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11 February 2022  //       //  Opinion

Same, same, but different – So unterschiedlich arbeiten Agenturen in Europa und in den USA

Die Arbeit in einer internationalen Agentur wie Allison+Partners bringt einige Vorteile mit sich: Teams in verschiedenen Ländern können gemeinsame große, internationale Kunden betreuen, man kann stetig seinen Horizont erweitern und lernt immer wieder die verschiedenen Arbeitsweisen in anderen Kulturen kennen. Wie aber ist es, langfristig den Standort und die Kultur zu wechseln? Wie vollzieht man einen solchen Wechsel? Inwiefern gleichen und unterscheiden sich die europäische und die US-amerikanische Arbeitskultur? Für diesen Blogpost bekam unser Kollege Rudi Siegl interessante Einblicke von einigen Kolleginnen, die den Schritt aus A+P Büros in den USA in unser Londoner Office gewagt haben.

Rudi Siegl: Wann und wo habt ihr bei Allison+Partners angefangen? Wie kam es zu der Entscheidung, den Sprung über den großen Teich zu wagen und wann habt ihr ihn vollzogen?

Alexa Hershy: Ich trug mich seit November 2015 mit dem Gedanken, nach London zu gehen. Ich wollte neue Erfahrungen machen und die Unterschiede in den Kulturen kennenzulernen.

Ellis Mendon: Ich fing im Oktober 2015 in unserem Büro in San Francisco an. Mir wurde bald klar, dass ich gerne die Erfahrung machen wollte, in einer neuen Umgebung zu arbeiten. Ich wusste bereits, dass unser Londoner Office einen sehr starken B2B-Tech-Fokus hat und ich wollte meinen Teil dazu beitragen, eine noch stärkere Brücke zwischen den USA und Europa zu schlagen. Deswegen habe ich mich Anfang 2018 dazu entschieden, nach England zu ziehen.

Stephanie Libous: Um ehrlich zu sein, wollte ich, seit ich hier ein Auslandssemester verbracht habe, wieder in Großbritannien arbeiten. Das war für mich auch ein Grund dafür, warum ich mich 2014 für Allison+Partners als Arbeitgeber entschieden habe. In meinem ersten Open-Door-Gespräch, einem privaten Gespräch mit einem der Partner:innen oder Gründer:innen, erzählte ich genau das unserem Gründer Scott Allison. Anstatt irritiert zu sein, warum ich dann in New York begonnen habe, hat er mich sofort in meinem Vorhaben bestärkt und mir Wege aufgezeigt, wie ich diesen Wunsch in die Tat umzusetzen kann. Es hat dann zwar ein bisschen gedauert, alle notwendigen Papiere zusammenzusammeln, aber was soll ich sagen? Ich bin jetzt seit Juni 2017 in London – also ist letzten Endes alles gut gegangen.

Taylor Burke: Bei mir war es ähnlich. Ich habe auch 2014 ein Auslandssemester hier studiert und mich sofort in die Stadt verliebt. Außerdem lebt mein Freund hier. Es war natürlich schön, keine Fernbeziehung mehr führen zu müssen. Als ich 2019, nach zwei Jahren bei Allison+Partners in den USA, meine Vorgesetzten darüber informiert habe, gerne nach London ziehen zu wollen, habe ich durchgehend große Unterstützung erfahren. Das fing bei der Planung an, wie meine Kundenarbeit aussehen könnte und ging bis hin zu der Frage, wann der perfekte Zeitpunkt für den Umzug wäre. Leider hat die Corona-Pandemie meine Pläne verzögert, sodass es eineinhalb Jahre gedauert hat. Aber jetzt bin ich hier und freue mich darauf, diese Erfahrung machen zu dürfen.

Rudi: Was ist eures Erachtens der größte Unterschied zwischen Europa und den USA, beruflich wie privat?

Stephanie: Ehrlich gesagt, fand ich den Kulturschock extrem! Das liegt vermutlich daran, dass man ihn nicht erwartet – aber genau deswegen trifft er dich letzten Endes umso härter. Vor einem Umzug nach Asien rechnet man eher damit und kann sich darauf einstellen. Der Humor ist anders, es gibt andere Konventionen im Arbeitsleben. Gott sei Dank habe ich Freund:innen und Kolleg:innen, die mir helfen, peinliche Situationen zu umschiffen.

Alexa: Auch wenn Englisch sowohl in den USA als auch in England Amtssprache ist, sind die kulturellen Unterschiede doch recht groß. Während Amerikaner:innen gerne recht extrovertiert sind, sind Engländer:innen eher reserviert.

Ellis: Kunden sehen uns hier in England eher als Partner:innen an, wodurch man auf einem anderen Level miteinander kommuniziert. Das kann auch daran liegen, dass hier der Fokus viel stärker auf eine ausgewogene Work-Life-Balance gelegt wird.

Taylor: Ich habe sehr schnell herausgefunden, dass Engländer:innen ihr Pub heilig ist. Ob zu einem Sportevent, einem bestimmten Anlass oder einfach nur so: Das gemeinsame Zusammensein ist ein sehr wichtiger Aspekt im Privatleben, der sich auch ein bisschen auf die Arbeit auswirkt.

Rudi: Hat das Auswirkungen auf eure tägliche Arbeit in der PR?

Alexa: Auf jeden Fall! Der typische Konsument oder die typische Konsumentin wird hier viel nuancierter angesprochen als in den Vereinigten Staaten. Auch wenn sie alle im selben Land leben, so hab sie doch alle ihre eigenen Charakteristika, die es bei Kampagnen zu beachten gilt.

Taylor: Mir fällt noch auf, dass Key Moments in den USA zum Teil ganz anders gewichtet werden als in Europa. Halloween hat hier zum Beispiel keinen so großen Einfluss auf Marketing-Strategien wie in Amerika.

Rudi: Wie unterscheidet sich die Medienlandschaft hier verglichen mit den USA?

Ellis: Ich finde die Medienlandschaft hierzulande noch ein wenig traditioneller, Tageszeitungen geben noch stärker den Ton an als in den USA.

Stephanie: Man merkt vor allem, dass die Medienlandschaft proportional zur kleineren Bevölkerung ebenfalls kleiner ist. Das macht es natürlich ein bisschen komplizierter, Interviews, Artikel und Co. bei den Medien unterzubringen.

Alexa: In den USA treffen sich PR-Berater:innen sehr häufig mit Medienvertreter:innen. Wir leben zwar momentan in einer Pandemie, deshalb kann ich es nur bedingt einschätzen, aber ich glaube, das ist hier etwas anders.

Rudi: Gibt es gravierende Unterschiede in der Teamkultur oder -zusammenarbeit?

Stephanie: Das ist das Großartige an A+P. Die Teamkultur und die Zusammenarbeit sind hier genauso stark wie überall auf der Welt!

Rudi: Habt ihr noch etwas, das ihr uns abschließend mitgeben wollt?

Alexa: Falls sich die Chance ergibt, diese Erfahrung des Kulturwechsels zu machen, nutzt sie! Es stärkt euch sowohl als Mensch als auch als PR-Berater:in. Schließt Freundschaften mit Kolleg:innen auf der ganzen Welt, ladet immer wieder neue Personen zu euren Brainstorms ein. Das wird sich nachhaltig auf eure Erfahrungen und Ergebnisse auswirken. Wir können uns nur glücklich schätzen über die Vielzahl an Perspektiven und Möglichkeiten, die wir nutzen können!

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