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Willkommen auf unserem Blog! Hier berichten wir über Kommunikation, Kreativität, multimediale Inhalte, digitale Strategien und unsere Arbeit bei Allison + Partners.

9 MAY 2019 //     

re:publica 2019: Plädoyer für eine bessere Debattenkultur

Diese Woche fand zum 13. Mal Europas größte Digitalkonferenz in Berlin statt. Drei Tage lang wurde über die digitale Gesellschaft diskutiert und diese aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei verzeichnete die Konferenz einen neuen Besucherrekord. 25.000 Menschen kamen, um sich Vorträge von 1.100 Sprechern und Sprecherinnen anzuhören. Dies zeigt, wie groß das Interesse an digitalen Themen inzwischen ist.

In Langform, bitte

„Too long, didn’t read“ lautete das Motto der Konferenz. Mit der „tl:dr“ abgekürzten Formel ist gemeint, dass man einen Text nicht lesen kann oder will, weil er zu lang ist. Und sich darum mit einer Zusammenfassung zufriedengibt.

Aber die Dinge sind komplex. Sie wollen durchdacht, diskutiert und von unterschiedlichen Seiten betrachtet werden. Insofern war die re:publica der Langform gewidmet und das Motto eher selbstironisch gemeint.

Beteiligung der Politik so groß wie nie

Erstmals wurde die Konferenz mit Frank-Walter Steinmeiner von einem Bundepräsidenten eröffnet. Dieser hielt ein Plädoyer für die lange Rede und eine bessere Debattenkultur. Mit Familienministerin Franziska Giffey, Arbeitsminister Hubertus Heil und Umweltministerin Svenja Schulze beteiligten sich auch andere Politiker an den Diskussionsrunden. 

Nachhaltigkeit, KI, fairer Wettbewerb – die wichtigen Themen der Zeit auf eine Bühne gebracht

Ein Besuch der re:publica ist inspirierend und eine wertvolle Weiterbildungsmaßnahme zugleich. Es fällt schwer, sich bei der Fülle interessanter Programmpunkte, die teilweise parallel laufen, für einen Vortrag zu entscheiden.

Viele hochkarätige Wissenschaftler aus der ganzen Welt berichten über ihre Forschungsergebnisse. So ging es um Themen wie „Vorurteilsstrukturen bei KI“, den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die Dominanz US-amerikanischer Plattformen und was Europa diesem entgegenzusetzen hat oder die Beeinflussung von Wahlen durch gezielte Streuung von Fake News auf Social Media.

Es wurde das Geschäftsmodell von Uber seziert, über ein mögliches europäisches Netflix gesprochen und mit dem Europapolitiker Axel Voss über die umstrittene Reform des Urheberrechts diskutiert. Astronaut Alexander Gerst berichtete über seine Erlebnisse im All und wie er von dort die Umweltzerstörung auf der Erde erkennen kann. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager widmete ihren Vortrag dem Thema „Zerbrechlichkeit von fairem Wettbewerb in Zeiten der Digitalisierung“.

re:publica mit Auftrag an Politik und Gesellschaft

Man geht nach Hause mit dem Gefühl, dass es für Politik und Gesellschaft noch viel zu tun gibt. Die Aufgabe besteht für Deutschland und Europa darin, passende rechtliche Rahmenbedingungen zu setzen, damit sich Digitalisierung zum Wohl der Menschen auswirkt und nicht zu Ausbeutung und Überwachung führt.

Ich war beeindruckt, wie viele Menschen aller Altersgruppen sich für den Themenkomplex Digitalisierung und Gesellschaft interessieren und auch bereit sind, sich wieder politisch zu engagieren. Im Angesicht der Herausforderungen, vor denen wir als digitale Gesellschaft stehen, war die re:publica so politisch wie noch nie.

Martina Müller

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