Kunde erwartet es, einen Partner gegenüber zu haben, der offen und gerade heraus die Wahrheit spricht, auch wenn diese unangenehm ist. Mit welchen Worten die Ehrlichkeit allerdings verpackt ist, spielt eine entscheidende Rolle. Dabei sollte man berücksichtigen, in welcher Situation man sich befindet und wie weit fortgeschritten das gegenseitige Vertrauensverhältnis ist. Davon kann man abhängig machen, in welche Worte man seine Ehrlichkeit kleidet.

Beim „Nein“ -Sagen verhält es sich ganz ähnlich. Wenn man als Agentur beispielsweise von einer Strategie des Kunden nicht überzeugt ist oder glaubt, dass diese nicht zielführend ist, dann sollte man das als Agentur dem Kunden immer kommunizieren.

Arbeitet man noch nicht so lange zusammen und ist das Vertrauensverhältnis daher noch nicht so groß, ist es möglicherweise ratsam, erstmal mit einem „naja“ zu beginnen. So geht man nicht direkt auf Konfrontationskurs. Wenn der Kunde dann offen für eine Diskussion ist, kann man seine Bedenken weiter ausführen.

Ein Verhältnis auf Augenhöhe?

Die Fähigkeit, als Agentur ehrlich zu sein und auch offen ein „Nein“ kommunizieren zu können, hängt auch immer mit dem persönlichen Verhältnis zwischen dem Ansprechpartner in der Agentur und dem des Unternehmens zusammen.

Ist dieses Verhältnis im Optimalfall auf Augenhöhe, fällt es deutlich leichter, offen miteinander zu sprechen und etwaige Bedenken direkt vorzubringen.

Proaktivität

Wenn auch die Erwartungshaltung an eine Agentur von Unternehmen zu Unternehmen variiert – mit Proaktivität kann man als Agentur immer punkten. Sei es mit wertvollen Informationen zur aktuellen Nachrichtenlage im Interessensgebiet des Kunden, mit einem kreativen Projektvorschlag oder mit einer innovativen Strategie für einen Produktlaunch.

Agenturen, die sich nur auf den vereinbarten Scope of Work konzentrieren, sind nicht mehr zeitgemäß. In einer sich schnell wandelnden Welt darf die Agentur den Fuß nie vom Gaspedal nehmen, damit sie den Kunden inspiriert und weiterbringt.

Neue Wege = Neue Möglichkeiten

Genauso wie Proaktivität wird von Agenturen mittlerweile erwartet, neue Wege zu gehen. Inhalte für verschiedene Plattformen aufzubereiten ist dabei Standard-Handwerkszeug. Ein Podcast beispielsweise beweist, dass stetige Innovation und das Beschreiten neuer Wege zu den Grundwerten einer exzellenten Agentur gehören – in diesem Sinne: Viel Vergnügen mit dem Kopfstand.

4 FEBRUARY 2019 //     

6 Tipps für Kooperationen mit Influencern

Influencer Relations hat sich vor allem bei Consumer-Marken zu einem essenziellen Teil der Unternehmenskommunikation entwickelt. Die Zusammenarbeit mit Instagramern, Youtubern und Bloggern kann für PR und Marketing echten Mehrwert liefern.

Ernstzunehmende Influencer werden im Idealfall zu externen Meinungsführern oder Markenbotschaftern und tragen durch ihre Kommunikationskanäle und Follower-Beziehungen aktiv zum Brand Building bei.

Doch den richtigen Multiplikator für die eigene Marke zu finden, ist nicht so leicht. Die Herausforderung gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. In unserer Serie zum Thema Influencer-Marketing geben wir Euch regelmäßig Einblicke ins Thema Influencer Relations. Weshalb sich Unternehmen auf diese Art von Kommunikation einlassen sollten oder welche verschiedenen Typen es überhaupt gibt.

Passend zum 6. Teil unserer Serie kommen hier die 6 wichtigsten Tipps für fruchtbare Influencer Relations.

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Tipp 1: Qualität ist das A und O

Um sich als Zugpferd für eine Marke zu eignen, muss der Influencer unbedingt zur Marke passen. Alle Kanäle des Kandidaten müssen regelmäßig mit hochwertigem Content bespielt werden. Sowohl Schreibstil als auch Bild- oder Videocontent muss zum Partnerunternehmen passen, um dessen Reputation nicht zu gefährden.

Es genügt hierbei nicht, das Augenmerk ausschließlich auf den Kooperationszeitraum zu legen. Vielmehr sollte man potenzielle Kandidaten über einen gewissen Zeitraum im Blick behalten, um sich ein umfassendes Urteil bilden zu können.

Wichtig ist auch die Frage: Habe ich es mit einem zuverlässigen Partner zu tun? Der Influencer, der am besten zur Marke passt, nützt nichts, wenn er unzuverlässig ist und nicht wie vereinbart liefert. Hier empfiehlt sich, erst einmal mit einem kleineren Projekt anzufangen. Klappt es das erste Mal und ist eine vertrauensvolle Kommunikationsbasis geschaffen, steht auch größeren Projekten nichts im Wege.

Tipp 2: Glaubwürdigkeit ist der höchste Trumpf eines Influencers

Dass Influencer-Marketing letztendlich Absatzsteigerung zum Ziel hat, ist kein Geheimnis. Trotzdem unterscheidet sich diese Art von Werbung deutlich von anderen Marketingformen. Influencer werden im Gegensatz zu professionellen Schauspielern oder Models in ihrer Funktion als Privatperson wahrgenommen.

Diesen Vorteil kann man sich zu Nutze machen. Allerdings ist es unabdingbar, dass aus den Partnerschaften des Influencers hervorgeht, dass er mit Kooperationsangeboten selektiv umgeht und nur die Kooperationspartner auswählt, hinter deren Produkten und Services er mit Überzeugung stehen kann. Das erhöht seine Glaubwürdigkeit und überzeugt seine Follower.

Wichtig: Influencer, die schon einen ganzen Bauchladen an Kooperationspartnern bedienen, oder deren Kooperationspartner nicht zur eigenen Marke passen, kann man getrost auslisten.

Tipp 3: Reichweite ist nicht alles

Für die, die es nicht besser wissen, ist Reichweite immer noch das A und O bei der Auswahl eines Influencers. Lassen Sie sich gesagt sein: Nein, ist es nicht. In Teil 4 unserer Serie können Sie nachlesen, welche Größenordnungen es bei Influencern gibt und wie man den passenden Partner auswählt. Sehr oft geht es nämlich nicht darum, von einer Armee an Followern gesehen, sondern von der richtigen Zielgruppe wahrgenommen zu werden. Masse ist wie so oft im Leben nicht immer Klasse.

Klein aber fein

Influencer bewegen sich als Experten auf ihrem Gebiet im öffentlichen Raum. Gerade bei Themen, die für ein sehr spezielles Fachpublikum interessant sind, können Nano-Influencer aufgrund ihrer sehr hohen Interaktionsrate hervorragende Multiplikatoren sein und messbare Effekte erzielen. Der direkte Kontakt und die Interaktion in beide Richtungen sind auf kleinen Kanälen viel stärker ausgeprägt als bei Influencern mit höheren Follower-Zahlen.

Wie man Fake-Follower identifiziert

Bei Kooperationen, die vor allem breit gestreut werden sollen, ist es ratsam, die Interaktionsrate genau zu überprüfen. Viele Influencer nehmen zwielichtige Follower-Services in Anspruch, die ihnen zwar helfen, eine große Zahl an Followern zu erreichen, bei denen die ausgesandte Message dann allerdings schnell in den Sackgassen ihrer toten, von Bots gesteuerten oder vollkommen unpassenden Follower-Accounts versickert.

Ein Blick auf die Uhrzeit von Interaktionen kann hier genauso weiterhelfen wie die Art der Antworten. Sind es immer nur einzelne generische Worte oder Emojis, sollte man sich die Follower des jeweiligen Influencers genauer ansehen. Gekaufte Follower lassen sich ziemlich leicht identifizieren.

Tipp 4: Follower im Fokus

Womit wir bei Punkt 4 wären, dem vielleicht wichtigsten überhaupt: Um einen geeigneten Multiplikator auszuwählen, ist es wichtig, die Zielgruppe mit den vorhandenen Followern abzugleichen. Wer folgt? Wie aktiv ist die Followerschaft? Sind unter den Followern eventuell sogar weitere Influencer, die sich für meine Kampagne eignen oder gibt es sogar den ein oder anderen, der sich noch besser eignet als der ursprünglich ausgewählte Kandidat?

Wenn man sich die Zeit nimmt, von einem interessanten Profil zum nächsten durcharbeitet und die Follower genau unter die Lupe nimmt, trifft sich die richtige Wahl viel leichter.

Tipp 5: Geben ist seliger denn Nehmen

Was Paulus schon vor Jahrtausenden wusste, ist auch heute noch gültig. Wenn man einen geeigneten Kooperationspartner gefunden hat, ist Beziehungspflege angesagt. Beide Seiten sollten von der Zusammenarbeit profitieren.

Je nach Reichweite kommt es vor, dass Influencer zusätzlich zu den getesteten Produkten auch noch eine Gebühr für ihre Arbeit verlangen. Das sollte von Unternehmen nicht reflexartig verteufelt werden, sondern als Preis für eine Dienstleistung gewertet werden. Viele Influencer betreiben ihre Social-Media-Aktivitäten hauptberuflich und sind somit auch auf ein regelmäßiges Einkommen angewiesen.

Grundsätzlich gilt: Je großzügiger und zuvorkommender man seinen Kooperationspartner behandelt, desto mehr ist dieser gewillt, das Unternehmen tatkräftig zu unterstützen. Was man jedoch nicht unterstützen sollte, sind die immer häufiger in den Raum geworfenen astronomischen Forderungen von gehypten Influencern, die quasi schon Promi-Status haben.

Tipp 6: Zugang zu wertvollen Netzwerken nutzen

Ein oft unterschätzter Aspekt im Influencer-Marketing ist der Zutritt zu neuen Netzwerken, zu denen man als Außenstehender vorher keinen Zugang hatte. Influencer stehen in Kontakt mit anderen Influencern, mit wichtigen Branchenvertretern und einer großen Community, die genau der entsprechenden Zielgruppe entspricht. Eine stabile Partnerschaft kann also zusätzlich zum Marketing auch noch fürs Networking und den Zugang zu fachlicher Expertise hilfreich sein.

4 JANUARY 2019 //     

Kalender: Mit Struktur und Ordnung den Arbeitsalltag meistern

Herzlich Willkommen zur 3. Folge unseres „Kopfstands“ – dem Podcast für PR, Kommunikation und neue Arbeit!

Heute widmen wir uns einem Themengebiet, dem oft nicht genügend Beachtung geschenkt wird: Struktur und Ordnung im Arbeitsalltag. Gerade in einer PR-Agentur keine Selbstverständlichkeit.

Wie geht man also vor, um sich nicht in einem Termin-Wirrwarr wiederzufinden und regelmäßig Deadlines unwissend verstreichen zu lassen?

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Ein Kalender: Der Heilige Gral

Das wichtigste Hilfsmittel, um den Überblick zu bewahren, ist ein Kalender. Damit lassen sich – mit den richtigen Methoden – Aufgaben sinnvoll einteilen und priorisieren und man kann sicherstellen, keine Termine zu verpassen.

Choose your Kalender wisely

Nur mit einem Kalenderkauf allein ist aber noch nichts gewonnen. Der Kalender muss nämlich zur Person und auch zum Arbeitsalltag passen. Das Layout des Kalenders spielt hierbei eine entscheidende Rolle – und auch die Disziplin, den Kalender dauerhaft zu führen.

Um frühzeitige Enttäuschen zu vermeiden, sollte man kalender-technisch erst einmal relativ simpel beginnen und sich langsam an das System gewöhnen. Merkt man dann, dass der Kalender-Aufbau zum Arbeitsalltag passt, sind der Produktivität und Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ist der Kalender aber eher eine Bürde und störend, dann sollte man sich nach einem anderen Modell umsehen.

Kalender: Zwischen Detailversessenheit und Befriedigung

Ist der richtige Kalender erstmal gefunden und wird dieser auch noch mit Liebe zum Detail geführt, dann wird man eine Befriedigung verspüren, die man sonst eher nicht mit Büro- und Ordnungstätigkeiten verbindet.

Wie man mit einfachen Mitteln zum Organisations-Genie werden kann, welchen Herausforderungen man trotzen und welche Stolperfallen man dabei ausweichen sollte, erklärt unsere Senior Account Managerin Sophie Königsberger heute im „Kopfstand“.

YouTube: Kopfstand Folge 3 - Kalender und strukturierte Arbeit

Habt ihr Fragen, Wünsche oder Anregung zu diesem Thema oder zu unserem Podcast im Allgemeinen?

Dann schreibt uns doch gerne per Mail an Munichoffice@allisonpr.com

Vielen Dank fürs Zuhören.

7 DECEMBER 2018 //     

Interkulturelle Kommunikation mit China, Japan und Singapur - in unserem neuen Podcast

PR, Kommunikation und neue Arbeit – das sind die drei großen Themen unseres neuen agentureigenen Podcasts.

Hier kommt die Pilotfolge unseres Podcasts!

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YouTube: Internationale und interkulturelle Kommunikation

Was Sie davon haben, wenn Sie sich den Podcast anhören? Sie bekommen Einblicke in unsere Agentur und die Themen, die uns und die PR-Welt bewegen. Außerdem werden immer wieder externe Experten zu unseren Kernthemen zu Wort kommen. Wir sprechen über bewährte Konzepte im Bereich der internationalen und interkulturellen Kommunikation und über Fettnäpfchen, in die man möglichst nicht treten sollte. Und schließlich geben wir Einsicht in verschiedene Experimente und Best Practices im Bereich „New Work.“

Dabei legen wir keinen Wert auf Allgemeingültigkeit unserer Aussagen und Einschätzungen, sondern geben unsere Erfahrungen im Dialog authentisch, nachvollziehbar und hoffentlich unterhaltsam wieder. Denn wie wir alle wissen, darf zumindest ein bisschen Entertainment nie fehlen.

Was Sie von unserem Podcast nicht erwarten können, sind langweilige Vorträge, ausgelutschte Floskeln oder eine ausgedehnte Selbstbeweihräucherung – aber das ist wohl auch gut so.

Arbeiten und Kommunizieren – hier und in aller Welt

In 15- bis 20-minütigen Episoden versuchen wir, Kommunikationsthemen auf den Punkt zu bringen, grundlegenden Fragen der PR auf den Zahn zu fühlen und Methoden zu erschließen, die uns und Ihnen das Arbeitsleben erleichtern können.

Neben internen Expertinnen und Experten unserer Agentur werden auch immer wieder externe Wissensvorräte und die dazugehörigen Personen angezapft und zum Podcast-Talk eingeladen.

Da wir eine internationale Agentur mit 30 Büros quer durch die USA, Asien und Europa sind, hat der Podcast eine multinationale Ausrichtung, auch wenn der Fokus auf die deutschsprachigen Regionen des Erdballs gerichtet ist.

Unsere erste Folge: Internationale und interkulturelle Kommunikation

In unserer Pilotfolge spricht Podcast-Gastgeber Stefan Schaumeier mit Heike Schubert, der Leiterin unseres Büros in München, zum Thema „internationale und interkulturelle Kommunikation“. Heike Schubert hat im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn mehrere Jahre unter anderem in Japan, Shanghai und Singapur gelebt. In ihrem momentanen beruflichen Alltag hat sie täglich mit Kollegen, Kunden und Partnern aus den USA, Asien und Europa zu tun.

Wie man also gut vorbereitet ist, wenn man mit Menschen anderer Kulturen zu tun hat, wie man Fettnäpfchen vermeiden kann und warum wir vielleicht Japanern ähnlicher sind als Amerikanern, das hören Sie hier in unserer ersten Folge des Podcasts.

23 NOVEMBER 2018 //     

Kommunikation: Die unterschätzte Kunst des zwischenmenschlichen Austauschs in Zeiten der Digitalisierung

Jeden Tag tauschen wir uns unzählige Male mit unseren Mitmenschen aus. Doch ob im direkten Gespräch, per Telefon oder per E-Mail, Kommunikation ist meist mehr als nur Informationsaustausch. In diesem Beitrag laden wir Sie ein, einmal den Blick auf die versteckten Feinheiten hinter der Botschaft zu lenken.WEITERLESEN

Kommunikation – so einfach… oder auch nicht

Kommunikation – so kann man ganz digital bei Wikipedia nachlesen – ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen. Basta – so einfach?

Na ja, nicht ganz. Die Kommunikation kann auf verschiedenen Plattformen und Ebenen stattfinden:

+ verbal oder nonverbal,

+ schriftlich – vom handschriftlichen Brief über die kurze WhatsApp-Benachrichtigung,

+ innerhalb eines Kulturkreises oder darüber hinaus,

+ über verschiedene hierarchische Ebenen hinweg oder auf Augenhöhe,

+ zwischen Personen des gleichen Geschlechts oder Personen unterschiedlichen Geschlechts.

Diese und weitere Faktoren beeinflussen das, was wir allgemein als „Kommunikation“ bezeichnen –  einen höchst komplexen Prozess, der eine essentielle Grundkonstellation beschreibt: das Senden und Empfangen von Inhalten wie Botschaften und Informationen.

Die verborgene Seite des Gesagten

der Begriff „Botschaften“ gibt schon eine Ahnung davon, dass Kommunikation trotz aller Bemühungen kaum neutral vonstatten geht. So tragen alle Beteiligten quasi einen Rucksack an Prägungen, Agenden, Vorurteilen, Wissen und individuellen Sozialisationsgeschichten mit sich herum. Aus diesem schöpfen wir bewusst oder auch unbewusst und so beeinflusst dessen Inhalt unmittelbar alles, was wir sagen, schreiben oder auf anderen Wegen vermitteln.

Zwischen den Zeilen lesen

Beobachten Sie sich doch einfach einmal für eine Stunde selbst: Warum formulieren Sie die E-Mail genau so und nicht anders. Es gibt zahllose Variationsformen, um Sätze zu formulieren: mit ausladender Einleitung oder kurz und knapp; leicht aggressiv oder verbindlich. Je nach Wahl der Worte kann ein und derselbe Sachverhalt komplett anders ausgedrückt werden. Meist geschieht das völlig unbewusst – und manchmal steht die eigentliche Botschaft auch zwischen den Zeilen. Sie schwingt als unsichtbarer Zwischenton mit und wird einmal mehr, einmal weniger deutlich vom Empfänger wahrgenommen.

Die feinen Nuancen der Kommunikation im Geschäftsumfeld

In Zeiten von E-Mail, Messengern oder Skype ist es daher besonders wichtig, immer zu reflektieren, wie das, was ich kommunizieren will, bei anderen ankommen könnte. Bei E-Mails macht es vielleicht auch nur einen Unterschied, wer alles auf CC steht. In WhatsApp das richtige Emoji und bei Skype der Hintergrund vor dem man bei einem Video-Call sitzt. Alles Dinge, die dazu beitragen, die richtige Frequenz zwischen Sender und Empfänger herzustellen, um eine störungsfreie Kommunikation zu gewährleisten und ein Fettnäpfchenwetthüpfen zu vermeiden.

Es ist ein hohes Maß an Empathie, an Aufmerksamkeit und Selbstreflexion gefragt – und so schafft man es, die hohe Kunst der Kommunikation für sich zu perfektionieren und nicht zum Getriebenen, sondern zum Virtuosen in diesem hochkomplizierten System des Austauschs zu werden.

Lernen Sie mehr darüber!

Wer mehr zur Psychologie der Kommunikation erfahren möchte, dem empfehle ich zum Einstieg das Buch selbigen Titels von Jessica Röhner und Astrid Schütz. Vielleicht die ideale Lektüre in der nun anstehenden Weihnachtszeit, um dann im neuen Jahr ganz “neu” kommunizieren zu können.

21 SEPTEMBER 2018 //     

Emotionen im Bewegtbild - Wie Videos die Markenbotschaft prägen

Es gibt genügend Statistiken, die belegen, dass das Format Video für die Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen, egal ob B2B oder B2C, immer wichtiger wird. Die Verweildauer auf einer Homepage mit Bewegtbildinhalten ist beispielsweise deutlich höher als auf einer Website ohne Video, der ROI ist größer als bei Inhalten, die nicht als Video dargestellt werden und potentielle Kunden sehen viel lieber ein Video an, als einen Text zu lesen.

Aber bei Unternehmensvideos geht es noch um viel mehr als „nur“ um messbare Zahlen und Fakten. Denn Videos transportieren neben ihrer eigentlichen Botschaft noch einige weitere Aspekte, die sich auf die Wahrnehmung einer Marke auswirken.

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1. Emotionen

Obwohl ein Text in gewisser Weise auch Emotionen hervorrufen kann, sind Gefühlswelten und Bewegtbildinhalte absolut untrennbar miteinander verbunden. Ist die Person im Video sympathisch? Werden die Inhalte ansprechend aufbereitet? Wie wirkt die Machart des Videos? All diese Aspekte noch viele weitere haben großen Anteil an den Emotionen, die das Video bei den Rezipienten hervorruft.

Deshalb ist es umso entscheidender, nicht nur auf die eigentliche Botschaft des Videos zu achten, sondern sich als Unternehmen auch die Frage zu stellen, welche Emotionen ich mit dem Video transportieren möchte und wie ich die Wahrnehmung des Betrachters möglichst positiv beeinflussen kann.

2. Unternehmenskultur

Neben den Emotionen, die Videos hervorrufen, geben Bewegtbildinhalte auch immer einen kleinen Einblick in die Kultur eines Unternehmens. Ist das Video dynamisch geschnitten? Wie sind die Personen im Video gekleidet? Auf welcher Sprachebene bewegen sich die Protagonisten? …

Analysiert man ein Video nach diesen Kriterien kann man als Zuschauer Rückschlüsse auf die Unternehmenskultur ziehen. Darum sollten Unternehmen diese Aspekte nicht unterschätzen und darauf achten, gemäß der vorherrschenden Unternehmenskultur ein adäquates Bild abzugeben. Passt das Video nicht zur Kultur des Unternehmens können Widersprüche entstehen, die sich unter Umständen negativ auf die eigentliche Botschaft des Videos auswirken.

3. Markenwerte

Parallel zu Rückschlüssen auf die Unternehmenskultur geben Videos auch einen Hinweis darauf, welche Werte ein bestimmtes Unternehmen verkörpert: Kommen nur Personen in Führungspositionen zu Wort oder sind beispielsweise auch Auszubildende zu sehen / zu hören? Sind die Protagonisten alle männlich / weiblich? In welchen Räumlichkeiten ist das Video gedreht worden? Welche Produktionsqualität hat das Video?

Durch die Beantwortung dieser und weiterer Fragen können sich Unternehmen Gedanken darüber machen, mit welchen Werten sie den Namen ihrer Marke in dem Video aufladen möchten. Dabei geht es erneut weniger um die eigentliche Botschaft des Videos als um die Gesamtdarstellung des Gezeigten. Wenn sich die definierten Markenwerte in der Machart und im Design des Videos wiederspiegeln, entsteht ein kongruentes und stimmiges Gesamtbild.

Botschaft und „Botschaft“

Es spielt also erstmal keine so große Rolle, welches Genre das Video bedient. Denn egal ob Imagevideo, Produktvideo, How-To, Tutorial, Recruiting-Video, Case Study, Animation oder sonstige Form, die “Botschaft” hinter der Botschaft ist nahezu genauso wichtig wie die Grundaussage des Bewegtbildinhaltes.

1 AUGUST 2018 //     

Ein Leuchtturm in der stürmischen Brandung

Oder wie es ist, der einzige Mann im Team zu sein.

Manchmal würde ich in der Arbeit gerne über Frauen reden, oder über Fußball, oder wie geil es ist, dass mein bester Kumpel letztes Wochenende eine halbe Flasche Jack Daniels getrunken hat (und ich vielleicht auch) und wir erst um 8 Uhr morgens vom Feiern heimgekommen sind. Und ich würde am Arbeitsplatz auch gerne mal kreatives Chaos herrschen lassen und nach mehreren Schlucken kohlensäurehaltiger Getränke herzhaft rülpsen – aber mit einem Büro voller Frauen kommt das schätzungsweise eher nicht ganz so optimal an.

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Also?

Deshalb reiße ich mich zusammen – bzw. tue ich das überhaupt? Oder versuche ich vielleicht, den gehobenen gesellschaftlichen Ansprüchen der Frauenwelt bei uns im Büro zu genügen? Oder – und jetzt kommt die traurige Wahrheit – merke ich, dass das, was mir meine Kolleginnen tagtäglich vorleben, eigentlich ziemlich nahe am Idealzustand des miteinander Arbeitens ist?

In unserem Büro herrscht ein Klima der Sorgfalt, Achtsamkeit, Freundlichkeit und des gesunden Essens (meistens). Und alle sind so unglaublich ordentlich. Ich komme mir zeitweise so vor, als würde ich als Steinzeitmensch in einer hypermodernen Hochkultur leben und hätte als Mann die gesellschaftskonventionellen Entwicklungen der letzten 43 Jahrhunderte verpasst.

Meine Kolleginnen merken das auch. Aber sie tun so, als wäre ich „eine“ von Ihnen – sie versuchen lediglich, mich mit verschiedenen Methoden in die richtige Richtung zu stupsen, um mich und meine männlichen Einflüsse unschädlich zu machen.

„Wie wäre es denn mit…?“

Wobei das jetzt natürlich auch wieder nicht stimmt. Denn Sie sind einfach nur hilfsbereit – und wollen mir mein Arbeitsleben durch ihre weiblichen Tipps und Tricks erleichtern. Und ich? Ich tue zwar immer so, als ich würde ich das nur belächeln – aber in Wirklichkeit bin ich unendlich dankbar für jede einzelne Hilfestellung und sauge diese geradezu in mich auf.

Deshalb führe ich jetzt beispielsweise einen Kalender. Mit Farbsystem. Und drei Spalten. Eine Spalte für Termine, eine Spalte für To Do’s und eine Spalte für Notizen. Das wurde mir so beigebracht („Stefan, wir glauben ein Kalender würde dir nicht schaden“, „Probiere das doch mal so wie wir das machen“). Als ich mir kurze Zeit später den Kalender gekauft habe, habe ich mich gefühlt als würde ich mit diesem Kaufgeschäft der Verkäuferin zeitgleich meinen letzten verbliebenen Rest roher Männlichkeit aushändigen.

Diese Vermutung hat sich nicht bestätigt. Ich bin dadurch einfach nur ordentlicher geworden. Und strukturierter.


Und so verhält es sich mit vielen anderen Dingen auch. Bisweilen fühle ich mich fast sogar sozial gebildet. Auch wenn ich vor meinen Kumpels mit dem Farbsystem im handschriftlich geführten Kalender wohl eher nicht prahlen kann – aber ich muss einsehen, dass ich mittlerweile erleuchteter bin als sie.

Vorsicht: Tränendrüsen-Fazit Incoming

Kurzum, ich bin mir ziemlich sicher, dass mir nichts besseres hätte passieren können – als diese ehrlicherweise grandiosen Kolleginnen. Und inzwischen habe ich mich mit mir selbst auf folgendes Fazit geeinigt: Sie machen mich nicht weiblicher (und berauben mich auch nicht meiner Männlichkeit) – sondern sie machen mich einfach nur besser. Als PR-Manager und auch als Mensch.

Wobei mir dieses gefühlsduselige Fazit jetzt fast schon bisschen zu weiblich ist….

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