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Willkommen auf unserem Blog! Hier berichten wir über Kommunikation, Kreativität, multimediale Inhalte, digitale Strategien und unsere Arbeit bei Allison + Partners.

15 SEPTEMBER 2019 //     

Im IFA-Zirkus nichts Neues: Die dreitägige Suche nach der weltverändernden Nadel im Heuhaufen der Buzzwords

Die IFA gibt’s bei uns übrigens auch als Audioversion: Hier geht’s zu unserer „Kopfstand“-Podcast-Folge zur IFA, unter anderem mit dem PR Manager von Huawei, Frank Bauderer, dem Blogger und Instagrammer Igor Josif und News und Einschätzungen zu aktuellen Themen und Produkten auf der Messe.

Hier finden Sie die Folge auf SpotifyiTunes oder YouTube.

Normalerweise gibt einem die Vorberichterstattung in Medien wie der Süddeutschen Zeitung oder dem Handelsblatt immer einen guten Überblick über die Highlights der nach wie vor führenden Consumer-Electronics-Messe Europas. Normalerweise.

In diesem Jahr machen mir jedoch Helmut Martin-Jung und seine Kollegen keine große Hoffnung auf große Neuheiten. Das was neu ist, ist eigentlich schon bekannt und das, was uns in den nächsten Jahren bewegen wird, noch nicht greifbar. Keine Fernsehrevolution – wer braucht schon einen aufrollbaren TV -, keine Smartphone-Innovation – faltbar war schon 2018 das große Thema -, und kein innovativer Küchenhelfer weisen den Weg durch die fast 30 Ausstellungshallen des Berliner Messezentrums. Der Besuch in diesem Jahr glich der Suche nach der weltverändernden Nadel im Heuhaufen der Belanglosigkeiten und Buzzwords.

5G beispielsweise ist eines der bestimmenden große Themen – nicht nur des pinkfarbenen Telekommunikations-Riesen aus Bonn. Dabei vermittelte sich jedoch schon im Vorfeld der Messe eher der Eindruck, dass der Fokus eher auf der Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im Netzausbau hierzulande liegt, als auf einem gemeinschaftlichen Voranbringen des Netzes zum Wohle der Anwender und der Industrie. Bei aller Ratlosigkeit, wie schnell 5G auch wirklich flächendeckend nutzbar sein wird, bietet sich die Frage an: „Magenta, ist da jemand?“ Wenn man Glück hat, hört einen der neue Magenta Smart Speaker der Deutschen Telekom und gibt einem dieselben Antworten wie die Spracherkennungs-Angebote der großen US-amerikanischen Vorreiter in diesem Bereich.

Künstliche Intelligenz ist die andere, nicht mehr ganz so neue, omnipräsente Innovation, die einem in den Messehallen am Berliner Funkturm entgegenhallt. Doch folgt man dem Ruf, so steht man sehr oft lediglich vor Smart-Home-Lösungen, die einem den Alltag erleichtern sollen. Saugroboter, intelligente Türklingeln, Fitnesstracker – alles auch 2018 schon da gewesen.

Verschwunden sind hingegen bei den großen Herstellern die fleißigen „Helferchen“ der Zukunft, die im letzten Jahr noch den Einkaufskorb tragen, Rezepte vorlesen oder das Getränk reichen sollten – irgendwann einmal, wenn man es nicht mehr selbst kann – schade drum. Der kluge Kühlschrank, der uns sagt, was gerade in seinem Inneren fehlt, ist ja schon ein alter Hut – und scheint eher auf Skepsis der Verbraucher als auf offene Arme derselben zu treffen. Jedenfalls kenne ich keinen einzigen dieser “Alltagsverbesserer“, der es in die Küchen unserer technikaffinen Nachbarschaft geschafft hätte – so viel zum empirischen und subjektiven Realitätscheck. Gut, der „smarte“ Backofen und sein „Pling“ auf dem Smartphone entzückt das hauseigene Männerherz, doch wirklich intelligent ist das nicht, sondern fällt wohl eher in die als immer normaler angesehene Tatsache, dass wir über unser Handy unsere Haushaltsgeräte, Licht, Heizung und Security-Kameras steuern können. Smart Home eben.

Bahnbrechende Neuheiten? Fehlanzeige! Sinnbildlich hierfür der Jubiläums-Walkman von Sony, der bei mir als einem Kind der 70er und 80er ganz automatisch glänzende Augen und Flashbacks erzeugt. Das Display imitiert eine Musikkassette und spiegelt damit noch einen anderen omnipräsenten Trend ohne große Innovationskraft wider: Vintage.

Neben dem schicken, sichtbaren „Alten“ konzentrieren sich Anbieter zudem auf Verbesserungen und Optimierungen rund um Software, Datensicherheit und Bedienerfreundlichkeit. Große, die Gegenwart aus den Angeln hebende Innovationen? Abermals Fehlanzeige…

Und so ging es mir in diesem Jahr auf der IFA, wie eigentlich seit Jahren bei der Ankunft in Berlin: Man bewegt sich auf bereits ausgetretenen Pfaden – sei es auf der Messe oder auf dem Tegler Flughafen – und hofft auf das nächste Jahr und darauf, dass dann endlich einmal wieder zukunftsweisende Produkte und ein im Hier und Jetzt angekommener Flughafen einen Ruck durch das Land schicken.

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