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4 November 2021  //       //  Opinion

Wie bereiten Sie Ihr Unternehmen auf gendergerechte Sprache vor?

Jetzt geht’s los! Ihr Unternehmen hat sich dazu entschlossen, künftig mit gendergerechter Sprache zu kommunizieren. Doch wie gehen Sie das Thema jetzt an? Wir haben für Sie einen Leitfaden entwickelt.

Dabei ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen: Es muss nicht von Anfang an perfekt sein – Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Die Einführung gendergerechter Sprache ist ein Transformationsprozess, bei dem man gegen eingeschliffene Muster und Einstellungen arbeitet. Erst durchs „Machen“ wird Sprache verinnerlicht – und wir erspüren und lernen, was funktioniert und was nicht.

Checkliste zur Einführung gendergerechter Sprache:

1. Bewusstsein für gendergerechten Sprachgebrauch schaffen

Damit in der Belegschaft das Bewusstsein für Sprache im Zusammenhang mit Inklusion geschaffen wird, sollten alle Mitarbeiter:innen in die Suche nach der passenden Form des Genderns für das eigene Unternehmen einbezogen werden. Ziel ist es, dass sich möglichst viele von der gewählten Form inkludiert fühlen. Dafür eignen sich Trainings, die alle Möglichkeiten des Genderns darlegen und Diskussionsrunden, die das Feedback und die jeweiligen Präferenzen aufnehmen.

2. Mitarbeiter:innen miteinbeziehen

Hat man sich auf eine spezifische Form des Genderns geeinigt, gründen Sie ein Projektteam aus motivierten Mitarbeiter:innen, um die Einführung zunächst intern und anschließend extern zu etablieren. Die Taskforce ist Anlaufstelle für Fragen, Sorgen, Unklarheiten und Anregungen.

Sie erstellt nach Einbeziehung aller Mitarbeiter:innen Guidelines, in der die festgelegte, firmenübergreifend einheitliche Schreibweise etabliert wird.

3. Nachhaltig eine Kultur der inklusiven Sprache fördern

Um gendergerechte Sprache in der Unternehmenskultur zu verankern, ist es wichtig, Informationen zu inklusiver Sprache zur Verfügung zu stellen und Hintergrundwissen zu fördern. Denkbar wäre zum Beispiel eine Plattform mit Tipps, Anwendungsbeispielen und Lerninhalten für alle Mitarbeiter:innen. Organisiert vom Projektteam könnte das ein regelmäßiger interner Newsletter sein oder eine extra Rubrik im Intranet – je nachdem, was sich für Ihr Unternehmen richtig anfühlt.

4. Gendergerechte Sprache authentisch im Unternehmen leben

Vorrangig wird eine Sprachänderung für Ihre Belegschaft eingeführt. Gendergerechte Sprache darf nicht nur für Gender-Glaubwürdigkeit aus reinen Marketinggründen nach außen getragen werden („Purplewashing“) – es muss intern im Unternehmen gelebt werden. Das umfasst auch die Kommunikation auf internen Kanälen, wie dem Intranet, in Jours Fixes, bei Videobotschaften und vielem mehr.

5. Anpassung aller Kommunikationskanäle

Prüfen Sie, welche externen Kommunikationskanäle in einem zweiten Schritt angepasst werden müssen (z.B. Newsletter, E-Mails, Website, Flyer, Stellenanzeigen, etc.) und vereinheitlichen Sie die eingeführte gendergerechte Schreibweise über alle Kommunikationsplattformen und -kanäle hinweg.

  • Sorgen Sie dafür, dass abteilungsübergreifend alle Führungspersönlichkeiten im Unternehmen das Thema im Blick haben und mittragen.
  • Informieren Sie auch Ihre externen Dienstleister, z.B. Ihre PR-Agentur, dass ab sofort sämtliche Kommunikationsmittel und -Kanäle in gendergerechter Sprache erstellt werden. Geben Sie ihnen dazu gegebenenfalls auch die erarbeiteten Guidelines an die Hand.

Was Sie darüber hinaus noch anstoßen können:

1. Anreden anpassen

Diskutieren Sie über die Einführung von geschlechtergerechten Anreden in Anschreiben:

  • Anrede mit vollem Namen (z.B. „Guten Tag Max Mustermann“)
  • Geschlechtsneutrale Anrede („Hallo Anna“ statt „Liebe Anna“)
  • Anrede wenn möglich weglassen (z.B. bei Adressen)

Vergessen Sie auch nicht die mündliche Anrede bei Präsentationen oder Ansprachen. Hier können Sie beispielsweise das traditionelle „Sehr geehrte Damen und Herren“ durch inklusivere Möglichkeiten wie „Sehr geehrte Interessierte“ ersetzen.

2. Eigene bevorzugte Ansprache und Pronomen angeben

Denken Sie darüber nach, in der E-Mail-Signatur oder in den Profilen auf sozialen Netzwerken die eigene bevorzugte Ansprache anzugeben (she/her (sie/ihr), he/him (er/ihm)). Non-binäre Personen (Menschen, die sich keinem der binären Geschlechter zuordnen), nennen ihre Pronomen (they/them (xier/xies/xiem)), damit andere sie korrekt anreden können.

Neben der Sichtbarmachung der Thematik werden zudem andere Menschen motiviert, sich damit auseinanderzusetzen. Ein weiterer Grund für dieses Vorgehen: Wenn Menschen aufgrund ihres Vornamens keinem Geschlecht eindeutig zuzuordnen sind, erleichtert es die richtige Anrede.

Nützliche Tools:

Mit dieser Checkliste sollten Sie für die Umstellung Ihres Unternehmens auf gendergerechte Sprache gewappnet sein. Auch wenn der Weg von der Entscheidung bis zur kontinuierlichen Umsetzung in der Kommunikation lang scheint, er führt zum Ziel. Auch das können wir aus eigener Erfahrung sagen: Ohne Diskussion und die Bereitschaft, offen auf Meinungen und Sichtweisen zuzugehen, wird es nicht funktionieren.

Hat man sich einmal geeinigt, ist wieder das Team gefragt, die Umsetzung zu sichern und zu unterstützen, bei jedem Satz die Kategorie Geschlecht im Blick zu behalten. Im Vier-Augen-Prinzip gilt es zu überprüfen, ob alles richtig angepasst wurde. So wird es über die Zeit intuitiv und zur Gewohnheit, gendergerechte Sprache korrekt einzusetzen.

Worauf es ankommt, ist der Wille zur Transformation – auch hier können wir Sie unterstützen. Wir freuen uns, Ihr Unternehmen genderfit zu machen. Einen Überblick, warum es gendergerechter Sprache bedarf und welche Formen es gibt, haben wir für Sie in unserem Whitepaper zusammengefasst – werfen Sie einen Blick hinein. Wenn Sie überlegen, in Ihrem Unternehmen gendergerechte Sprache einzuführen, ist das Whitepaper sicherlich ein erster Anhaltspunkt auf Ihrer Reise zur gendergerechten Sprache. Für alle weiteren Fragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung!

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