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21 December 2021 // Franziska Hofmann  //       //  Opinion

Neujahrsvorsätze alle gebrochen? Sehr gut!

Spätestens an Silvester sitzt man häufig da und überlegt sich, was im kommenden Jahr wohl besser laufen könnte. Schließlich wünscht man sich gegenseitig traditionell „ein gutes neues Jahr“. Doch egal, ob mehr Sport, gesunde Ernährung, Sparen oder mit dem Rauchen aufzuhören: Der Elan hält oft nur kurz an. Bereits nach zwei oder drei Wochen erwischt man sich dann eines Abends vielleicht doch wieder mit Chips auf der Couch beim Online-Shopping oder wie man die erste Zigarette anzündet. Aber ein Abend/ein Ausrutscher stellt noch lange kein jähes Ende des Neujahrsvorsatzes dar. Man muss den Neujahrsvorsatz nur neu denken!

Ein Neujahrsvorsatz soll den Start in ein ganz neues, anderes, besseres Jahr markieren. Man möchte an seinen Gewohnheiten arbeiten und sich idealerweise selbst optimieren. Was man nicht außer Acht lassen sollte: Rückschläge gehören dazu. Nur jede:r Fünfte hält seine Vorsätze dauerhaft ein! Die Frage ist, wie man mit diesen Rückschlägen umgeht und wie man sie im großen Kontext eines ganzen Jahres einordnet. Am Ende zählt nicht, dass man jeden Tag eisern an seinem Ziel festhält, sondern dass man in der Summe zufrieden mit seinen Erfolgen sein kann.

Viele Vorsätze – viele Erfolgschancen (dank eines passenden Mindsets)

Ich hatte mir für 2021 13 Neujahrsvorsätze vorgenommen – eigentlich viel zu viele:

  1. Dankbarkeitstagebuch führen
  2. Eine Morgenroutine entwickeln
  3. Abwechslungsreiche, gesunde Ernährung
  4. Plastikfrei und regional einkaufen
  5. Zwölf neue Rezepte ausprobieren
  6. Durchschnittlich 6.000 Schritte täglich gehen
  7. 30 Min. Bewegung täglich
  8. Regelmäßig Meditieren
  9. Keine Medien beim Essen
  10. Ein neues Hobby entwickeln
  11. Minimalismus – regelmäßig aussortieren
  12. Mehr Lesen (min. zwei Bücher im Monat)
  13. Nur zwei Stunden täglich am Handy verbringen

Manche Vorsätze begünstigen andere automatisch. Wer weniger Zeit in sozialen Netzwerken verbringt, hat automatisch mehr Zeit zu lesen. Wer morgens meditiert und in sein Dankbarkeitstagebuch schreibt, hat automatisch eine kleine Morgenroutine entwickelt und wer abwechslungsreicher einkauft, muss automatisch neue Rezepte ausprobieren.

Challenges und Herausforderungen im Blick behalten

Gleich am ersten Januar 2021 wurden die meisten Vorsätze sagen wir mal „aufgeschoben“. Um aber nicht gleich in den alten Trott zu verfallen, hatte ich mir ein kleines Notizbuch angeschafft, in dem ich Erfolge und Misserfolge notieren konnte – wie sich herausstellte, eine große Hilfe, mich zu motivieren.

Jeder Neujahrsvorsatz bekam seine eigene Doppelseite. Links habe ich 365 Kästchen gezeichnet: Für jeden Tag des Jahres eines. Jedes Kästchen wurde mit einem Datum versehen und  jeder Monat in einer anderen Farbe markiert. Schließlich motiviert auch die Ästhetik. An jedem Tag, an dem ich meinen Neujahrsvorsatz eingehalten habe, wurde ein großes Kreuz über das Datum gemacht.

Auf die rechte Hälfte des Notizbuches zeichnete ich bei jeder Challenge noch eine Illustration, um mich noch mehr zu motivieren. Ganz so aufwendig muss es natürlich nicht für alle sein, doch für mich hat es funktioniert. Neben die Seite „Mehr Lesen. Mindestens zwei Bücher pro Monat“ zeichnete ich zum Beispiel ein Bücherregal. Die Buchrücken waren so groß gestaltet, dass ich tatsächlich den Titel des gelesenen Buchs samt Autor:in eintragen konnte.

Ein Kreuz für das Durchhaltevermögen

Da ich an jedem Tag, an dem ich meinen Neujahrsvorsatz eingehalten habe, ein Kreuz machte, kann ich nun genau nachverfolgen, wie was ich wirklich geschafft habe – ein sehr befriedigendes Gefühl. Jetzt zum Ende des Jahres könnte ich einerseits traurig sein, dass ich meine Neujahrsvorsätze so oft gebrochen habe. Doch stattdessen bin ich richtig glücklich, dass ich doch an so vielen Tagen Kreuze machen konnte!

Die Statistik zeigt schließlich: Ich habe mich 2021 an mehr als jedem zweiten Tag ausreichend bewegt. An mehr als jedem dritten Tag konnte ich sowohl mein Schrittziel als auch mein Leseziel erreichen. Noch bis zum Jahr 2020 habe ich höchstens zwei Bücher pro Jahr bis zum Ende gelesen. Dieses Jahr waren es zwar nicht zwei pro Monat, aber immerhin schon zehn pro Jahr. Fünfmal so viele wie im Jahr davor!

Die „Buchführung“ im Auge behalten

Mein Notizbuch liegt mit einem Stift neben meinem Bett – im hinteren Teil fand sich Platz für mein Dankbarkeitstagebuch – damit war der tägliche Gebrauch sicher gestellt. Es half mir zudem, Revue passieren zu lassen, welche weiteren Challenges ich erfüllen konnte.

Bis Mitte Mai hat das tägliche Eintragen gut funktioniert. Dann kam der Sommer und mit ihm die Zeit im Freien – und das Buch geriet etwas aus meinem Fokus. So habe ich nur noch alle drei Tage aufgeschrieben – die längste Pause dauerte sogar fast einen Monat. Doch, ob ich meine Vorsätze zum Beispiel rund um das Bewegungs- und das Meditationsziel eingehalten habe, konnte ich zum Teil durch Apps nachvollziehen und so nachtragen. Kassenzettel verrieten mir nachträglich, wann ich plastikfrei einkaufen war und durch meinen Kalender konnte ich nachverfolgen, wann ich schwimmen oder wandern war. Mein Dankbarkeitstagebuch wurde so auf einen Schlag mit ganz vielen Highlights der letzten Tage – und manchmal Wochen – gefüllt. Ein durchaus meditatives und erfüllendes Vorhaben.

Was habe ich von meinen Neujahrsvorsätzen gelernt?

Natürlich habe ich einige Neujahrsvorsätze mehr vernachlässigt als andere und den einen oder anderen Vorsatz konnte ich sogar ohne großes Zutun quasi „on the go“ einhalten. Meinen Neujahrsvorsatz, zwölf neue Rezepte auszutesten, konnte ich dank der Entdeckung des Veganuary sogar schon im ersten Monat abhaken.

Mein Fazit: Es ist also vollkommen in Ordnung, sich etwas mehr auf die To-Do-Liste zu setzen, wenn man nur einsieht, dass niemand hundertprozentig perfekt ist, und scheitern sehr menschlich ist. Man darf sich von Planabweichungen einfach nicht aus der Bahn werfen lassen! Morgen ist auch noch ein Tag und damit steht eine neue Chance offen, sein Bestes zu geben!

Viele Neujahrsvorsätze für 2021 haben sich inzwischen zur Gewohnheit entwickelt und müssen nicht mehr auf der 2022er-Liste stehen. Andere nehme ich in meinen neuen Jahresplan wieder mit auf. Und dann sind da die neuen...

Für mich bedeutet das: Auch 2022 werde ich mir sicherlich wieder ein paar zu viele Vorsätze nehmen, einfach so, wie sie mir gerade in den Sinn kommen. ????

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