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Willkommen auf unserem Blog! Hier berichten wir über Kommunikation, Kreativität, multimediale Inhalte, digitale Strategien und unsere Arbeit bei Allison + Partners.

17 MARCH 2021 //     

Wie Weisheit uns zu besseren PR-Profis macht

Wie werden Menschen weise? Und warum ist es ausgerechnet für Kommunikations-Experten so vorteilhaft, nach Weisheit zu streben? Unsere Kollegin Heike Schubert ist diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Weisheit – was ist das?

Wer kennt sie nicht? Diese Mitmenschen die quasi in jeder Situation den richtigen Ratschlag zur Hand haben? Die nahezu traumwandlerisch durch schwierige Situationen und Zeiten manövrieren? Sie sind in der Lage, uns Dinge sehr viel klarer sehen zu lassen. Sie helfen einem, Strukturen und Einstellungen zu erkennen, sodass man die anstehende Herausforderung nach schlaflosen Nächten im Vorfeld plötzlich klar analysiert anzugehen in der Lage ist. Diese Zeitgenossen sind oft wie Leitplanken im Leben – oder einfach nur weise.

Oft ist ihnen gemein, dass sie über eine gewisse Lebenserfahrung verfügen – das muss sich nicht immer im Alter widerspiegeln, doch sind es meist seniorigere Mitmenschen, denen man das Attribut „weise“ gemeinhin zuspricht. Was nicht bedeutet, dass alle älteren Menschen automatisch weise werden. Denn wer kennt sie nicht, grantelnde, mosernde und sehr engstirnige Mitmenschen, die zwar über eine graue Haarpracht verfügen, denen aber Weisheit so fern ist wie uns der Mond.

Was unterscheidet sie? Und wie können wir Weisheit erlangen, wenn nicht allein durch das Älterwerden?

Die Forschung definiert fünf Schlüsselfaktoren, die zu dem führen, was wir Weisheit nennen. Nur fünf – und Sie werden schnell feststellen, dass alle von ihnen ein integraler Bestandteil der Kommunikationsbranche sind. Judith Glück, Professorin für Entwicklungspsychologie, erläutert sie im Detail in ihrem Buch „Weisheit“.

Neugierde

Sein Leben lang neugierig zu sein, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass man auf dem Weg zu mehr Weisheit ist – das hätte man mir mal als Kind sagen sollen, als meine Eltern mich immer ermahnten, nicht immer so neugierig zu sein.

Von kindlicher Neugierde hin zur Neugierde eines Kommunikationsprofis ist es aus meiner Sicht nicht allzu weit. Sie zeichnet sich deutlich durch Offenheit für Neues aus – vor allem, wenn man auf Agenturseite tätig ist. Neue Kunden, neue Themen, neue Trends, neue Team-Konstellationen und ständig neue Menschen – wenn das keine paradiesischen Umstände für neugierige Menschen sind. Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen verlangen nach einer natürlichen Neugierde für ihre Bereiche und deren Einbettung in das Gesamtbild unserer Gesellschaft. Kommunikatoren müssen zwangsläufig ständig die richtigen Fragen stellen. „Warum? Wie? Wann? Wer?“ sind nur einige davon.

Nur wer diese Fragen immer wieder stellt, kann den Kunden und dessen Branche so verstehen, dass man ihn geschickt durch alle Kommunikationsaufgaben und Herausforderungen manövrieren kann. Es ist also entscheidend, neugierig zu sein – aber auch elementar, nicht voreingenommen zu urteilen.

Ambiguitätstoleranz

Wer von Ambiguitätstoleranz spricht, meint damit, unvoreingenommen zuhören und die Dinge so annehmen zu können, wie sie sind. Aber es geht auch darum, fokussiert und mit erhobenem Kopf weiterzumachen, auch wenn man vielleicht kein klares Bild von der Situation oder – im schlimmsten Fall – keine Ahnung hat, was das Richtige ist. Das ist ein Must-do für weise Menschen – und eine weitere Ressource für Weisheit. Es wird immer Dinge geben, die außerhalb Ihrer Komfortzone und auch außerhalb Ihres Wertekanons geschehen. Leben ist ständige Veränderung und oft ist es nicht einfach, einen klaren Blick auf den richtigen Weg zu behalten.

Welcher PR-Profi kann kein Lied davon singen? Die Fähigkeit, ruhig und fokussiert zu bleiben, Dinge scheinbar leicht zu bewältigen, wenn sie doch eigentlich sehr schwer sind und das Beste aus jedweder Situation zu machen, das macht den Unterschied. Vom Kommunizieren schlecht durchdachter Strategien oder dem Navigieren der Kommunikation in Krisensituationen, in denen Stakeholder nicht mit offenen Karten spielen. Alles schon da gewesen, alles schon erlebt. Es ist jedoch eine Sache, die Notwendigkeit dieser Eigenschaft zu sehen, und ganz klar eine andere, sie aktiv zu leben. Es ist schwer. Aber mit steter Übung und durch Bewusstmachung kann man es schaffen.

Emotionen bewusst steuern

Ambiguitätstoleranz ist wichtig. Es bedeutet aber nicht, dass Sie keine Emotionen oder Gefühle haben dürfen oder nicht für Ihre Werte einstehen sollten. Denn es ist die dritte Säule der Weisheit: die Fähigkeit, Emotionen bewusst zu steuern und zu regulieren.

Emotionen sind zwar wichtig – aber sie neigen dazu, uns von Zeit zu Zeit zu überwältigen und einen kognitiven Ansatz in der Kommunikation oft schwierig zu machen. Die Grundfrage, die man immer als Prüfinstanz stellen kann, lautet: Habe ich ein Gefühl oder hat mich ein Gefühl? Wenn mich ein Gefühl hat, dann sollte man mit der Kommunikation rund um den Emotionen hervorrufenden Sachverhalt wohl lieber noch etwas warten.

Es geht dabei natürlich nicht darum, seine Emotionen abzuschalten, sondern vielmehr darum, sie so zu steuern, dass man unvoreingenommen mit einer Situation umgehen kann.

Es gibt viele verschiedene Methoden, die einem helfen können, Emotionen zu kontrollieren und ein einen klaren Kopf zu bewahren – tief durchatmen, bevor man reagiert, oder eine Nacht über eine herausfordernde Antwort-Mail schlafen, bevor man sie losschickt. Das wirkt wahre Wunder. Die Best Practice für sich selbst zu finden, kann einen kompletten Game Changer für die eigene Karriere darstellen.

Empathie

Die vierte Ressource ließe sich am besten mit dem Wort Einfühlungsvermögen beschreiben – wobei Empathie nicht mit dem Wort Sympathie verwechselt werden darf. Sich in die Situation des Gegenübers hineinzuversetzen hilft, die Perspektive zu Wechseln und die Belastung des Gegenübers zu spüren.

Wer diesen Wechsel in der Kommunikationswelt zu meistern in der Lage ist, schafft eine Basis für vertrauensvolle und authentische Ansätze. Und das kann letztendlich bezogen auf Ihre Zielgruppe den Unterschied zwischen einer erfolgreichen und nicht erfolgreichen Ansprache machen.

Wie kommt meine Kernzielgruppe mit der Pandemie zurecht? Wo liegen die Herausforderungen und Nöte und was würde ihnen das Leben leichter machen? Aus dieser Position heraus lassen sich starke Verbindungen schaffen, die zu geschäftlichem Erfolg führen.

Empathie ist ein Muss für jeden Kommunikationsprofi. Sensibilität, die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen und eine positive, interessierte Einstellung gegenüber anderen unterstützen diese Grundvoraussetzung für Weisheit – ganz besonders für Kommunikationsprofis.

Reflexion

All das wäre nicht komplett, wenn die Fähigkeit zu reflektieren und komplexe Zusammenhänge zu verstehen fehlen würde. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion, durch die man sich selbst ständig hinterfragt, ermöglicht es, größere Zusammenhänge zu erkennen. Überträgt man diese Fähigkeit in die Welt der Kommunikation, so ist Reflexion die Ressource, die einen zum Strategen macht – ein wahrer Game Changer.

Frühzeitig zu verstehen, dass ein Shutdown ganzer Gesellschaften spezifische Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen, auf wirtschaftliche Prozesse und politische Entscheidungen hat, kann Ihnen einen Vorsprung bei der Entwicklung des richtigen Kommunikationsansatzes verschaffen.

Als Beispiel lässt sich hier die Kampagne der US-amerikanischen Biermarke Budweiser zum diesjährigen Superbowl heranziehen: Zum ersten Mal seit vielen Jahren verzichtete das Unternehmen auf einen Videospot und entschied sich stattdessen dafür, die Impfkampagne aktiv zu unterstützen. Mit dieser Aktion setzte das Unternehmen ein Zeichen, das im Endeffekt sogar in der Lage ist, Leben zu retten.

Diese fünf Schlüsselfaktoren sollte jeder Kommunikationsprofi in seiner alltäglichen Arbeit verankern und zu einer Grundlage des eigenen kreativen und strategischen Denkens sowie zum Kern zwischenmenschlicher Beziehungen machen. Nur so können Sie in Ihrer Rolle wirklich brillieren. Sie könnten damit zudem die Basis für ein achtsameres, inklusiveres und verständnisvolleres Miteinander schaffen, was definitiv auch ein Gewinn für die Menschen um Sie herum ist.

Für mehr Informationen zum Thema Wissenschaft der Weisheit, einfach hier klicken: https://evidencebasedwisdom.com/wisdom-profiles-judith-gluck/

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