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Willkommen auf unserem Blog! Hier berichten wir über Kommunikation, Kreativität, multimediale Inhalte, digitale Strategien und unsere Arbeit bei Allison + Partners.

19 MAY 2020 //     

Podcast: Kommunikation nach Corona - die Normalität danach verlangt Sensibilität, Verantwortung und Ehrlichkeit

Langsam kommen wir in Deutschland aus der gesellschaftlichen Erstarrung während der Shut-Down-Phase heraus. Verursacht durch einen winzigen Virus, der verheerende Folgen für unser Miteinander und die Gesundheit vieler Menschen brachte – und noch zu bringen droht. COVID-19 stellte jedes einzelne Land Europas vor besondere Herausforderungen. Jedes Gesundheitssystem ist etwas anders aufgebaut, die politischen Gefüge und Entscheidungswege sind unterschiedlich. Auch die Lebensrealitäten und kulturellen Hintergründe variieren von Land zu Land – ja auch von Region zu Region.

So war auch die Antwort auf die Krise in jedem Land anders. In Italien oder Spanien musste man beispielsweise strenge Isolation erleben. Andere Reaktionen reichten über Ausgangsbeschränkungen mit der Möglichkeit zum einsamen Spaziergang in der Umgebung des Wohnorts (wie in Deutschland) bis hin zum Laissez-Faire der Schweden, die versuchten, das normale Leben maximal weiterzuführen.

Podcast: Phasen der Unternehmenskommunikation während und nach COVID 19

Tom Smith und David Wolfe von Allison+Partners beschrieben kürzlich die sechs Phasen des Disruptions-Zyklus. Diesem Thema widmen wir uns auch in der aktuellen Folge unseres Podcasts Kopfstand. Wie sollten Unternehmen nach innen und außen kommunizieren? Welche Phasen gibt es und in welcher befinden wir uns gerade? Und: Was ist in dieser Zeit generell aus Kommunikationsperspektive zu beachten? Diese Fragestellungen und mehr bespricht Host Stefan Schaumeier mit der Leiterin des Münchner Büros von Allison+Partners, Heike Schubert. Die Episode kann über Spotify und Youtube aufgerufen werden.



Übergang in die Erholungsphase

Für die meisten Länder beginnt nun im Mai 2020 quasi ein Balanceakt. Langsam, aber sicher gehen sie aus der sogenannten „Kommandophase“ (Phase 3) in die „Erholungsphase“ (Phase 4) über. Langsam, da es extrem wichtig ist, das Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen und die Kontrolle über die getroffenen Maßnahmen zu behalten und gegebenenfalls schnell gegensteuern zu können. So wird auch in den nächsten Wochen die Unsicherheit jeden Aspekt unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens bestimmen. Eine Unsicherheit, die in Deutschland gerade auch in Hinblick auf die vermeintliche Normalität, die wir anstreben, alles in Frage und auf den Prüfstand stellt. Was war gut in unserer alten Normalität? Was hat funktioniert und was weniger? Was müssen wir ändern?

Was als leises Hinterfragen begann, ist nun bereits zu einer breiten gesellschaftlichen Diskussion geworden. Von der Aufwertung und besseren Anerkennung systemrelevanter Berufe in der Pflege, im Einzelhandel und in der Logistik über das Hinterfragen unserer Reise- und Urlaubsgewohnheiten, den Zustand unseres Schulsystems und den Abläufen und Anforderungen in unserer Arbeitswelt bis hin zu unserem Umgang mit den Ressourcen auf unserer Erde – es scheint, als hätten wir genau jetzt eine Gelegenheit gefunden, auf „reset“ zu drücken und  in vielen Bereichen einen Neustart zu wagen, der von einer breiten Mehrheit getragen wird.

Das bedeutet für Unternehmen und Organisationen, das auch sie ihr bisheriges Messaging und ihre Verortung im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang grundsätzlich hinterfragen und gegebenenfalls anpassen müssen. Sie müssen herausarbeiten, was sie zum „neuen Normal“ beitragen können und wie sie Innovationen, die zu einer besseren Zukunft für uns alle beitragen, unterstützen können.

Im Folgenden finden Sie drei grundsätzliche Überlegungen, die bei der Neuausrichtung der Kommunikation berücksichtigt werden sollten:

1. Zeigen Sie, wie und was Sie zur Bewältigung der Krise beitragen können, denn die Bedrohung ist weiterhin akut

Aktuell sollten Sie in der Kommunikation berücksichtigen, dass es um das große Ganze geht. Ihr Unternehmen ist nur ein kleines Rad in einem komplexen Gesamtsystem. Worauf aktuell von außen besonders beachtet wird: was können Sie dazu beitragen, das System am Laufen zu halten und die Bedrohung durch den Virus zu reduzieren. Sei es, dass Sie lokale Tafeln unterstützen, Ihre Produktion auf Mund-Nase-Schutzmasken umstellen, Sie Mitarbeitern die Möglichkeit geben, in systemrelevanten Positionen auszuhelfen oder Sie auf sich auf die Fertigung von Komponenten für Beatmungsgeräte konzentrieren – all dies sind Aktivitäten, die zeigen, dass Sie an einem Strang mit der Gesellschaft ziehen, dem Virus die Stirn zu bieten.

Dies wird in Ihre Marke einzahlen, da in Erinnerung bleiben werden als ein Unternehmen oder eine Organisation, die Verantwortung in einer schwierigen Situation übernommen hat. Es ist die ideale Zeit, um zu zeigen, dass Unternehmen nicht nur existieren, um für sich selbst erfolgreich zu sein, sondern dass sie auch verantwortungsvolle Player im gesamtgesellschaftlichen System darstellen.

2. Es ist nicht die richtige Zeit, um sich kommunikativ im Erfolg zu sonnen

Die Mehrheit der Menschen, Firmen und staatlichen Institutionen befinden sich aktuell in einer außerordentlichen Stresssituation, die quasi aus dem Nichts kam. Die Herausforderungen sind im wahrsten Sinne des Wortest oft überwältigend: der Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Kurzarbeit, der komplette Zusammenbruch der Nachfrage in einigen Sektoren wie der Gastronomie, Hotellerie oder dem Kultur-Bereich… die Liste könnte beliebig weitergeführt werden. Die Politik kämpft aktuell an mehreren Fronten: Priorität eins liegt bei der Eindämmung der Ausbreitung des Virus, mittlerweile gefolgt von der Bewältigung der Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit auch auf Arbeitnehmer.

Zwar federn in vielen europäischen Ländern funktionierende Sozialsysteme die schlimmsten Auswirkungen für die Menschen ab, doch auch diese Systeme drohen durch die schiere Größe der Herausforderung an ihre Grenzen zu stoßen. Und zwischen all den Hiobsbotschaften, die täglich im Detail in allen Medien diskutiert und beleuchtet werden, tut es einfach gut, kleine positive Meldungen zu entdecken, die Hoffnung geben. Hoffnung auf ein neues Normal, an das Licht am Ende des Tunnels.

Jede Art von Kommunikation, die jedoch den Bogen überspannt und in der aktuellen Situation heraushebt, besonders erfolgreich zu sein, wird als unangebracht empfunden. Sie ist geradezu kontraproduktiv, da das jeweilige Unternehmen quasi als Kriegsgewinner und negativ konnotiert eingeordnet wird. Das bedeutet nicht, dass man auch in dieser Phase nicht erfolgreich sein darf. Jedem ist klar, dass es Bereiche gibt, die aktuell eine sehr hohe Nachfrage erleben und entsprechend auch mehr Umsatz machen. Es stellt jedoch diese Unternehmen auch in eine besondere Verantwortung für die Gesellschaft und die Kommunikation muss entsprechend sensibel und feinfühlig aufgesetzt sein.

Begleitet von entsprechenden Aktivitäten wie besonderen Angeboten, der Beteiligung an Spendenaktionen oder der Unterstützung von gemeinnützigen Aktionen und einer klar kommunizierten ethischen Grundausrichtung gewinnt man so Glaubwürdigkeit und die Marke wird positiv aufgeladen – etwas, wovon man auch in Nach-Corona-Zeiten noch profitiert.

So gilt ganz grundsätzlich: Wer sich als erfolgreiches Unternehmen in dieser Phase authentisch und transparent für die Gemeinschaft einsetzt, gibt den Menschen Hoffnung und stärkt die Moral und zieht nicht Neid und Missgunst auf sich.

3. Werden Sie Teil der „neuen“ Zukunft

Die Vertreter der sogenannten Millenials und der Generation Z unterscheiden sich in einigen Aspekten signifikant von ihren Vorgängergenerationen. Sie drängen darauf, Positionen und Gewohnheiten zu überdenken und Fragen zur Gestaltung der Zukunft aktiv anzugehen – und zwar jetzt.

Damit Unternehmen einschätzen können, wie sie innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Review-Prozesses aufgestellt sind, sollten Sie ihrerseits drei Aspekte genauer unter die Lupe nehmen: Wie wird Ihr Produkt, Ihre Strategie und Ihr Unternehmen in Sicht auf die Gestaltung einer „neuen“ Zukunft gesehen und wie können Sie Teil einer positiven Transformation werden.

Ein Unternehmen kann mit Sicherheit nicht alle Probleme lösen, doch man kann herausarbeiten, wie man zur Problemlösung zum Beispiel im direkten Umfeld der Betriebstätigkeit beitragen kann. Welche Produkte bieten Sie an und wie können Sie diese entsprechend des Ziels für ein besseres Morgen optimieren? Wenn Sie hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten können, besteht auch die Möglichkeit, sich als Experte und Vorreiter zu positionieren, der sich für eine positive Entwicklung zum Beispiel im Bereich Mobilität, Umweltschutz, der Arbeitswelt oder des Schulsystems einsetzt.

Es geht darum, bei all den Herausforderungen, die die globale Pandemie mit sich bringt, auch die Chance zu begreifen, die sie für Gesellschaften, Unternehmen und Menschen bietet – den alten Status quo komplett zu überdenken. So können wir alle Teil eines besseren „Morgen“ werden – und das ist mit Sicherheit durch und durch positiv.

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