This site uses cookies to provide a streamlined experience. To learn more see our current privacy policy.
 
2 December 2021  //       //  Opinion

Gamification – Was wir vom Gaming lernen können

Gaming – ein riesiger Markt, der vielen nicht greifbar ist. Dabei birgt Gamification – der Einsatz von Gaming-Methoden im Arbeitsumfeld – unfassbares Potenzial zur Förderung der Mitarbeiter:innenbindung und vielem mehr. Im letzten Beitrag haben wir bereits gezeigt, in welchen Bereichen „Gamification“ bereits Anwendung findet. In diesem Text widmen wir uns der Entstehungsgeschichte und der Faszination dahinter.

Sowohl Jugendliche als auch Erwachsene verbringen mittlerweile unzählige Stunden vor PC und Spielkonsolen, steuern farbenprächtige Fantasiecharaktere durch mystische virtuelle Welten, fahren Panzer in historische Schlachten oder ballern sich durch zahlreiche Level in Ego-Shootern. Dabei geben die Spieler:innen teilweise nicht unerhebliche Summen aus und bescheren der Industrie stetig wachsende Umsätze. Es gibt Weltmeisterschaften in einigen Spielen und hohe sechsstellige Preisgelder. Professionell gesponsorte und gemanagte Teams mit regelmäßig stattfindenden Training-Sessions sind keine Einzelfälle mehr.

Früher hat man ein PC-Spiel gekauft und es „durchgespielt“, die im Spiel gestellten Aufgaben waren gelöst und vielleicht gab es noch ein oder zwei anspruchsvollere Level zu bewältigen. Spätestens dann aber war der Reiz verflogen. Das Internet und damit einhergehend der Mehrspieler-Modus, brachte vollkommen neue Möglichkeiten in die Welt des Gamings. Soziale Interaktion wurde über den Globus hinweg möglich, man kann gegeneinander in Echtzeit spielen und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Gerade die digitale Technik bringt Gamification und damit das Spielen als evolutionäres Trainingsmittel wieder vermehrt auf die Tische von Entscheidern in Unternehmen.

Die Entwicklung von Gamification

Gamification wurde erstmals in der Werbung und im Unterhaltungsbereich eingesetzt, später dann in weiteren Bereichen wie Einzelhandel, Fitness oder Bildung. Gamification gilt nach wie vor als Wachstumsmarkt und relativ junge Disziplin im Marketing. In der Lehre und im Bildungsbereich wurde dies ehemals als Serious Games, Edutainment und game-based Learning bezeichnet. Begrifflich durchgesetzt hat sich in den letzten Jahren jedoch Gamification.

Der Erfolg von Gamification begründet sich in der Affinität vieler Menschen zu Spielen und den Emotionen, die spielerische Elemente auslösen. Wir alle waren Kinder, haben diesen Spieltrieb noch in uns und empfinden Inhalte als angenehmer, wenn diese optisch und inhaltlich gut und abwechslungsreich gestaltet sind.

Ob langfristig betrachtet ein Gewöhnungseffekt bei der Verwendung spielerischer Elemente eintritt und die positive Wirkung abschwächt, bleibt abzuwarten. Logisch erscheint aber schon jetzt, dass sich Inhalte natürlich auch weiter entwickeln müssen und der Homo Ludens neue Anreize und Impulse benötigt. Menschen haben den Antrieb sich zu verbessern und voranzukommen – im Spiel wie im Job. Motivation aus sich heraus (intrinsische Motivation) und der Spaß sich mit fremder Materie auseinanderzusetzen sind die Triebfeder des Alltags.

Was ist so faszinierend am Gaming?

Spielen macht in erster Linie Spaß. Lernen oder Arbeiten in der Regel weniger. Gute Spiele fördern das Denken und das Finden von kreativen Lösungen. Genau das ist auch das Wunschszenario vieler Arbeitgeber:innen. Warum also nicht versuchen beide Komponenten miteinander zu verbinden? Trockene und schwere Kost spielerisch aufpeppen und angenehmer gestalten – auch bei der Arbeit. Genau das versucht Gamification: Nämlich die Anwendung spieltypischer Elemente in einen spielfremden Kontext zu implementieren. User:innen respektive Mitarbeiter:innen sollen also in ihrem Verhalten beeinflusst und motiviert werden bestimmte Aufgaben zu erfüllen oder sich mit definierten Inhalten auseinanderzusetzen. Lernen und Arbeiten soll spielerisch werden, leichter fallen und so besser verankert werden. Das ist die Grundidee von Gamification – spielerisches Lernen in die Arbeitswelt zu übertragen.

Um es vorwegzunehmen – so ganz gelungen ist das bis heute allerdings noch nicht, zumindest nicht flächendeckend. Da stellt sich die Frage, ob Gamification bisher grundsätzlich unterschätzt oder schlichtweg falsch verstanden und angewandt wurde. Letzteres ist wohl eher der Fall. Der richtig große Durchbruch – der eine als Blaupause taugliche Konzeptansatz gerade in Unternehmen – fehlt bislang noch. So wird Gamification immer noch belächelt und fristet ein Dasein als Schattendisziplin mit hohem Potenzial. Mit Gamification wollen Unternehmen Verhalten beeinflussen. Gerade in Deutschland wird das eher noch als Manipulation missverstanden und dies dürfte auch ein Grund sein, warum sich bislang nur wenige Unternehmen mit dieser Disziplin ernsthaft auseinandersetzen.

Gamification ist also nach wie vor eine Randerscheinung. Doch wenn man sich noch stärker darauf einlässt, wird man feststellen, dass uns noch viele Türen und Einsatzbereiche offenstehen. Es warten neue Abenteuer und Welten, die es zu entdecken gilt. Im nächsten Blogpost wollen wir diese Vorzüge von Gamification plastisch an einem Fallbeispiel beleuchten.

Social Media

Blog Podcast

Blog

Informationen landen direkt in Ihrem Posteingang.

Registrieren Sie sich noch heute.